05. Oktober 2022 / 18:14 Uhr

Draxlers Chance auf Abrechnung: Top-Leistung des neuen Benfica-Stars "wäre natürlich typisch PSG"

Draxlers Chance auf Abrechnung: Top-Leistung des neuen Benfica-Stars "wäre natürlich typisch PSG"

Alexis Menuge 
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Julian Draxler will bei Benfica Lissabon zu alter Stärke und Topform finden. 
Julian Draxler will bei Benfica Lissabon zu alter Stärke und Topform finden.  © IMAGO/GlobalImagens
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Im Star-Ensemble von Paris Saint-Germain konnte Julian Draxler nur selten überzeugen. Nun bekommt er mit Leih-Klub Benfica Lissabon die Chance, gegen seinen Stammverein sein Potenzial zu zeigen.

Es ist so eine Geschichte, wie sie wohl nur der Fußball schreibt. Nur 35 Tage nachdem er Paris Saint-Germain in Richtung Benfica Lissabon verlassen hat, steht für den deutschen Nationalspieler Julian Draxler das große Wiedersehen an – allerdings im gegnerischen Trikot. An diesem Mittwoch (21 Uhr, DAZN) empfängt Benfica das Pariser Starensemble zum dritten Spieltag der Champions League. Nur sechs Tage später steht die Rückkehr in den Pariser Prinzenpark an, wo er in fünfeinhalb Jahren nur selten spielerisch zu überzeugen wusste.

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Offiziell hat Draxler noch Vertrag bei PSG, denn er ist lediglich bis Juni 2023 nach Portugal ausgeliehen, Paris zahlt sogar weiterhin 80 Prozent des Gehalts für den Deutschen. Sein Abschied Ende August hatte einen faden Beigeschmack. Gelingt Draxler nun sogar seine persönliche Abrechnung mit den Franzosen?

Es ist schon kurios, dass ehemalige PSG-Spieler häufig gegen ihren Ex-Klub treffen. Der bekannteste Fall datiert vom 23. August 2020, als Kingsley Coman – in Paris zum Profi avanciert – mit dem FC Bayern München ausgerechnet im Champions-League-Finale gegen "sein" PSG das einzige Tor markierte. Wird der Ex-Schalker also seine ehemaligen Mitspieler ebenfalls überraschen und über sich hinauswachsen können? "Das wäre natürlich typisch PSG", findet Ex-Paris-Stürmer Pedro Miguel Pauleta. "Julian hat absolute Topqualitäten, die er in Paris leider zu unregelmäßig zeigen konnte. Bei ihm war definitiv mehr drin."

Als er im Januar 2017 in die Ligue 1 kam, habe es um ihn eine riesen Euphorie gegeben. "PSG war es gelungen, einen damals amtierenden Weltmeister zu verpflichten, und man dachte, mit Draxler erhöhen sich die Chancen, dass Paris Saint-Germain kurzfristig sein ganz großes Ziel erreichen wird mit dem Triumph in der Champions League", erinnert sich Pauleta. Daraus wurde bekanntermaßen nichts.

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Bei Draxler "hat man den absoluten Willen vermisst"

Je mehr die Zeit verging, desto geringer wurden Draxlers Einsatzzeiten. Insgesamt sieht seine Bilanz eher mager aus: 26 Treffer und 41 Vorlagen in 198 Pflichtspielen wettbewerbsübergreifend. Durch zahlreiche Verletzungen, aber auch komplette Spiele auf der Bank, nahm er nur an knapp über der Hälfte der Gesamtpartien teil. "Man kann schon von einer Art Verschwendung sprechen", urteilt Alain Roche, zwischen 1992 und 1998 PSG-Verteidiger und heute Experte beim Pay-TV-Sender Canal+. "Man hatte bei Julian oft das Gefühl, dass er nicht mehr wollte, dass er immer zufrieden war – egal ob er spielt oder nicht. Bei ihm hat man den absoluten Willen einfach vermisst."

Zum endgültigen Bruch kam es nach der Verpflichtung von Kylian Mbappé und Neymar im Sommer 2017. "Danach war Draxler so gut wie kein Thema mehr bei PSG. Es ging nur noch um Neymar und Mbappé", so Roche. "Meiner Meinung nach hätte er sich aber trotzdem durchsetzen und mit diesem Duo zusammenspielen können. Er ist auf verschiedenen Positionen im Mittelfeld einsetzbar, aber er hat sich nicht mehr weiterentwickelt."

Nun soll Draxler die Luftveränderung neue Flügel verleihen – insbesondere im Hinblick auf die WM in Katar. Bisher kam er unter Coach Roger Schmidt bei Benfica nur auf vier Spielminuten in der Champions League, könnte aber gegen PSG sein Startelfdebüt feiern. Noch nie konnten die Franzosen im Estadio da Luz gewinnen und Draxler will, dass es dabei bleibt. "Es würde mich nicht wundern, wenn Draxler ausgerechnet gegen PSG ein Topspiel abliefert", erklärt Pauleta. "Er wird mit Sicherheit besonders motiviert sein und vor allem Paris zeigen wollen, was in ihm wirklich noch steckt." Es wäre eine wahrlich besondere Geschichte.

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