18. November 2018 / 20:49 Uhr

Julian Geils tritt bei der TuSG Ritterhude zurück

Julian Geils tritt bei der TuSG Ritterhude zurück

Frank Mühlmann
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Fußball Landesliga Lüneburg, TuSG Ritterhude - TSV Winsen/Luhe 3:3, Phil Knauth
Phil Knauth (mi, hier gegen Winsen) brachte die TuSG Ritterhude zwischenzeitlich auf 1:2 heran. © Tobias Dohr
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Kurz nach der 1:3-Niederlage des Landesligisten gegen den SV Ahlerstedt/Ottendorf gab Geils seine Entscheidung bekannt

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Die TuSG Ritterhude hat in der Fußball-Landesliga den Schwung aus dem ersten Saisonsieg nicht mitnehmen können und unterlag im heimischen Jahnstadion der SV Ahlerstedt/Ottendorf verdient mit 1:3. Nach torloser erster Hälfte verschliefen die Hausherren die ersten fünf Minuten nach Wiederanpfiff und kassierten dabei zwei vorentscheidende Gegentreffer. Die spielerisch stärkeren Gäste bestimmten die Anfangsphase.

Zahlreiche Standards segelten in den TuSG-Strafraum, wobei die aufmerksame Innenverteidigung um Tobias Jahn und Merten Hellmann jedoch zunächst keine gegnerische Abschlussmöglichkeit zuließ. Lediglich aus der Distanz drohte Ritterhudes Keeper Meik Jeschin Ungemach. Einmal lenkte er einen zu zentral platzierten Freistoß von Niklas Niekerken mühelos über den Querbalken, später hatte Jeschin Glück, als ein Fernversuch desselben Schützen auf die Latte prallte.

Die Elf von Trainer Julian Geils stand insgesamt zu tief und fand in der Offensive vor der Pause nahezu gar nicht statt. Nach etwa einer halben Stunde verflachte die Partie zusehends, weil auch Ahlerstedt immer weniger gelang. Schiedsrichter Daniel Piotrowski passte sich dem Niveau an und brachte durch einige wenig nachvollziehbare Entscheidungen zusätzliche Hektik ins Spiel. Es hätte ins Bild gepasst, wäre Ritterhudes Phil Knauth kurz vor dem Halbzeitpfiff ein Eigentor unterlaufen, doch sein Klärungsversuch ging Zentimeter am rechten Pfosten vorbei.

Zunächst noch mit Zuversicht

Zuversicht war den rund hundert Zuschauern zur Pause durchaus noch anzumerken, zumal die Gastgeber mit Patrick Brouwer eine frische Offensivkraft brachten. Doch der zweite Durchgang war keine zwei Minuten alt, als sich Ahlerstedts Martin Sattler an der linken Außenlinie auf Höhe der Mittellinie gegen zwei Gegenspieler durchsetzte, auf Niklas Niekerken passte und der einen Steilpass in die Spitze spielte. TuSG-Schlussmann Meik Jeschin eilte aus seinem Kasten, kam aber gegenüber Jannes Wulff zu spät, der das Leder im verwaisten Tor unterbrachte. Die nun extrem aggressiven Gäste wollten die Verunsicherung des Tabellenschlusslichts sofort ausnutzen und hatten damit Erfolg. In der 50. Minute lief Martin Sattler von Linksaußen auf den Ritterhuder Kasten zu. Sein Versuch aus spitzem Winkel fand mit Hilfe des rechten Innenpfostens den Weg ins Tor.

Trotz des Rückstands gaben sich die Hammestädter nie auf. Der Anschlusstreffer fiel nach einer guten Stunde wie aus heiterem Himmel. Eine Einzelaktion schloss Phil Knauth mit einem platzierten Linksschuss von der Strafraumkante ins rechte untere Eck zum 1:2 ab. Das Tor schien wie eine Befreiung. Plötzlich wirkte die TuSG präsenter in den Zweikämpfen und brachte die Gäste-Verteidigung ein ums andere Mal in Verlegenheit. Stürmer Marcel Meyer erkämpfte sich auf dem rechten Flügel einen scheinbar unerreichbaren Ball, Tobias Böttcher verpasste Meyers Hereingabe nur um Zentimeter. Die Hoffnungen der Gastgeber währten jedoch nicht lange. Ahlerstedts Stürmer Jannes Wulff spazierte durchs linke Mittelfeld, bekam dabei nur Geleitschutz und setzte einen satten Versuch aus knapp 20 Metern in den linken oberen Winkel (71.). Die Begegnung war gelaufen. Der Frust bei den Gastgebern, die sich nun in einigen verbalen Scharmützeln verstrickten, saß tief. „Ich bin einfach enttäuscht, dass es wir zu wenig geschafft haben, Druck auf die gegnerische Defensive auszuüben“, erklärte TuSG-Coach Julian Geils nach Abpfiff.

Julian Geils: "Mein Akku ist komplett leer"

Es dauerte nur wenige Minuten, da rückte die Ritterhuder Niederlage gegen die SV Ahlerstedt/Ottendorf komplett in den Hintergrund. Als Julian Geils seine Mannschaft zum obligatorischen Teamkreis zusammengeholt hatte, ließ der TuSG-Trainer die Katze aus dem Sack: Dieses 1:3 war die letzte Partie von Geils als Trainer der Hammestädter. Dass diese Entscheidung keinesfalls eine Kurzschlussreaktion war, zeigt die Tatsache, dass Geils bereits vor dem Spiel dem Mannschaftsrat sowie den Spartenvorsitzenden und engen Vertrauten Volker Guttmann über seinen Entschluss informiert hatte.

Mit Geils` Rücktritt endet eine fast vier Jahre andauernde Erfolgsstory. Im Dezember 2014 hatte der 35-Jährige die TuSG Ritterhude übernommen und die Mannschaft aus dem Bezirksliga-Keller bis zum Landesliga-Klassenerhalt geführt. Doch die aufregende und erfolgreiche Zeit hat auch Spuren hinterlassen. „Mein Akku ist komplett leer“, so Julian Geils zu seiner Entscheidung.