14. März 2019 / 18:08 Uhr

Julian Meier versorgt die BG Göttingen mit statistischem Material

Julian Meier versorgt die BG Göttingen mit statistischem Material

Kathrin Lienig
Julian Meier (r.) versorgt BG-Headcoach Johan Roijakkers mit Zahlen zu den Spielen und den Gegnern.
Julian Meier (r.) versorgt BG-Headcoach Johan Roijakkers mit Zahlen zu den Spielen und den Gegnern. © Kathrin Lienig
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„Ich bin ein absoluter Zahlenmensch, ich liebe Zahlen.“ Julian Meier ist Statistik-Scout des Basketball-Bundesligisten BG Göttingen. Seit einem Praktikum in der BG-Geschäftsstelle vor zwei Jahren möchte Veilchen-Headcoach Johan Roijakkers nicht mehr auf die Unterstützung des Studenten verzichten.

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Der 24-Jährige hat „wie alle Kinder – erst mal Fußball gespielt“. Beim Heimatverein RSV 05 an der Benzstraße hat er gekickt. Später hat er lieber einen Basketball auf den Korb geworfen. „Aber nie in einer Mannschaft, nur als Freizeitspieler“, erzählt der 1,95 Meter lange Göttinger. Fan der BG Göttingen ist er schon eine Weile: „Ich habe schon seit sechs, sieben Jahren eine Dauerkarte.“ Da lag es nahe, während eines Praktikums einmal hinter die Kulissen des Profibasketballs zu schauen. Schon vorher hatte sich der Betriebswirtschafts-Student, der demnächst mit dem Verfassen seiner Master-Arbeit im Bereich Unternehmensführung beginnt, mit den Zahlen, die jedes Basketball-Spiel liefert, beschäftigt. „Ich habe Johan damals die Excel-Sheets gezeigt und er war begeistert. Wir haben uns zwei Stunden unterhalten und waren auf einer Wellenlänge. Für die restliche Zeit des Praktikums habe ich dann für ihn gearbeitet.“ Daraus ist ein Dauer-Engagement geworden, gerade erst hat Meier seinen Vertrag mit der BG für zwei weitere Spielzeiten verlängert.

Erste Zahlen 15 Minuten nach Spielschluss

Zu den Aufgaben des 24-Jährigen gehören die Vor- und Nachbereitung der Spiele. „Ich schaue mir alles nur aus der Zahlenperspektive an. Eine Viertelstunde nach Spielschluss kann ich Johan die ersten Zahlen liefern.“ Spätestens dienstags hat Roijakkers alle Zahlen von den Wochenendspielen vorliegen, die er dann als Grundlage für die Videoauswertung mit den Spielern benutzt. Dabei handelt es sich aber nicht nur um Excel-Dateien, Meier hat inzwischen auch selbst Programme geschrieben, die dann beispielsweise zeigen, von welchen Position ein bestimmter Spieler die meisten Dreier trifft.

Jede Woche liefert er Roijakkers von jedem Team der easyCredit Basketball-Bundesliga einen Überblick, Kontakt haben beide täglich, beim Training ist der Student selten dabei. Ungefähr 20000 Zahlen fallen pro Partie an. „Algorithmen gehen durch die Zahlen. Die Ergebnisse zeigen auch auf, wie sich ein Spiel entwickelt hat. Wir finden dann heraus, was der beste Weg ist, Basketball zu spielen. Es ist beeindruckend, wieviel Johan davon verwendet.“ Etwa acht bis zehn Stunden pro Woche investiert Meier in die Arbeit für die BG Göttingen. „Die Programme sind da, ich muss ja nur noch auf den Knopf drücken.“

Input und Analyse für Roijakkers

Neben der Arbeit für die aktuellen Geschehnisse während der Saison, blickt Meier auch auf potenzielle Neuverpflichtungen, schaut vor allem im Sommer, welche Spieler – aus der Zahlen-Perspektive – für die Veilchen interessant sein könnten. „Er kennt unheimlich viele College- und NBA-Spieler, hilft uns bei der Rekrutierung und weiß einfach sehr viel über Basketball“, sagt Johan Roijakkers. „Von Julian bekomme ich viel Input und Analyse, die ich so nicht machen könnte. Und ich brauche diese Zahlen, aber mir würde die Zeit fehlen, mich selbst darum zu kümmern.“

Meier betrachtet den Niederländer „basketballtechnisch als meinen Mentor“. Von ihm habe er viel gelernt, wie das gesamte Business laufe. Bei Heimspielen sitzt er nicht bei der Mannschaft, sondern auf der Tribüne. Beim Blick auf das Feld schaue er durch eine andere Brille. „Mir tut es fast weh, wenn die Spieler beispielsweise zu viele Mitteldistanzwürfe nehmen, die selten zum Erfolg führen. Bei den BG-Spielen, stecke ich voll in den Zahlen“, erzählt der Fan des europäischen Basketballs, der Raymar Morgan und Khalid El-Amin, dessen signiertes Trikot zu Hause gerahmt an der Wand hängt, als seine BG-Lieblingsspieler in der Vergangenheit. Aus dem aktuellen Team gefällt ihm Derek Willis am besten.

Job im Profibasketball möglich

Nach dem Ende seines Studiums könnte sich Meier, der von August 2018 bis Januar 2019 ein Auslandssemester im kalifornischen San Diego gemacht hat und auch von dort aus die Zahlen für die BG ausgewertet hat, vorstellen, im Basketball-Bereich zu arbeiten. Das entscheidet er Ende des Jahres. „Durch Johan habe ich viele Kontakte geknüpft. In Europa ist es aber schwierig, Jobs in diesem Bereich zu bekommen. NBA-Vereine haben ganze Stastistik-Abteilungen.“

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