04. Januar 2020 / 10:30 Uhr

Julian Nagelsmann: „Bis 15 habe ich jeden Abend gebetet“

Julian Nagelsmann: „Bis 15 habe ich jeden Abend gebetet“

Thomas Fritz
Leipziger Volkszeitung
Julian Nagelsmann.
Julian Nagelsmann. © dpa
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RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann hat in einem Interview private Einblicke in sein Leben gegeben. Der 32-Jährige hatte lange eine innige Beziehung zu Gott und verriet, wie ihm die Arbeit mit Pferden bei der Persönlichkeitsentwicklung half.

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Leipzig. Beziehung zu Gott, Aberglaube, die Arbeit mit Pferden und seine eigenen fußballerischen Ambitionen: RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann hat ungewohnt intime Einblicke in sein Privatleben gegeben. „Bis ich 15 Jahre alt war, habe ich jeden Abend gebetet“, sagte der 32-Jährige im Interview mit der „Bild“-Zeitung (Samstag). Zu bestimmten Anlässen oder wenn er in seiner bayerischen Heimat ist, geht der frühere Ministrant immer noch in die Kirche – auch wenn er „nicht an den einen Gott“ glaubt, wie er verriet. Vielmehr gehe es ihm um die Werte aus den kirchlichen Schriften. „Danach versuche ich zu leben und mein Umfeld auch dahin gehend zu beeinflussen“, sagte Nagelsmann. Zu seinem Aberglauben äußerte sich der Trainer des Bundesliga-Herbstmeisters ebenfalls. „Wenn ich mit einem Schuh ein Spiel verliere, ziehe ich ihn nicht mehr an – also nur noch privat.“

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Ein Comeback als Spieler bei seinem Heimtatverein FC Issing in der 10. Liga in Bayern schloss Nagelsmann aus zeitlichen und gesundheitlichen Gründen aus. „Als ich noch Jugendtrainer in Hoffenheim war, habe ich sonntags noch manchmal gespielt. Aber das war grenzwertig, weil die Leute sich beweisen wollten und mich gerne mal aus den Schuhen getreten haben.“ Reizen würde ihn das Kicken allerdings schon noch.

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Schließlich verriet Nagelsmann auch, warum er eine Zeit lang mit einem Coach gearbeitet hat, der sich auf das Training mit Pferden spezialisiert hat. „Es ging darum, meine Persönlichkeit zu entwickeln. Wie steuere ich die Wirkung, die ich auf andere Menschen habe? Wenn ich in einen Raum reinkomme und Leute kennen mich nicht, sagen sie oft erst mal: Der ist arrogant“, gab Nagelsmann zu. Erst wenn die Leute ihn besser kennen würden, wandele sich das Bild etwas. Mit den Pferden trainierte Nagelsmann seine Gestik und Mimik, um die Tiere auch mal wegzuscheuchen oder anzulocken. „Das ist nicht so einfach. Das kann nicht jeder“, sagte er. Offen blieb, ob ihm diese Fähigkeiten auch bei der Arbeit mit den RB-Profis oder im Umgang mit Journalisten helfen...