21. Juni 2018 / 19:54 Uhr

Julian Nagelsmann: Der junge Hoffnungsträger für RB Leipzig

Julian Nagelsmann: Der junge Hoffnungsträger für RB Leipzig

Anne Grimm
Leipziger Volkszeitung
Julian Nagelsmann übernimmt ab der Saison 2019/20 das Traineramt bei RB Leipzig. 
Julian Nagelsmann übernimmt ab der Saison 2019/20 das Traineramt bei RB Leipzig.  © 2018 Getty Images
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Sportdirektor Ralph Rangnick präsentierte mit der Verpflichtung des 30-Jährigen seine Wunschlösung. Nagelsmann unterschrieb ein bis 2023 datiertes Arbeitspapier. 

Sinsheim/Leipzig. Jung, dynamisch, erfolgreich: Wer könnte besser in das Anforderungsprofil von RB Leipzig passen, als Julian Nagelsmann? Trotz seines Vertrags bei der TSG Hoffenheim bis 2021 verlässt der Coach den Champions-League-Teilnehmer nächsten Sommer und übernimmt den Trainerposten bei RB Leipzig. Fünf Millionen Euro müssen die Rasenballer für den dann 31-Jährigen auf den Tisch legen, der in Hoffenheim eine Ausstiegsklausel besitzt. Vier Jahre, bis Juni 2023, hat er sich an RB Leipzig gebunden. Die Vereinsverantwortlichen der Rasenballer schafften es sogar, den zukünftigen Coach und seinen Berater dazu zu bewegen, bereits jetzt mit der für sie so rosigen Zukunftspersonalie an die Öffentlichkeit zu gehen. Gespräche mit anderen Kandidaten hat es nach Informationen des LVZ-SPORTBUZZER keine gegeben. Marco Rose, Roger Schmidt und Co. waren offenbar nie ein ernsthaftes Thema.

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Tino Vogel trainiert die Roten Bullen in der Saison 2009/10. Zur Galerie
Tino Vogel trainiert die Roten Bullen in der Saison 2009/10. © Getty Images

Eine wirkliche Überraschung ist die Verpflichtung nicht, allerdings eine echte Wunschlösung. Nagelsmann, der Vorzeigetrainer und jüngste Coach der Bundesligageschichte, einer der besten des Fußball-Lehrerjahrgangs 2016, er wird Chef auf der Bank von RB Leipzig. Ein deutschsprachiger, hungriger Coach der Spieler weiterentwickeln kann, der mit Hoffenheim genau den Fußball spielt, für den RB Leipzig steht. Er verkörpert die Fußballphilosophie, die Sportdirektor Ralf Rangnick so liebt.

Hier abstimmen: Ist Nagelsmann der Richtige? Und was bedeutet das für RB und Hoffenheim?



RB-Geschäftsführer Oliver Mintzlaff sowie Rangnick haben in den vergangenen Wochen mit Engelszungen auf Nagelsmann eingeredet, ihm Leipzig nicht nur mit den schönen Parks und Seen, sondern auch einem hübschen Gehalt schmackhaft gemacht. Gut für RB: Der 30-Jährige sammelt im kommenden Jahr mit der TSG sogar erste Erfahrungen in der Champions League. Nagelsmann ist einer der begehrtesten seiner Zunft, wurde in den vergangenen Monaten immer wieder mit Bayern München, Borussia Dortmund und sogar Real Madrid in Verbindung gebracht.

Sieben Jahre kämpfte sich der im bayrischen Landsberg am Lech geborene Nagelsmann in Hoffenheim durch viele Nachwuchsstationen – bis er 2015, mit gerade einmal 28 Lenzen, auf dem obersten Trainerposten ankam. In dieser Zeit lernte er auch Rangnick kennen, der fast fünf Jahre im Kraichgau arbeitete, die TSG von der Drittklassigkeit bis in die Bundesliga führte. Der Leipziger Sportdirektor besetzt Schlüsselpositionen am liebsten mit Personen, die er bereits schätzen gelernt hat. Hoffenheim-Mäzen Dietmar Hopp, der sich mit Rangnick bei der Trennung 2011 überworfen hatte, wird über den Verlust des Erfolgstrainers Nagelsmann ganz und gar nicht glücklich sein.

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Rangnick selbst hatte noch vor ein paar Wochen in internen Gesprächen erklärt, er suche nach der Trennung von Ralph Hasenhüttl bei RB Leipzig eine Trainerlösung für die nächsten fünf Jahre. Vier sind mit der Verpflichtung von Nagelsmann nun abgedeckt. Die Wahrscheinlichkeit steigt immer mehr, dass der erfahrene 59-Jährige das Zepter, wie schon in der Bundesligaaufstiegssaison vor drei Jahren, noch einmal selbst in die Hand nimmt. Die LVZ hatte bereits vor vier Wochen darüber berichtet. Offiziell will RB Leipzig den Übergangscoach für die neue Saison vor dem Trainingsauftakt bekannt geben. Also irgendwann vor dem 9. Juli. Auch im Trainerteam gibt es noch einige vakante Stellen zu besetzen. Der bisherige U-19-Coach Robert Klauß soll auf jeden Fall dazu gehören.


„Es war mir wichtig früh für klare Verhältnisse zu sorgen“, erklärte Nagelsmann am Donnerstag in einer Mitteilung auf der Homepage der Hoffenheimer. Gesellschafter und Geschäftsführung der TSG hatte er am Mittwochabend über seine Entscheidung informiert. Mit dem konsequenten Schritt wolle er verhindern, dass die gesamte Saison von immer neuen Spekulationen beeinflusst werde. Alexander Rosen, Hoffenheims Sportdirektor, sagte: „Es spricht für den Charakter von Julian, dass er die Karten nun auch öffentlich auf den Tisch gelegt und so früh für alle Klarheit geschaffen hat.“