27. April 2021 / 15:59 Uhr

Nagelsmann verrät Details: So lief der Wechsel zum FC Bayern - Transfer-Versprechen an RB Leipzig

Nagelsmann verrät Details: So lief der Wechsel zum FC Bayern - Transfer-Versprechen an RB Leipzig

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Der künftige Bayern-Trainer Julian Nagelsmann hat über die Hintergründe bei seinem Wechsel gesprochen.
Julian Nagelsmann wechselt von RB Leipzig zum FC Bayern. © IMAGO / Picture Point LE
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Julian Nagelsmann hat einen Einblick in die Abläufe, die zu seinem Wechsel zum FC Bayern geführt haben, gegeben. Zudem gab der Trainer seinem künftigen Ex-Klub ein Transfer-Versprechen.

Julian Nagelsmann atmete tief durch. "Es war eine turbulente Woche", meinte der Trainer von RB Leipzig wenige Stunden nachdem sein Wechsel zum FC Bayern von beiden Klubs bekanntgegeben worden war. Nachdem sich der 33-Jährige in einem Klub-Statement zunächst nur kurz erklärt hatte, gab er am Dienstagmittag weitere Einblicke zu seinem bevorstehenden Transfer, der die Münchner offenbar bis zu 30 Millionen Euro kosten wird. "Ich bin froh, dass der Wechsel zustande kommt, werde aber die nächsten vier Wochen nichts mehr dazu sagen. Ich bin noch bei RB angestellt. Wir haben noch wichtige Aufgaben vor uns", sagte Nagelsmann zum Einstieg der Pressekonferenz.

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Dann äußerte er sich zu der immensen Ablösesumme, die in ihrer Höhe selbst im internationalen ein Novum ist. "Ein Mensch ist nie das wert, was da bezahlt wird. Das ist im Fußball aber nun mal so – für Spieler, jetzt auch für Trainer." Man müsse mit diesem Druck umgehen können: "Es ist mit nicht angst und bange wegen einer Ablösesumme." Wie viel die Bayern den Leipzigern konkret zahlen, wollte Nagelsmann aber nicht sagen. Dafür verriet er einige Details zu dem Prozedere, dass ihm schließlich den Weg nach München ebnete.

Demnach sei die erste Kontaktaufnahme der Bayern nach dem Spiel der Leipziger gegen Hoffenheim vor knapp zwei Wochen erfolgt. Er habe daraufhin ein "langes und gutes Gespräch" mit RB-Chef Oliver Mintzlaff gehabt, erklärte Nagelsmann: "Natürlich sind wir dann aber nicht so rausgegangen, dass ich sofort die Freigabe hatte." Er habe sich dann zunächst auf das Spiel seiner Leipziger gegen Stuttgart vorbereitet. Am Sonntagabend ging es mit dem FC Bayern um "letzte Details", bevor sich dann die beiden Klubs einig wurden: "Es waren sehr kurze Gespräche, keine langen Verhandlungsrunden. Dafür war keine Zeit. Wir waren schnell einig, was meinen Vertrag angeht. Das andere waren dann Klubthemen. Für Detailfragen hat man dann auch die Berater. Es lief alles kurz und schmerzlos", berichtete der Trainer.


Am Dienstagmorgen habe er dann die Mannschaft informiert. "Ich habe natürlich nicht mit jedem einzeln sprechen können. Aber das Training war gut, das ist immer ein wichtiger Indikator", sagte Nagelsmann. Ihm sei es immer darum gegangen, alle Spieler besser zu machen und den jeweiligen persönlichen Zielsetzungen gerecht zu werden: "Das Team hat untereinander eine extrem gute Beziehung, das ist außergewöhnlich. Auch das Trainerteam hat eine gute Bindung. Ich habe aber kein schlechtes Gewissen. Es ist einfach so, dass Menschen sich weiterentwickeln."

Auch zu den Meinungsverschiedenheiten zwischen dem nun scheidenden Bayern-Trainer Hansi Flick und Sportvorstand Hasan Salihamidzic bei manchen Personalfragen äußerte sich Nagelsmann auf Nachfrage: "Die Dinge, die da abgelaufen sind, sind extrem schwierig zu bewerten. Ein ruhiges Arbeitsklima ist natürlich immer gut für den Erfolg. Aber ich war da nicht beteiligt. Meine Mutter hat immer gesagt: Wenn sich im Kindergarten zwei streiten, misch dich da bitte nicht ein."

Nun wird Nagelsmann mit Salihamidzic selbst zusammenarbeiten - und wohl auch zahlreiche Kader-Entscheidungen zu klären haben. Fest steht: Seinen derzeitigen Abwehrchef wird der Coach auch in München trainieren. Der Wechsel von Dayou Upamecano von RB zum deutschen Rekordmeister steht bereits seit Monaten fest. Weitere Leipziger Profis will Nagelsmann laut eigener Aussage aber nicht "mitnehmen". Es sei "ganz normal, dass ich jetzt nicht anfange, an den Spielern herumzugraben und die in meinen Bus einpacke." Anders sieht es bei seinem Trainerteam aus: "Benjamin Glück und Timmo Hardung haben mich von Hoffenheim nach Leipzig begleitet. Die werden mich dann auch nach München begleiten."