11. September 2021 / 19:04 Uhr

Julian Nagelsmann: So empfingen die RB-Fans den Bayern-Trainer in Leipzig

Julian Nagelsmann: So empfingen die RB-Fans den Bayern-Trainer in Leipzig

Matthias Roth
Leipziger Volkszeitung
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann wurde bei seiner Rückkehr nach Leipzig mit Pfiffen empfangen.
Bayern-Trainer Julian Nagelsmann wurde bei seiner Rückkehr nach Leipzig mit Pfiffen empfangen. © IMAGO/Picture Point LE/Matthias Koch/Montage
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Die Diskussionen im Vorfeld waren heiß und intensiv: Wie umgehen mit Julian Nagelsmann, den so mancher RB-Leipzig-Fan inzwischen als "Lügenbaron" betitelt? Die Rückkehr des Trainers in die Red Bull Arena gestaltete sich am Samstagabend dann einigermaßen unerwartet.

Leipzig. Der große Protest gegen Bayern-Trainer Julian Nagelsmann ist am Samstagabend beim Spiel gegen RB Leipzig ausgeblieben. Ihren Unmut gegen den nach München abgewanderten Trainer zeigten die Anhänger der Roten Bullen dann aber doch einmal kurz und heftig. Auch zwei ehemalige Spieler standen im besonderen Fokus der Leipziger Anhänger.

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Die Rückkehr von Nagelsmann an seine alte Wirkungsstätte verlief am Samstagabend völlig anders ab als zunächst erwartet. Dauerhafte Pfiffe und Schmähgesänge gegen den Coach waren im Vorfeld erwartet und in der Fanszene kontrovers diskutiert worden.

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Und im Stadion? Als Nagelsmann um Punkt 18 Uhr den Innenraum der Red Bull Arena für ein erstes TV-Interview betrat, erntete er kurz heftige Pfiffe aus dem Rund. „Ich fand die Stimmung sehr gut im Stadion. Dass ein paar vor dem Spiel gepfiffen haben auf dem Weg zu Lothar (Interview mit Lothar Matthäus für Sky, Anm. der Red.), das war gar nicht so schlecht. Da war ich fokussiert bei den teilweise schwierigen Fragen, die mir gegenüberstanden.“

Es folgten keine weiteren Reaktionen der Leipziger gegen den Coach. So war es auch bei der Verlesung der Gäste-Aufstellung. Den Namen des ehemaligen RB-Spielers Dayot Upamecano hörten sich die Zuschauer ohne jede Regung an. Die Ersatzspieler um Marcel Sabitzer wurden gar nicht erst durchgesagt.

Als der Österreicher dann allerdings in der 59. Minute eingewechselt wurde, kochte die Fanseele für wenige Sekunden mit einem gellenden Pfeifkonzert hoch. Auch bei anschließenden Ballberührungen ging das so weiter. Sabitzer nach dem Spiel: „Es war schon ein bisschen komisch beim Reinkommen, ins Wohnzimmer quasi. Ich wusste, es ist eine spezielle Situation. Es ist mir nahe gegangen, habe mich hier immer korrekt verhalten."

Eine Choreo gab es im Übrigen nicht. Lediglich ein Spruchband in Sachen Nagelsmann und eines Ex-Spielers wurde im Fanblock gezeigt. "Joshua, Julian, reibt Euch die Hände und lacht, einen Namen habt Ihr Euch hier sowieso nie gemacht", war dort zu lesen. Und außerdem: „@Joshua – in Leipzig gelernt zu siegen und nun der bayrischen Arroganz verfallen.“


Auf eine Choreo hatten die RB-Fans verzichtet. Ein Spruchband in Sachen Nagelsmann gab es dann aber doch.
Auf eine Choreo hatten die RB-Fans verzichtet. Ein Spruchband in Sachen Nagelsmann gab es dann aber doch. © imago/Picture Point LE

Doch warum stand plötzlich auch noch Joshua Kimmich in der Kritik? Der Nationalspieler hatte RB Leipzig schließlich schon 2015 in Richtung Bayern verlassen. Es war eine Reaktion auf eine Aussage nach dem gewonnen Supercup-Finale gegen Borussia Dortmund. „Wir haben ihm direkt mal gezeigt, dass das nicht Leipzig ist, sondern Bayern. Da kann man auch mal ein Finale gewinnen“, hatte er in Richtung seines Neu-Trainers Nagelsmann gesagt. Mit RB hatte der Coach das Pokalfinale gegen Dortmund zuvor klar mit 1:4 verloren.