21. August 2017 / 17:49 Uhr

Jung, hungrig - sucht: Ex-Lübecker Dietmar Hirsch beim VfB Oldenburg freigestellt

Jung, hungrig - sucht: Ex-Lübecker Dietmar Hirsch beim VfB Oldenburg freigestellt

Christoph Staffen
SPORTBUZZER-Nutzer
Der Ex-Lübecker Dietmar Hirsch ist nicht mehr länger Trainer beim VfB Oldenburg USER-BEITRAG
Der Ex-Lübecker Dietmar Hirsch ist nicht mehr länger Trainer beim VfB Oldenburg © imago sportfotodienst
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Für den 45-Jährigen kommt die Entscheidung überraschend

Am Sonntag hatte er sich noch die Regionalliga-Partie des nächsten Gegners SC Weiche Flensburg beim Lüneburger SK angesehen. Doch Dietmar Hirsch wird das Team des VfB Oldenburg am Samstag nicht mehr selbst als Trainer betreuen – er wurde am Montag von seinen Aufgaben freigestellt.

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Noch am Sonntag hatte es für Hirsch von Oldenburgs Sportdirektor Ralf Voigt Rückendeckung gegeben. Auf die Frage, ob Hirsch die Mannschaft noch erreichen würde, hatte Voigt geantwortet: „Wir sind zurzeit davon überzeugt, dass das so ist.“ Allerdings hatte er noch hinzugefügt: „Sollte es irgendwann nicht mehr der Fall sein, so werden wir sicher handeln.“ Der Fall schien wohl über Nacht eingetreten zu sein: Als Hirsch, der in der Saison 2008/2009 Sportlicher Leiter beim VfB Lübeck war, am Montag in Oldenburg das Training vorbereiten wollte, wurde ihm mitgeteilt, dass er freigestellt sei. Als Grund wurde die „ausbleibende Weiterentwicklung der Mannschaft“ genannt. Hirsch selbst sieht es anders: „Mit der Arbeit des Trainerteams bin ich zufrieden und kann sehr wohl eine positive Entwicklung sehen. Wir haben viele junge Spieler integriert und aus der Jugend und aus unteren Ligen in die Regionalliga geführt. Zudem haben wir uns punktuell verstärkt, aber dieser Prozess braucht nunmal auch Zeit.“

Hirsch hatte die Oldenburger im September 2015 nach vorherigen Trainerstationen beim SV Schackendorf, FC Sylt, SV Elversberg und der Vereinigung der Vertragsfußballer übernommen und am Ende Regionalliga-Platz zwei belegt. Nach dem achten Rang in der Vorsaison verlief der Auftakt in die neue Spielzeit holprig: Dem umjubelten 2:0 im Landespokal gegen Drittliga-Aufsteiger SV Meppen folgte das peinliche Aus beim 1:2 gegen Oberligist Spelle. In der Regionalliga folgte nach dem 0:2 im Auftaktspiel bei seinem Ex-Klub auf der Lübecker Lohmühle ein 0:0 gegen Rehden. Beim 2:1 gegen Aufsteiger Altona gelang der erste Sieg, ehe die Partie am Freitag gegen die bis dahin sieglose Elf von Eintracht Braunschweig II mit 1:2 verloren wurde.


Beim VfB Lübeck beendete Dietmar Hirsch 2008 seine aktive Laufbahn und wurde anschließend Sportlicher Leiter bei den Grün-Weißen
Beim VfB Lübeck beendete Dietmar Hirsch 2008 seine aktive Laufbahn und wurde anschließend Sportlicher Leiter bei den Grün-Weißen © Wolfgang Maxwitat

„Vielleicht ist es heute so im Geschäft, dass man sich nach nur ein paar Spielen gleich vom Trainer trennt“, kommentierte Hirsch sein Aus in Oldenburg. Mit ihm muss auch sein Co-Coach Eric Meißner gehen. Interimsweise übernimmt Sportdirektor Ralf Voigt das Training der Niedersachsen. „Schade, ich hätte hier gerne weitergemacht, zumal auch einige Spieler wegen des Trainers zum VfB gekommen sind“, bedauert Hirsch die Entscheidung, „nach nur, drei, vier Spielen. Aber Fußball ist nunmal ein Tagesgeschäft, und die Entscheidungen muss ich akzeptieren. Als Spieler ist es leichter. Wenn du kaum noch Einsätze hast, kannst du dir ausrechnen, dass nicht mehr mit dir geplant wird. Für einen Trainer kommt das meistens überraschender.“ Nach seiner Station in Oldenburg geht es demnächst zurück zu seiner Familie, die in die Nähe von Mönchengladbach am Niederrhein wohnt. Lust auf Fußball hat Hirsch trotzdem weiter: „Nach der neuen – und für mich bislang auch sehr kurzen – Saison brauche ich keine Pause. Ich bin jung, hungrig – und auf der Suche. Vielleicht ergibt sich ja bald etwas Neues.“ Als Spieler lief Hisch von der Saison 1993/94 bis 2009/10 unter anderem für Borussia Mönchengladbach, MSV Duisburg, Hansa Rostock und den VfB Lübeck auf, bei dem er seine aktive Laufbahn 2008 beendete.