22. März 2017 / 20:45 Uhr

Junge Leute für links: Wird der VfL zur Goldgrube für den DFB?

Junge Leute für links: Wird der VfL zur Goldgrube für den DFB?

Pascal Mäkelburg
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Yannick Gerhardt, Jannes Horn und Gian-Luca Itter
Talente für die linke Seite: Die VfLer (v. l.) Yannick Gerhardt (23), Jannes Horn (20) und Gian-Luca Itter (18). © Roland Hermstein/dpa/Imago
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Gute Talente ausbilden? Das machen die Wolfsburger mit links! Mit Yannick Gerhardt und Jannes Horn stehen zwei hochtalentierte Linksverteidiger im Stamm-Aufgebot von Fußball-Bundesligist VfL; mit Gian-Luca Itter steht ein starkes Eigengewächs schon in den Startlöchern. Allen wird eine große Karriere prophezeit - und das auf einer Position, in der in Deutschland seit Jahren der Schuh drückt. Wird der VfL zur Goldgrube für den DFB?

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Seit Jahren kämpft die Nationalmannschaft mit Problemen auf der linken Abwehrseite. Bei großen Turnieren, wie der WM 2014 mit Benedikt Höwedes, mussten oft Manndecker das Loch hinten links stopfen. Diesen fehlte es aber an Offensivdrang, weshalb die Verantwortlichen des DFB fortlaufend auf neue Lösungen für diese Position drängten. Bisher mit wenig Erfolg: Im aktuellen Kader steht mit dem Kölner Jonas Hector lediglich ein gelernter Linksverteidiger im Aufgebot.

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In Wolfsburg sind gleich mehrere Talente in der Pipeline, die den Sprung zur A-Mannschaft schaffen könnten. Der 23-jährige Gerhardt durfte schon mal bei Nationaltrainer Joachim Löw reinschnuppern, gab Mitte November in Italien sein Debüt. Aber auch der erst 20-jährige Horn könnte schon bald auf Löws Radar erscheinen - sofern er seine guten Leistungen, wie zuletzt gegen Darmstadt, weiter bringt. Gegen die Lilien war er nicht nur wegen seiner Torvorlage der beste Wolfsburger: Defensiv ohne Probleme, im Spiel nach vorn mit Tempo und mit Offensivdrang - so, wie es sich jeder Trainer für das Umschaltspiel wünscht.

Das Thema Nationalelf ist bei erst acht Bundesligaspielen (fünf von Beginn an) für Horn natürlich noch weit weg, erst einmal möchte sich der gebürtige Braunschweiger im Bundesliga-Kader des VfL langfristig behaupten. „Dafür gebe ich Gas“, so Wolfsburgs Nummer 21. Eine große Zukunft hat ihm aber kein Geringerer als der gestandene Nationalstürmer Mario Gomez vorhergesagt: „Jannes kann ein großer linker Verteidiger werden.“

Ebenfalls eine goldene Zukunft wird Itter prophezeit. Der 18-Jährige durfte am vergangenen Freitag erstmals mit den Profis trainieren, stand einen Tag später überraschend im Bundesliga-Kader gegen Darmstadt. Itter ist ein hochdekorierter Jugendspieler, ist amtierender Gewinner der renommierten Fritz-Walter-Medaille in Gold als bester U-17-Spieler Deutschlands - er gewann diesen Preis vor Kai Havertz, der für Bayer Leverkusen schon in der Champions League spielte.

Trotz der Vorschusslorbeeren: „Man sollte mit Jugendspielern immer ruhig umgehen“, mahnt VfL-Trainer Andries Jonker. Sorgen, dass sich die drei Talente für diese eine Position auf den Füßen stehen, gibt es nicht. Zumal Gerhardt auch im Mittelfeld und Horn im Abwehrzentrum eingesetzt werden kann. Jonker: „Bisher konnte ich aber noch nichts ausprobieren.“ Olaf Rebbe, Wolfsburgs Sportlicher Leiter, dazu: „Es macht uns stolz, dass wir solche Spieler entwickeln.“ Vielleicht macht es auch bald den DFB stolz...