30. März 2019 / 08:15 Uhr

Junge Schiedsrichter der SG Leipzig-Bienitz träumen von der Bundesliga

Junge Schiedsrichter der SG Leipzig-Bienitz träumen von der Bundesliga

Jan Jüttner
Engagiert und selbstbewusst: Die jungen Schiedsrichter Oliver Rudolph, Cornelius Schlittgen, Selina Berus und Yannick Luca Voigt (v. l.).
Engagiert und selbstbewusst: Die jungen Schiedsrichter Oliver Rudolph, Cornelius Schlittgen, Selina Berus und Yannick Luca Voigt (v. l.). © Jan Jüttner
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Die SG Leipzig-Bienitz hat eines der jüngsten Schiedsrichterteams in Deutschland. Vereinspräsident Andre Schneider ist stolz auf "seinen" Schiri-Nachwuchs und kämpft gegen den Abwärtstrend

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Leipzig. Sie sind begehrt, überall in Deutschland werden sie dringend gesucht, denn es gibt einfach zu wenige von ihnen. Die Rede ist von jungen Menschen, die sich ehrenamtlich Wochenende für Wochenende auf den Sportplätzen des Landes einfinden,um 90 Minuten lang für Disziplin auf dem Fußballplatz zu sorgen. Die Rede ist von Nachwuchs-Schiedsrichtern. Doch bei der SG Leipzig-Bienitz können sie sich über die mangelnde Anzahl von jungen Schiedsrichtern nicht beschweren. Unter anderem gehören Oliver Rudolph (17), Cornelius Schlittgen (18), Selina Berus (16) und Yannick Luca Voigt (13) zum Team.

Jüngstes Schiedsrichterteam des DFB

Mit einem Durchschnittsalter von 15,3 Jahren gehören sie zum jüngsten Schiedsrichterteam des DFB. Doch was begeistert die jungen Refeeres an ihrem Hobby? „Es ist toll, die Kontrolle auf dem Platz zu haben, dazu kommt das Zusammenspiel von Bewegung und Koordination“, erzählt Cornelius Schlittgen. Der 13-jährige Yannick Luca Voigt pfeift erst seit letztem Jahr und leitet Partien auf dem Kleinfeld bis zur D-Jugend. „Ich war letztes Jahr der Jüngste in meinem Lehrgang. Es hilft mir meine Persönlichkeit zu stärken“, erklärt der Nachwuchs-Referee stolz. Oliver Rudolph hat für die Einsätze an der Pfeife sogar seine Fußballerschuhe an den Nagel gehängt. „Da die Spiele nahezu zeitgleich am Wochende stattfinden, muss man sich für eines entscheiden.“

Die 16-jährige Selina Berus pfeift in der A-Jugend Landesklasse der Frauen. Da kommt es schon einmal vor, dass sie Spiele leiten muss, in denen ihre Freundinnen gegen den Ball treten. „Klar ist es etwas komisch, wenn man die Zweikämpfe der Freundinnen oder Freunde bewerten muss, aber man muss trotzdem immer versuchen, objektiv zu bleiben“, sagt sie. Von technischen Hilfsmitteln wie dem Videobeweis können die jungen Schiedsrichter auf Kreisebene nur träumen. „Die Bundesliga und wir, das sind verschiedene Welten“, so Cornelius Schlittgen. Oliver Rudolph ergänzt: „Der Schwerpunkt in der Kreisliga ist ein ganz anderer. Da brauchst du mehr die Gesamtkontrolle über das Spiel. Allein auf dem Feld kannst du gar nicht alles sehen, wie die Schiedsrichter in der Bundesliga mit ihren Assistenten.“ Yannick Luca Voigt, der Jüngste im Team, würde es daher reizen, in der höchsten deutschen Liga mitzumischen: „Man hegt schon den Traum, irgendwann vielleicht mal in der Bundesliga zu pfeifen.“

Schwieriges Pflaster Kreisfussball

Doch die Realität sieht anders aus. Schiedsrichter auf Kreisebene erhalten für eine Partie zwischen 11 bis 20 Euro zuzüglich Fahrtkosten. Dafür müssen die Unparteiischen zum Teil weite Wege auf sich nehmen und viel Zeit investieren. Hinzu kommen nicht selten üble Sprüche oder Beleidigungen von Trainern oder Zuschauern bei kniffligen Entscheidungen. „Die Anfeindungen von der Seitenlinie musst man meistern. Das ist unser Anspruch“, sagt Cornelius Schlittgen selbstbewusst. Dennoch ist der Job auf dem Platz nicht einfach.

Vereinspräsident Andre Schneider freut sich über seinen Schiri-Nachwuchs. „Ich bin sehr zufrieden mit unserer Jugend, denn im Kreis gibt es zu wenige Schiedsrichter. Vor allem im fortgeschritenen Alter wird es immer schwieriger, die Schiedsrichterei mit dem Beruf und dem Partner oder der Familie in Einklang zu bringen“, weiß er. Umso glücklicher sind sie bei der SG über ihre Schiedsrichterjugend – und wer weiß, vielleicht schafft es einer von ihnen mal bis in die Bundesliga.

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