25. September 2021 / 11:10 Uhr

"Haben Jungs, die Druck machen": 96-Trainer Zimmermann froh über Qual der Wahl

"Haben Jungs, die Druck machen": 96-Trainer Zimmermann froh über Qual der Wahl

Jonas Szemkus
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hannovers Spieler feiern Linton Mainas Tor zum 3:0 bei Holstein Kiel.
Hannovers Spieler feiern Linton Mainas Tor zum 3:0 bei Holstein Kiel. © dpa
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Mehr Qualität und Breite im Kader, die Leistungskurve zeigt deutlich nach oben: Dennoch schaut Jan Zimmermann nicht auf die enge Tabelle, sondern vielmehr auf die Form seines Teams. Der Konkurrenzkampf belebt Hannover 96 - und sollte es dennoch eng werden in Sandhausen, hat der Trainer gute Optionen in der Hinterhand.

Die 2. Liga zeigt sich wie vor der Saison erwartet: spielstark und eng in der Tabelle. Und nach zwei Siegen in Folge ist 96 wieder mittendrin im Rennen, sich bestmöglich in Stellung zu bringen. Den Blick auf die Tabelle verkneift sich Trainer Jan Zimmermann dennoch meist. „Klar guckt man immer mal hin, wie es so aussieht. Aber das ist im Moment nicht wirklich repräsentativ“, findet er – und knüpft Erfolg (erst mal) nicht an Tabellenplätze. Die 96-Ziele seien ohnehin anders formuliert: „Wir wollen uns entwickeln.“

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Entwickelt hat sich bei 96 vorm Sonntag-Spiel gegen Sandhausen (13.30 Uhr, HDI-Arena) vor allem die Qualität im Kader, auch in der Breite sieht es besser aus. „Ich bin total froh, dass wir jetzt darüber diskutieren, wen wir spielen lassen, weil wir so gute Alternativen haben und nicht andersrum, weil wir hoffen, dass wir überhaupt wen spielen lassen können“, betont der 96-Trainer. Zimmermann ist froh über die Qual der Wahl, auch wenn es ihm immer „relativ schwer“ falle, „Spieler auf die Bank zu setzen. Aber am Ende geht’s um Leistung und wer sich am besten präsentiert.“

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"Wir haben jetzt eine Menge Jungs, die schieben, die in die Mannschaft wollen, die Druck machen."

Zwei Beispiele für Zimmermanns Optionen: Luka Kranjc präsentierte sich bei seinem Startelfdebüt gegen Kiel in starker Verfassung, da lobte auch der Trainer. Der Innenverteidiger wird aber wohl trotzdem aus der ersten Elf rutschen, schließlich ist der Kapitän Marcel Franke zurück nach der Magen-Darm-Geschichte. Ein noch engeres Kopf-an-Kopf-Rennen herrscht seit Wochen auf der rechten Abwehrseite zwischen Jannik Dehm und Sei Muroya. Dehm hatte zuletzt die Nase etwas vorne. Allerdings musste er gegen Kiel in der Halbzeitpause angeschlagen raus, und Muroya übernahm mit gleicher Qualität. Zimmermann begeistert: „Wir haben jetzt eine Menge Jungs, die schieben, die in die Mannschaft wollen, die Druck machen. Wir sind jetzt in der Lage, auf viele Situationen zu reagieren. Das hilft uns ja dann gesamtheitlich als Mannschaft.“

Und das wiederum hilft auch in der Tabelle. Dort sieht es für 96 nach dem mauen Start schon besser aus. Hannover kann mit einem Sieg gegen Sandhausen – es wäre der dritte in Folge – weiter klettern. Zimmermann will die Möglichkeiten aber nicht überbewerten: „Zwischen Platz 14 und 4 liegt eine Handvoll Punkte, da kann man natürlich schnell ein paar Plätze gutmachen“, bestätigt der 96-Trainer, „aber man kann sie auch verlieren. Deshalb macht’s einfach mehr Sinn, aktuell auf die Form zu gucken, statt auf die Tabelle. Das machen wir, damit fahren wir gut.“

Die Formkurve bei 96 zeigt deutlich nach oben, die Entwicklung stimmt. Bei den Siegen gegen St. Pauli (1:0) und in Kiel (3:0) überzeugte Zimmermanns Mannschaft auch sportlich. „Wir haben eine gute Balance zwischen Spaß und guter Stimmung, aber auch Ernsthaftigkeit und Konzentration“, lobt der Trainer. „Die müssen wir mitnehmen.“ Und wenn’s eng wird, hat Zimmermann ja noch ein paar gute Optionen in der Hinterhand.