31. Mai 2019 / 18:24 Uhr

Jürgen Klopp über Final-Fluch: „Manchmal sitze ich im Zimmer und hadere mit dem Schicksal“

Jürgen Klopp über Final-Fluch: „Manchmal sitze ich im Zimmer und hadere mit dem Schicksal“

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Liverpools Trainer Jürgen Klopp ist vor dem Champions-League-Finale gegen Tottenham optimistisch.
Liverpools Trainer Jürgen Klopp ist vor dem Champions-League-Finale gegen Tottenham optimistisch. © dpa / UEFA
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Vor dem Champions-League-Finale zwischen dem FC Liverpool und Tottenham Hotspur am Samstag zeigt sich „Reds“-Trainer Jürgen Klopp auf der Pressekonferenz entspannt, optimistisch und mit Blick auf seine schwache Finalbilanz sogar angriffslustig.

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Jürgen Klopp freut sich vor dem Finale der Champions League zwischen seinem FC Liverpool und Tottenham Hotspur am Samstag (21 Uhr; hier im SPORTBUZZER-Liveticker) über die Unterstützung, die seine „Reds“ aus Deutschland erfahren. „Ich fände es schon hart, wenn in Deutschland mehr Leute für Tottenham wären als für Liverpool“, sagte der Ex-Dortmunder auf der Pressekonferenz vor dem Duell der beiden englischen Mannschaften in Madrid. „Haben sie überhaupt einen deutschen Spieler? Son zählt nicht, der ist Südkoreaner, auch wenn er perfekt Deutsch spricht“, scherzte der sichtlich gelöste Trainer. „Wir haben mit mir und Joel Matip (der Kameruner ist in Deutschland geboren und aufgewachsen, d. Red.) zwei Deutsche, die sogar den BVB und Schalke 04 vereinen – natürlich ist Deutschland da für uns!“

Die Tatsache, dass er bereits sechs Endspiele verloren hat, belastet den 51-Jährigen offenbar nicht. „Würde ich mich selbst als Loser sehen, dann hätten wir ein Problem“, betonte Klopp. „Jedes Finale war anders. Es waren andere Umstände, andere Gegner. Ich weiß, wohin die Frage führen soll, aber das haben wir ja schon besprochen.“ Und weiter: „Wenn ich persönlich der Grund wäre, dass meine Teams sechs Endspiele nacheinander verloren haben, dann müsste man sich morgen Sorgen machen. Aber: Jedes Spiel ist anders.“ Seine Karriere sei allerdings nicht von Pech verfolgt gewesen. Aus allem, was in der Vergangenheit passiert sei, könne er Lehren ziehen.

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Jürgen Klopp hat in seiner Karriere bereits einige emotionale Szenarien erlebt. Der <b>SPORT</b>BUZZER zeigt die magischen Momente des Jürgen Klopp.  Zur Galerie
Jürgen Klopp hat in seiner Karriere bereits einige emotionale Szenarien erlebt. Der SPORTBUZZER zeigt die magischen Momente des Jürgen Klopp.  ©
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Final-Niederlage gegen Madrid „war ein Startpunkt für die nächsten Schritte“

Vor allem die Final-Niederlage im Vorjahr gegen Real Madrid sei wichtig für die Entwicklung der „Reds“ gewesen. Klopp: „Es war vielleicht ein Startpunkt für die nächsten Schritte. In vielen Aspekten sind wir reifer geworden. Wir haben gegen einen haushohen Favoriten verloren. Wir waren überrascht, dass wir ins Finale gekommen sind, und haben auf dem Weg dahin tolle Spiele abgeliefert.“

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Für Klopp ist es bereits das dritte Endspiel. 2013 und 2018 ging er als Verlierer vom Platz. „Ich bin ein ganz normaler Mensch“, sagte der langjährige Trainer von Mainz 05 und Borussia Dortmund. „Manchmal sitze ich auch in meinem Zimmer und hadere mit meinem Schicksal.“ Aber die Leistungen der Vergangenheit würde zu oft auch gering geschätzt. „Seit 2012 war ich fast jedes Jahr mit meinen Teams in einem Finale. Vielleicht bin sogar ich Weltrekordhalter im Gewinnen von Halbfinals. Ich könnte ein Buch darüber schreiben, aber das würde niemand kaufen“, frotzelte Klopp, der mit den „Reds“ 2016 auch das Finale der Europa League verlor. Seither habe man einen weiten Weg zurückgelegt und sei „reifer geworden“.

Roberto Firmino kann gegen Tottenham spielen

Gegen die Spurs kann der Deutsche wieder auf den langjährigen Hoffenheimer Roberto Firmino setzen. Der brasilianische Torjäger ist rechtzeitig fit geworden. Ob der 27-Jährige auch in der Startelf steht, wollte Klopp aber noch nicht verraten. Als mögliche Alternativen für „Bobby“ stehen die Angreifer Divock Origi (der im Halbfinale gegen Barcelona zum Helden wurde) und Daniel Sturridge bereit.

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Jürgen Klopp und sein ewig wiederkehrender Alptraum von Endspielen. Das sind alle Finalspiele, die der Trainer des FC Liverpool bereits verloren hat.  ©

Einer, der am Samstag ganz sicher um 21 Uhr auf dem Rasen des Wanda Metropolitano stehen wird, ist Andrew Robertson. Der Schotte hat sich unter Jürgen Klopp auf der linken Abwehrseite zum unumstrittenen Stammspieler entwickelt – und lobte den Deutschen in den höchsten Tönen. „Seitdem ich hierher gekommen bin, hat Klopp den ganzen Klub verändert“, sagte der 25-Jährige. „Natürlich würden wir ihm gern eine Trophäe schenken, das wäre der nächste Schritt. Aber es geht nicht nur darum, eine Trophäe für ihn zu gewinnen.“

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