11. November 2019 / 13:27 Uhr

Kommentar: Taktik-Genie Jürgen Klopp hat den Liverpool-Fußball neu erfunden

Kommentar: Taktik-Genie Jürgen Klopp hat den Liverpool-Fußball neu erfunden

Sönke Gorgos
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jürgen Klopp jubelt nach dem deutlichen 3:1 gegen Meister Manchester City. Er hat in Liverpool die beste Mannschaft der Welt geformt.
Jürgen Klopp jubelt nach dem deutlichen 3:1 gegen Meister Manchester City. Er hat in Liverpool die beste Mannschaft der Welt geformt. © imago images/Montage
Anzeige

Das 3:1 des FC Liverpool gegen Manchester City kam in seiner Urgewalt einer Wachablösung in der Premier League gleich. Jürgen Klopp hat seinen ewigen Rivalen Pep Guardiola übertrumpft. Das hat aus Sicht von SPORTBUZZER-Redakteur Sönke Gorgos einen Grund: Klopp hat den Fußball transformiert.

Anzeige
Anzeige

Während Pep Guardiola noch fluchte und den Schiedsrichter beschimpfte, jubelte und grinste Jürgen Klopp schon mit seinen Spielern um die Wette. Das Duell der besten Trainer der Welt entschied der Boss des FC Liverpool für sich. Beim 3:1 fegten die Reds in einer Weise über Meister Manchester City hinweg, die einer Wachablösung gleichkam. Das Spiel war ein Spektakel und Liverpool schlicht besser. Klopp wird das freuen. Denn er weiß: In der aktuellen Form und mit neun Punkten Vorsprung auf City ist Liverpool kaum aufzuhalten.

30 Jahre ist es her, dass Liverpool sich bestes Team Englands nennen durfte. Seither wurden die Reds verspottet, weil sie immer das Nachsehen hatten. Erst gegen Alex Ferguson, der dem Rivalen den "Rekordmeister" abjagte. Dann gegen Arsenal, Chelsea und zuletzt ManCity. Klopp schickt sich an, diesen jahrelangen Frust beiseite zu fegen - und den ewigen Titel-Fluch in der Premier League zu brechen. Er würde sich unsterblich machen.

LFC-Coach Klopp nach dem Sieg über ManCity: "Redlich verdient"

Jürgen Klopp hat im letzten Jahr mit Liverpool eine neue Stufe erklommen

Klopp hat in den vergangenen Jahren einen ganzen Verein systematisch wiederbelebt. Er hat gezeigt, dass man auch in scheinbar auserzählten Geschichten noch neue Kapitel schreiben kann. Dass er dazu fähig ist, das ist nicht neu und fester Bestandteil der Klopp-DNA. Seit einigen Monaten geht der Deutsche aber den nächsten Schritt. Denn seinen aktuellen Erfolg nur mit der bekannten Emotionalität zu erklären, wird ihm nicht gerecht. Mit ihr hat er in Phase 1 den kompletten Verein infiziert. In Phase 2 hat er - und das lässt sich ohne Übertreibung sagen - den Fußball neu erfunden und bewiesen, dass er auch in Sachen Taktik längst auf Augenhöhe mit Guardiola spielt.

Mehr zum FC Liverpool

Das beste Beispiel sind seine Außenverteidiger Andrew Robertson und Trent Alexander-Arnold, die Klopp als offensive Waffen entdeckt und kultiviert hat. Gegen ManCity waren die beiden mit Tempo und langen Diagonalbällen nicht zum ersten Mal die entscheidenden Männer - zum Beispiel vor dem wunderschönen 2:0 durch Mo Salah. Guardiola wusste um die Gefahr, schließlich hatte er die offensiven Außenverteidiger moderner Prägung einst in Barcelona erfunden.

Klopp aber treibt die Idee seines Rivalen auf die Spitze, setzt Robertson und Alexander-Arnold als Spielmacher (!) ein, die mit blitzartigen Flanken- und Tempowechseln ein Albtraum selbst für Weltklasse-Gegenspieler und eine wahre Freude für die Abschlussspieler Salah, Firmino und Mané sind. Pfeilschnelle "Zehner" in der Abwehr, die gegnerische Defensivreihen mit einfachen Pässen zerlegen können, das Spiel immer wieder in die Breite ziehen und von ihren Mittelfeldspielern perfekt abgedeckt sind - so etwas gab es noch nie.

Das Team in Liverpool verkörpert Jürgen Klopps Ideen wie keines zuvor

Endlich, möchte man sagen, erntet Klopp, der beste Trainer der Welt, mit derart spektakulären taktischen Ideen das, was er seit vier Jahren gesät und sich übrigens auch redlich verdient hat. Und fast hat den Anschein, dass er dieses Team, das seine Trainer-Persönlichkeit noch besser verkörpert als seine Mannschaften in Mainz und Dortmund, von Beginn an genau so im Kopf hatte, wie es heute auf dem Platz steht. Jose Mourinho hat es perfekt formuliert: Klopp hat das Personal-Puzzle gelöst und Liverpool zu einer gut geölten Maschine aufgebaut. Mal ehrlich: Wen würde das wundern?

50 ehemalige Spieler des FC Liverpool und was aus ihnen wurde

Steven Gerrard, Fernando Torres und Mario Balotelli gehören fraglos zu den bekanntesten Spielern in der Geschichte des FC Liverpool. Doch was machen Sie heute? Der <b>SPORT</b>BUZZER hat sich auf Spurensuche begeben. Was machen 50 ehemalige Liverpool-Stars wie Michael Owen und Emile Heskey heute? Klickt Euch durch die Galerie! Zur Galerie
Steven Gerrard, Fernando Torres und Mario Balotelli gehören fraglos zu den bekanntesten Spielern in der Geschichte des FC Liverpool. Doch was machen Sie heute? Der SPORTBUZZER hat sich auf Spurensuche begeben. Was machen 50 ehemalige Liverpool-Stars wie Michael Owen und Emile Heskey heute? Klickt Euch durch die Galerie! ©
Anzeige

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt