27. Dezember 2018 / 19:20 Uhr

SPORTBUZZER-Meistercheck: Wer holt in England, Frankreich, Italien und Spanien den Titel?

SPORTBUZZER-Meistercheck: Wer holt in England, Frankreich, Italien und Spanien den Titel?

Sönke Gorgos
Twitter-Profil
Thomas Tuchel, Jürgen Klopp und Lionel Messi gehören zu den prägenden Figuren in Europas Topligen.
Thomas Tuchel, Jürgen Klopp und Lionel Messi gehören zu den prägenden Figuren in Europas Topligen. © imago/Getty/Montage
Anzeige

Der BVB ist in der Bundesliga das Maß aller Dinge. Aber wie klar sind die Verhältnisse in der Premier League, in Italiens Serie A oder in der Ligue 1 in Frankreich? Der SPORTBUZZER macht zwischen den Feiertagen den Meistercheck.

Anzeige

Diese Hinrunde werden Fans der Bundesliga wohl lange in Erinnerung behalten: Zu Weihnachten steht mal nicht der FC Bayern München ganz oben in der Tabelle - sondern der BVB aus Dortmund. Die zweite Saisonhälfte verspricht spannend zu werden wie lange nicht mehr.

Eine solche Spannung würden sich Fans in anderen Topligen wünschen - denn nicht überall ist es so knapp wie in Deutschland. Der SPORTBUZZER wirft im Meistercheck einen Blick auf Premier League, Ligue 1 & Co. - wie sieht's zwischen den Feiertagen in Europas Spitzenligen aus?


Frankreich, Ligue 1

Ein Vulkan: Perfektionist Thomas Tuchel gibt auch in Paris alles.
Ein Vulkan: Perfektionist Thomas Tuchel gibt auch in Paris alles. © Getty
Anzeige

Tabelle:

1. Paris Saint-Germain (17 Spiele, 47 Punkte)
2. LOSC Lille (19 Spiele, 34 Punkte)
3. Olympique Lyon (18 Spiele, 32 Punkte)

In seiner ersten Saison als Trainer von Paris St. Germain liegt Thomas Tuchel mit dem Meister der Vorjahre zumindest national voll im Soll. Der Vorsprung des Scheichklubs aus der Hauptstadt ist in der Mini-Pause (bis 12. Januar) bereits astronomisch. Unglaubliche 13 Punkte liegt PSG vor dem Tabellenzweiten Lille - die zudem bereits zwei Spiele mehr absolviert haben als Tuchels Pariser, deren Heimspiele durch die Proteste der "Gelbwesten" Anfang Dezember terminlich in Mitleidenschaft gezogen wurden. Der Meistertitel, übrigens der erste in Tuchels Profikarriere wäre, ist dem ambitionierten Ex-Dortmunder eigentlich nicht mehr zu nehmen.

Auf internationalem Parkett drohte den Franzosen lange Zeit das Ausscheiden, in der "Todesgruppe" mit Liverpool und Neapel klappte es nach Siegen gegen die "Reds" und Roter Stern Belgrad am Ende aber sogar mit dem Gruppensieg. National fehlt es an Konkurrenz: Lille spielt zwar eine gute Saison, hat aber nicht die finanziellen Mittel und muss im Winter möglicherweise sogar seine Offensivstars Nicolas Pépé und Thiago Mendes verkaufen. Anderen wie Olympique Lyon auf Platz drei oder den Verfolgern Montpellier, AS Saint-Etienne und Marseille fehlt es an der Konstanz.

25 ehemalige PSG-Spieler und was aus ihnen wurde

Sie waren die Superstars von Paris St.-Germain: Ronaldinho, David Beckham und Zlatan Ibrahimovic spielten für den Klub aus Frankreich - das machen sie heute! Zur Galerie
Sie waren die Superstars von Paris St.-Germain: Ronaldinho, David Beckham und Zlatan Ibrahimovic spielten für den Klub aus Frankreich - das machen sie heute! ©

Die Saison des ehemaligen Serienmeisters Lyon wird zudem von der Hängepartie um Weltmeister Nabil Fekir überschattet. Ganz schlimm sieht es für die AS Monaco aus. Unter Trainer-Superstar Thierry Henry verläuft die Saison bislang wie ein einziger großer Albtraum. Trotz Stürmer Radamel Falcao und hoffnungsvollen Talenten wie Youri Tielemans und dem deutschen Nationalspieler Benjamin Henrichs stehen die prominent besetzten Monegassen nur auf dem vorletzten Platz der Ligue 1. Der Rückstand auf das rettende Ufer ist bereits beträchtlich - der einstige Hauptkonkurrent von PSG liegt bereits 34 Punkte hinter Tuchels designiertem Meister zurück.


Spanien, La Liga

Eine Urgewalt: Lionel Messi spielt eine überragende Saison.
Eine Urgewalt: Lionel Messi spielt eine überragende Saison. © imago/Pro Shots

Tabelle:

1. FC Barcelona (17 Spiele, 37 Punkte)
2. Atlético Madrid (17 Spiele, 34 Punkte)
3. FC Sevilla (17 Spiele, 32 Punkte)

Messi, Messi, Messi, MESSI! Der Argentinier ist einmal mehr der überragende Spieler der spanischen Liga. Mit dem FC Barcelona steht der 31-Jährige zur Weihnachtspause nicht nur an der Spitze der La Liga, sondern führt in sämtlichen relevanten Statistiken Europas, die einen Spieler der Extraklasse vom Rest trennen: Er schoss die meisten Tore in den besten fünf Ligen Europas (neben Spanien sind das England, Deutschland, Italien und Frankreich), bereitete die meisten Treffer vor, vollendete die meisten Dribblings, spielte die meisten Torchancen heraus, schoss die meisten Freistöße ins Tor und spielte die meisten Schlüsselpässe. Verrückt: Im Herbst fehlte er drei Wochen lang wegen eines Armbruchs.

Mehr zum Thema

Trotz dieser wahnsinnigen Messi-Saison (26 direkte Torbeteiligungen in 15 Spielen) hat Barcelona mit dem überragenden deutschen Torwart Marc-André ter Stegen nur drei Punkte Vorsprung an der Tabellenspitze. Das liegt vor allem an Atlético Madrid. Das Team von Diego Simeone beeindruckt einmal mehr mit fast schon brutaler Effizienz, ließ in 17 Spielen nur zwölf Gegentore zu. Schlechter läuft es beim Lokalrivalen Real, immerhin Seriensieger der Champions League. Das Experiment Julen Lopetegui scheiterte kläglich, Nachfolger Santiago Solari stabilisierte den schlingernden Giganten aber und feierte kurz vor Weihnachten den Titel bei der Klub-WM. Rang vier und acht Punkte Rückstand auf Barca sind trotzdem kein Ruhmesblatt.


Italien, Serie A

Eine Macht: Cristiano Ronaldo steht mit Juventus Turin unangefochten an der Spitze.
Eine Macht: Cristiano Ronaldo steht mit Juventus Turin unangefochten an der Spitze. © Getty

Tabelle:

1. Juventus Turin (18 Spiele, 50 Punkte)
2. SSC Neapel (18 Spiele, 41 Punkte)
3. Inter Mailand (18 Spiele, 36 Punkte)

Same procedure as every year! Zwar ist in diesem Fall nicht - wie im berühmten Silvester-Stück "Dinner For One" - die alte Miss Sophie gemeint, eine "alte Dame" steht aber trotzdem im Fokus: Juventus Turin. Wie in jedem der vergangenen Jahre hat Juve eine unangefochtene Tabellenführung in Italien inne. Auch das magere 2:2 am zweiten Weihnachtstag bei Atalanta Bergamo ändert daran nichts, weil Verfolger SSC Neapel mit Ex-Bayern-Trainer Carlo Ancelotti bei Inter Mailand mit 0:1 unterlag. In Summe liegt Turin bereits neun Punkte vorn, der achte Meistertitel in Serie (!) ist dem Klub aus dem Piemont wohl nicht mehr zu nehmen.

25 ehemalige Spieler von Juventus Turin - und was sie heute machen

Cristiano Ronaldo ist in illustrer Gesellschaft, wenn es um große Namen bei Juventus Turin geht. 25 der größten Stars, die jemals bei der Alten Dame spielten - und was sie heute machen.   Zur Galerie
Cristiano Ronaldo ist in illustrer Gesellschaft, wenn es um große Namen bei Juventus Turin geht. 25 der größten Stars, die jemals bei der "Alten Dame" spielten - und was sie heute machen.   ©

Einen maßgeblichen Anteil daran hat der fünfmalige Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Der 33-Jährige kam im Sommer für 117 Millionen Euro von Real Madrid nach Turin und wusste auch beim neuen Klub zu überzeugen - trotz anfänglicher Tor-Krise. Nach dem Weihnachtsspieltag steht Ronaldo mit zwölf Toren auf dem zweiten Platz der Torjägerliste.

Nicht ganz so rund läuft es bei Spitzenklubs wie AS Rom und AC Mailand. Die Römer konnten sich durch den Sieg gegen Sassuolo immerhin auf den siebten Platz verbessern, spielen allerdings eine Saison unter ferner liefen. Kaum besser sieht's bei Milan aus: Trotz Mega-Investitionen in den vergangenen Jahren ist das Team von Gennaro Gattuso nur Sechster. Der vorläufige Tiefpunkt: Das trostlose 0:0 bei Kellerkind Frosinone am Mittwoch.


England, Premier League

Eine Einheit: Jürgen Klopp kann sich beim FC Liverpool auf seine überzeugende Defensive verlassen.
Eine Einheit: Jürgen Klopp kann sich beim FC Liverpool auf seine überzeugende Defensive verlassen. © Getty

Tabelle:

1. FC Liverpool (19 Spiele, 51 Punkte)
2. Tottenham Hotspur (19 Spiele, 45 Punkte)
3. Manchester City (19 Spiele, 44 Punkte)

Jürgen Klopp steht ganz dicht vor seinem Meisterstück! Der ehemalige Trainer von Borussia Dortmund steht in seiner vierten Saison in der Premier League vor dem ersten Titelgewinn mit dem FC Liverpool. Nach dem "Boxing Day" am zweiten Weihnachtsfeiertag und dem wiederholten Patzer von Meister Manchester City (1:2-Pleite gegen Leicester) haben die "Reds" bereits sechs Punkte Vorsprung auf den ersten Verfolger. Und das ist nicht mehr ManCity: Der Klub von Ex-Bayern-Trainer Pep Guardiola fiel auf den dritten Platz und wurde von Tottenham überholt. Die Londoner bezwangen Bournemouth dank einer entfesselten Offensive um Harry Kane, den ehemaligen Bundesliga-Star Heung-min Son und Christian Eriksen mit 5:0 und schoben sich vor Manchester.

Klopp auf Meisterkurs: 'Wir brauchen einen Tunnelblick'

Alle anderen Teams sind dagegen bereits zur Hälfte der Saison weit abgeschlagen - Chelsea (elf Punkte Rückstand auf Liverpool), Arsenal (13) und Manchester United (19) werden ins Titelrennen nicht mehr eingreifen können. United reagierte auf die sportliche Talfahrt in dieser Saison kurz vor Weihnachten mit der Entlassung von José Mourinho, der übergangsweise von Klubikone Ole Gunnar Solskjaer ersetzt wurde. Unter dem Norweger sammelte man bisher die maximale Punktzahl - mit dem Titel wird es aber definitiv nichts mehr.

Kann Klopp mit Liverpool wirklich Meister werden? Nach dem deutlichen 4:0 am "Boxing Day" gegen Newcastle United und den ehemaligen Liverpooler Erfolgstrainer Rafael Benitez scheinen die Weichen gestellt. Vor allem die bombensichere Defensive (nur sieben Gegentore, Weltklasse!) sorgt an der Mersey für frohe Festtage. Für den entthronten Ex-Rekordmeister wäre es das Ende einer langen Leidenszeit: Bereits seit 1990 wartet Liverpool auf einen Meistertitel - ganze Generationen von Trainern und Spielern arbeiteten sich am Mythos ab. Nun scheint "the normal one" Jürgen Klopp derjenige zu sein, der den Pokal wieder in die Stadt der Beatles holt...


Hier abstimmen: Kann ManCity Liverpool noch abfangen?

Mehr anzeigen

ANZEIGE: #GABFAF-T-Shirt plus gratis Gymbag! Der Deal of the week im SPORTBUZZER-Shop.

Die aktuellen TOP-THEMEN
Anzeige
Sport aus aller Welt