28. Dezember 2019 / 15:23 Uhr

Europas Top-Ligen im Meistercheck: Klopp und Tuchel obenauf - Spannung in Italien und Spanien

Europas Top-Ligen im Meistercheck: Klopp und Tuchel obenauf - Spannung in Italien und Spanien

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Jürgen Klopp und Thomas Tuchel liegen mit ihren Teams klar auf Titelkurs - in Italien und Spanien ist es spannend
Jürgen Klopp und Thomas Tuchel liegen mit ihren Teams klar auf Titelkurs - in Italien und Spanien ist es spannend © Getty/imago images/Sportimage/AFLOSPORT/Montage
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Der SPORTBUZZER wirft kurz vor dem Jahreswechsel einen Blick auf die Lage an den Tabellenspitzen der europäischen Top-Ligen. So sieht es im Titelkampf der Premier League, der Ligue 1, der Serie A und der Primera Division aus.

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Während sich RB Leipzig erstmals in seiner noch jungen Vereinsgeschichte die Herbstmeisterschaft sicherte und auch andere Klubs an der Bundesliga-Spitze für ungewohnte Spannung sorgen, ist die Titelfrage in anderen europäischen Top-Ligen schon jetzt fast geklärt. Besonders in England, wo Jürgen Klopp und der FC Liverpool ganz oben einsam ihre Runden drehen, dürfte Dramatik im Kampf um die Meisterschaft ausbleiben. Auch Thomas Tuchel und Paris Saint-Germain liegen in der französischen Ligue 1 klar auf Titelkurs. Eng geht es hingegen in Italiens Serie A und der spanischen Primera Division zu. Der SPORTBUZZER macht den Meistercheck in Europas Spitzenligen.

PREMIER LEAGUE

Tabelle

1. FC Liverpool (18 Spiele, 52 Punkte)

2. Leicester City (19 Spiele, 39 Punkte)

3. Manchester City (19 Spiele, 38 Punkte)

Eigentlich kann der FC Liverpool sich in der zweiten Saisonhälfte nur noch selber schlagen. Nach dem Boxing Day, der Demontage des unmittelbaren Verfolgers aus Leicester (4:0) und der Pleite von Meister ManCity in Wolverhampton (2:3) am Tag danach steht Jürgen Klopp mit seinen Champions-League-Siegern fast uneinholbar an der Spitze.

Von den ersten 18 Saisonspielen konnten die Reds 17 (!) gewinnen, eine aus Sicht von Arsenal-Legende Thierry Henry "abnormale" Leistung Liverpools gegen das Überraschungsteam aus Leicester beseitigte alle Zweifel. Klopp muss jetzt aufpassen, dass man sich der Sache in Anfield nicht schon zu früh zu sicher wird. Deshalb warnt er, wo er kann. Den Vorsprung in der Tabelle habe man "nicht einmal thematisiert", sagte der frühere BVB-Trainer, "es ist einfach nicht interessant".

Die Dominanz des Klub-Weltmeisters ist auch deshalb so beeindruckend, weil ManCity so schwächelt. Die Mannschaft von Pep Guardiola hat aus kaum ersichtlichen Gründen nicht nur an Glanz, sondern auch an Entschlossenheit verloren. Bezeichnend: Das Spiel in Wolverhampton hätten die Citizens noch im vorigen Jahr wohl für sich entschieden. Diesmal fehlte das Matchglück und das Durchhaltevermögen, um dem Titelkampf vielleicht nochmal einen Hauch von Spannung zu geben.

Für Liverpool wäre der Meistertitel das Ende einer historischen Leidenszeit. Zum letzten Mal wurden die Reds 1990 englischer Meister, ein Titelgewinn in der 1992 gegründeten Premier League gelang noch nie. Das haben Mannschaften wie die Blackburn Rovers, Leicester City oder Newcastle United dem Traditionsklub noch voraus. Noch. Wetten, dass sich das in diesem Jahr ändert?

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LIGUE 1

Tabelle

1. Paris Saint-Germain (18 Spiele, 45 Punkte)

2. Olympique Marseille (19 Spiele, 38 Punkte)

3. Stade Rennes (18 Spiele, 33 Punkte)

Thomas Tuchel strebt mit Paris Saint-Germain seinem zweiten Meistertitel entgegen - im Grunde kann auch in Frankreich nur ein Wunder-Lauf von Verfolger Marseille den Hauptstadtklub stoppen. Zu groß ist vor allem die individuelle Klasse von Neymar, Mbappé & Co. - auch wenn das Gefühl bleibt, dass die größten Stars in Tuchels Team eher an ihrem eigenen Abschied interessiert sind als an Erfolgen mit dem Klub.

Marseille spielt eine gute Saison, um an Paris dran zu bleiben, fehlt vor allem der letzte Punch in entscheidenden Situationen. Das lässt sich an der Tabelle ablesen: Wie PSG hat OM nur drei Niederlagen auf dem Konto. Während der Meister die anderen Spiele aber gewinnen konnte, spielte Olympique unter dem neuen Trainer André Villas-Boas fünf Mal Remis.

Auch der Tabellendritte aus Rennes weiß zu gefallen, kann die nominell stärker besetzen Klubs aus Lyon, Monaco und Lille zumindest nach aktuellem Stand hinter sich halten. Enttäuschend ist vor allem die Spielzeit von Ex-Dominator Lyon: das Team ist nur Zwölfter, Superstar Memphis Depay muss den Rest der Saison mit einem Kreuzbandriss passen.

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SERIE A

Tabelle

1. Inter Mailand (17 Spiele, 42 Punkte)

2. Juventus Turin (17 Spiele, 42 Punkte)

3. Lazio Rom (16 Spiele, 36 Punkte)

In Sachen Spannung waren Italiens Fußball-Fans in den vergangenen Jahren ähnlich gebeutelt wie die Anhänger der Bundesliga. Achtmal in Folge hieß der Meister zuletzt Juventus Turin - und nachdem der Rekordchampion im Sommer 2018 auch noch Cristiano Ronaldo verpflichtet hatte, schien sich Juves Dominanz noch weiter zu manifestieren. Doch weit gefehlt: Inter Mailand rüttelt in dieser Spielzeit kräftig am Thron des Serienmeisters, ging sogar als Tabellenführer in die Winterpause. Der neue Inter-Trainer Antonio Conte bastelte eine Mannschaft zusammen, die es mit der "Alten Dame" aufnehmen kann.

Besonders der für 65 Millionen Euro von Manchester United geholte Romelu Lukaku wurde schnell zu der erhofften Verstärkung, traf schon zwölfmal und hat damit sogar zwei Treffer mehr als Ronaldo auf dem Konto. Dennoch wäre es verwegen, die Mailänder als Top-Favoriten auf den Titel zu bezeichnen. Juventus ist abgezockt und dürfte mit zunehmender Amtszeit des neuen Coaches Maurizio Sarri noch homogener werden. Im Gegensatz zu Inter, das in der Gruppe von Borussia Dortmund scheiterte, marschierte Juventus souverän ins Achtelfinale der Champions League und unterstrich damit auch, dass die Winter-Tabelle der Serie A nicht mehr als eine Momentaufnahme ist.

Lazio Rom befindet sich als Tabellendritter mit sechs Punkten und einem Spiel weniger als das Spitzenduo ebenfalls noch in Lauerstellung. An eine echte Titelchance dürften aber wohl nur die optimistischsten Laziali glauben. Auch wenn der einstige BVB-Flop Ciro Immobile wieder nach Belieben trifft und die Torjägerliste mit 17 Treffern in 16 Spielen souverän anführt.

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PRIMERA DIVISION

Tabelle

1. FC Barcelona (18 Spiele, 39 Punkte)

2. Real Madrid (18 Spiele, 37 Punkte)

3. FC Sevilla (18 Spiele, 34 Punkte)

Auch in diesem Jahr lautet die Frage in der Primera Division: FC Barcelona oder Real Madrid? Seit 2004 machen die spanischen Vorzeigeklubs den Titel unter sich aus. Einzig das derzeit nur viertplatzierte Atletico Madrid durchbrach diese Dominanz kurzzeitig und wurde 2014 Meister. Aus Sicht der beiden Platzhirsche nicht mehr als ein Schönheitsfehler - auch wenn sich Real mittlerweile ein wenig in der Bringschuld befindet. In den letzten fünf Jahren jubelten viermal die Barca-Fans über die Meisterschaft.

Um so dringlicher ist der Titel-Auftrag an Toni Kroos & Co. in dieser Saison. Der Jahresendspurt verlief für Real allerdings alles andere als geplant. In den letzten drei Partien musste man sich jeweils mit Punkteteilungen begnügen, auch der Clasico in Barcelona endete unentschieden. Eine Serie, die das große Problem der Königlichen in dieser Spielzeit verdeutlicht: Es fehlt der letzte Killerinstinkt. Die Mannschaft von Trainer Zinedine Zidane verlor bisher zwar nur ein Punktspiel, musste sich aber schon siebenmal mit einem Remis begnügen. Die Folge: Barca kassierte zwar schon drei Pleiten, führt die Tabelle aber trotzdem mit zwei Zählern Vorsprung an.

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