12. Oktober 2021 / 17:29 Uhr

Justus Fischer kaum wiederzuerkennen: Recken-Spieler verliert bei U19-EM zehn Kilo 

Justus Fischer kaum wiederzuerkennen: Recken-Spieler verliert bei U19-EM zehn Kilo 

Merja Wohlfeil
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Justus Fischer (am Ball)
Justus Fischer deutlich erschlankt © Imago
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Der junge Kreisläufer der Recken konnte mit der U19 den EM-Titel gewinnen - und wurde zum "Player of the Match" gewählt. Dabei hat Justus Fischer während der Turnier-Strapazen zehn Kilogramm verloren.  

Weg ist er, der Babyspeck. Justus Fischer (18) ist nicht mehr wiederzuerkennen. Der junge Kreisläufer der Recken nahm während der U19-EM mit der DHB-Auswahl vor einigen Wo­chen in Kroatien gut zehn Kilo ab. Sein ursprüngliches Gewicht von 115 Kilo bei 1,93 Meter Körpergröße reduzierte sich schlagartig auf lausige 106 Kilo. „Ich kann allgemein auf Lehrgängen nicht so viel es­sen. Da wir in Kroatien waren, es dort sehr heiß war und wir so lange weg waren, ging das echt schnell“, berichtet Fi­scher.

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Das nächste Mal in Aktion sehen können Fans das Re­cken-Ta­lent am Donnerstag in der ZAG-Arena. Die TSV empfängt um 19.05 Uhr die Füchse aus Berlin. Das kriselnde Team um Trainer Christian Prokop will unbedingt mal wieder punkten und versuchen, die Fehler der letzten verlorenen Spiele auszubügeln. „Wir müssen immer weitermachen. Es bringt nichts rumzuheulen“, sagt Fischer zur aktuell schwierigen Lage, „wir müssen nach vorne schauen, un­se­re Fehler abschalten und besser zurückkommen.“

Mit Evgeni Pevnov, Ilija Bro­zo­vic und Bastian Ro­scheck stehen bei der TSV auf seiner Position drei ge­stan­de­ne Spieler vor ihm. Durch Pevnovs verletzungsbedingten Ausfall in den letzten Spielen rückte Fischer mehr in den Vordergrund, vor allem im Angriff. Auch unter Carlos Ortega hatte er schon in der Vergangenheit Einsatzzeiten in der Bundesliga.

Beim 16:38 in Wetzlar er­ziel­te er sein erstes Saisontor. „Das ist natürlich eine coole Sa­che, in der stärksten Liga der Welt ein bisschen mitzuzocken“, sagt Fischer stolz. Dennoch be­dau­ert er, dass er „von dem Leid eines anderen Spielers“ profitiert: „Das wünscht man keinem.“ Mit seiner Lage ist er zum jetzigen Zeitpunkt voll zufrieden: „Ich freue mich über jede Minute Spielzeit.“

Justus Fischer holt EM-Titel - und wird "Player of the Match"

Welches Ausmaß der Gewinn des EM-Titels vor einigen Wochen hat, ist für Fischer bis heute kaum zu realisieren. „Da hab ich neulich noch mit meiner Mutter drüber geredet, dass das alles noch so ein bisschen verrückt ist.“

Das DHB-Team war laut Fischer „als Underdog“ angetreten und ging oh­ne große Erwartungen in das Turnier. Im Verlauf der Europameisterschaft kam es zu deutlichen Siegen gegen große Nationen. „Wir haben uns in einen Rausch gespielt“, versucht Fischer das Erfolgsrezept seiner Mannschaft zu erklären. Be­schei­den erwähnt er gar nicht, dass er im Finale mit einer exzellenten Abwehrleistung zum „Player of the Match“ ge­wählt wurde.


Lehrer-Beruf und eigener Bauernhof: Das plant Justus Fischer für seine Zukunft

Mittlerweile ist der 18-jährige Schüler des Humboldt Gymnasiums in Hannover wieder in seinem Alltag angekommen. Bei den Recken unterschrieb er vor Kurzem bis zum Ende seiner Schulzeit einen Vertrag. „Darüber hinaus habe ich aber noch keine Ahnung“, sagt Fischer nachdenklich über seine sportliche Zu­kunft.

Dass der Kreisläufer nicht nur im Handball klare Ziele hat, wird bei seinen dualen Berufsplänen deutlich. Er ist überzeugt: „Ich werde Grundschullehrer und habe dann später einen Bauernhof. Das wusste ich schon immer.“