09. November 2020 / 11:09 Uhr

Jüterbog-Kapitän Bastian Lehmann: "Man ist in einem Tief, in dem dir nichts mehr gelingt"

Jüterbog-Kapitän Bastian Lehmann: "Man ist in einem Tief, in dem dir nichts mehr gelingt"

Kevin Päplow
Märkische Allgemeine Zeitung
Bastian Lehmann
Hat das Ziel Klassenerhalt noch nicht abgehakt: Bastian Lehmann. © Kevin Päplow
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Landesklasse Ost: Die Teams aus dem Fußballkreis Dahme/Fläming sind an der Tabellenspitze und in der Abstiegszone vertreten.

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Es herrscht Dramatik in der Landesklasse Ost. Im Aufstiegskampf und um das nackte Überleben im Tabellenkeller haben die ersten zehn Spieltage alles geboten, was dem Fan im Amateurlager das Herz höher schlagen lässt. Die Teams aus dem Fußballkreis Dahme/Fläming sind mittendrin und müssen nun auf Grund der angestiegenen Coronafallzahlen eine Zwangspause einlegen. Dem einen Vereinen kommt die Pause auf Grund von Verletzungen gelegen, einige hadern mit der Pause, weil ihr Lauf aus dem Nichts unterbrochen wurde. Der SPORTBUZZER schaut auf den Saisonstart und holte Statements der Betroffenen ein.

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Beim FC Viktoria Jüterbog lief der Saisonstart nicht wie geplant. Sieben Niederlagen in Folge sprechen Bände und der Viktoria steht seither das Wasser bis zum Hals. Anfängliche Verzweiflung, aber auch neue Hoffnung, verspürt man im Lager von Trainer Rigo Totsche. "Man ist in einem Tief, in dem dir nichts mehr gelingt. Es ist schwer, so aus dem Sog zu kommen. Es mussten zudem viele junge Spieler eingebaut werden, was von heute auf morgen nicht funktioniert. Wendepunkt war das 0:2 gegen Luckenwalde II, wo wir als Mannschaft kämpften. Danach lief es besser und ich bin davon überzeugt, dass wir die Klasse noch halten können", hofft Kapitän Bastian Lehmann. In den letzten beiden Partien gewann der FCV mit 2:1 gegen Blau-Weiß Markendorf und holte ein Remis in Peitz.

In Bildern: Eintracht Peitz und Viktoria Jüterbog trennen sich 1:1.

Die SG Eintracht Peitz (blaue Trikots) und Viktoria Jüterbog trennen sich 1:1-unentschieden. Zur Galerie
Die SG Eintracht Peitz (blaue Trikots) und Viktoria Jüterbog trennen sich 1:1-unentschieden. © Kevin Päplow

Vier Punkte aus den ersten beiden Spielen für den MTV Wünsdorf machten auf dem Burgberg derweil Appetit auf mehr. Unter dem neuen Trainer Matthias Fricke schien man beim MTV einen weiteren Schritt in die richtige Richtung zu gehen. Das Verletzungspech und die lange Sperre von Torjäger Kevin Böger machten die Hoffnungen, in den Folgewochen im oberen Tabellendrittel zu verweilen, aber schnell zunichte. "Wir mussten mit einem dünnen Kader von Woche zu Woche planen und die Mannschaft auf Kurs halten. Nach fünf punktlosen Spielen folgten mit dem Sieg gegen Peitz und dem Remis in Bestensee starke Mannschaftsleistungen. Deshalb ist es bitter, jetzt zu pausieren, weil wir Bock auf mehr haben. So können wir noch einen einstelligen Tabellenplatz erreichen", verkündet Torwart Helge Schiege. Aus privaten Gründen trat Trainer Fricke zurück. Sein Co-Trainer Detlef Schmidt übernahm den MTV und holte vier Zähler aus den ersten drei Begegnungen.

Helge Schiege
Hat Bock auf mehr: MTV-Torwart Helge Schiege. © Oliver Schwandt

Richtig Wirbel herschte in Zossen. Beim MSV hinkt man dem Anspruch ordentlich hinterher. Von vielen Experten in den erweiterten Kreis der Aufstiegsfavoriten gehoben, lief es zu Beginn auch recht gut. Der 5:1-Auftaktsieg gegen Union Bestensee bestätigte die klasse Platzierung aus dem Vorjahr. Der Corona-Vierte der letzten Spielzeit kassierte dann aber empfindliche Niederlagen gegen Müncheberg (2:5) sowie in Müllrose (0:5) und verabschiedete sich aus der Spitzengruppe. Nach der 1:3-Niederlage gegen die SG Niederlehme trat dann sogar Coach Noro Schwarz zurück. Unter dem Aufstiegstrainer Sven Schröder stabilisierte sich das Team wieder etwas. Das es zuletzt aber wieder zwei Niederlagen hagelte, macht ein Routinier an der fehlenden Konzentration fest. "Wir machen viele individuelle Fehler, darum stehen wir da, wo wir jetzt sind. Die Ergebnisse stimmen uns nicht zufrieden. Hinzu kamen Unruhen durch den Rücktritt des Trainers", erklärt Marc Gangur den bisherigen Saisonverlauf der Kreisstädter.

Marc Gangur
Spricht Klartext zum Abschneiden seiner Mannschaft: MSV-Routinier Marc Gangur. © Kevin Päplow

Beim FSV Eintracht Königs Wusterhausen blieb man trotz dreier Niederlagen zum Saisonstart entspannt. Der Lohn waren das Remis in Niederlehme und der erste Sieg gegen den MTV Wünsdorf. So langsam kletterte der Aufsteiger aus dem Keller ins gesicherte Mittelfeld und war richtig gut in Schuss. So kommt für den Präsidenten des Vereins die Zwangspause mehr als ungelegen. "Der Start war holprig und wir haben uns das schon etwas anders vorgestellt. Die Mannschaft hat sich aber schnell gefangen und nun haben wir einen kleinen Lauf. Hoffentlich wirft uns die Pause nicht aus der Bahn. Ziel bleibt aber ohne Frage der Klassenerhalt, sollte es tatsächlich ein einstelliger Tabellenplatz werden, übertrifft das alle Erwartungen", gibt Marcel Joachimsthaler bescheiden zu.

Eintracht KW
Geschlossen aus dem Tabellenkeller marschierte der FSV Eintracht KW. © Kevin Päplow

Ungewohnt auf dem zehnten Tabellenplatz rangiert der SV Grün-Weiß Union Bestensee. Die Elf von Trainer Thomas Niesler steht für Offensivspektakel, aber auch für eine löchrige Abwehr. 21 Gegentore sind für eine Mannschaft mit den gesetzten Ambitionen deutlich zu viel. Den Finger in die Wunde legt auch der Kapitän des Teams vom Todnitzsee. "Unsere Heimspiele bestreiten wir teilweise spektakulär mit vielen Toren. Auswärts müssen wir mehr punkten. Wir sind meiner Meinung nach eine der spielstärksten Teams der Liga, doch das Verletzungspech spielt uns übel mit. Wir mussten uns ständig Unterstützung aus der Reserve holen. Es muss in Bestensee noch einiges an Arbeit absolviert werden, um das Saisonziel zu erreichen", weiß Paul Niesler.

Paul Niesler
Auf dem SV Grün-Weiß Union Bestensee und Paul Niesler wartet noch viel Arbeit. © Kevin Päplow

Zwei herbe Pleiten in Peitz (1:4) und Woltersdorf (1:5) schmälern den guten Start der SG Niederlehme in die Spielzeit 2020/21 etwas. Auch weil man in beiden Begegnungen auf etliche Stammspieler verzichten musste. So kann man in Niederlehme das Ergebnis nicht hoch genug einschätzen. Torjäger Sebastian Groggert, Jonas Marsch und Florian Hellwig fallen mit Kreuzbandverletzungen aus. Thomas Mielke, Felix Heinecke oder Christopher Kringel standen dem Coach ebenfalls mehrfach nicht zur Verfügung. "Dafür, dass wir oftmals nicht optimal besetzt waren, ist das ein ordentliches Zwischenergebnis. Wir schauen, wie lange die Pause dauern wird und nutzen sie zur Regeneration. Wenn es dann wieder losgeht, gilt es, die Mannschaft zu verjüngen und eine sorgenfreie Saison zu spielen. Wir wollen möglichst im ersten Tabellendrittel landen", stellt Trainer Stephan Rosenberg klar.

Stephan Rosenberg
Ist mit dem bisherigen Saisonverlauf zufrieden: SGN-Coach Stephan Rosenberg © Kevin Päplow

Ein Spiel mehr auf dem Konto, sechs Zähler Vorsprung vor Verfolger Müncheberg und Spitzenreiter: Die Reserve vom FSV 63 Luckenwalde ist in der Landesklasse Ost das Maß der Dinge. Zufriedenheit pur herrscht also am Baruther Tor, wo der FSV II seine Heimspiele austrägt. Und auch der Trainer ist voll des Lobes über das Abschneiden seiner Jungs. "Wir hätten nicht gedacht, dass wir nach zehn Spielen noch ungeschlagen sind. Die Mannschaft hat sich besonders in den schweren Spielen gegen Luckau und Königs Wusterhausen gefestigt. Das freut mich persönlich sehr. Dass der Lockdown für uns da zur Unzeit kommt, ist klar. Wir wollen nach dem Restart dort weitermachen, wo wir gegen den MSV Zossen aufgehört haben", sagt Rainer Stock.

Rainer Block
Rainer Stock will mit seiner Elf auch nach dem Lockdown oben bleiben. © Frank Neßler

Die Tabellenstände der Mannschaften aus dem Fußballkreis Dahme/Fläming:

1. FSV 63 Luckenwalde II 32:11 Tore 28 Tore
5. SG Niederlehme 18:15 Tore 17 Punkte
10. Union Bestensee 24:21 Tore 11 Punkte
11. Eintracht KW 12:12 Tore 11 Punkte
12. MSV Zossen 17:22 Tore 10 Punkte
14. MTV Wünsdorf 14:19 Tore 8 Punkte
18. Viktoria Jüterbog 11:31 Tore 4 Punkte