11. November 2020 / 09:47 Uhr

Juventas Crew Alpha nach Neuanfang im Sommer: "Keiner hat diesen Schritt bereut"

Juventas Crew Alpha nach Neuanfang im Sommer: "Keiner hat diesen Schritt bereut"

Mirko Jablonowski
Märkische Allgemeine Zeitung
Die Kicker von Juventas: Maik Ullmann, Florian Pommer, Mohamad Hamad, Patrick Ullrich, Max Manke, Steen Mahlow, Martin Voigtländer, Marcel Vollenscheer, Mert Yildirim (hintere Reihe, v.l.); Mathias Peters (Vorstandsvorsitzender), Abdulaziz Adoma, Florian Butz, Kevin Zetzsche, Tobias Kapp, Max Agthe, Steven van der Heide, Daniel Jung, Alexander Voigt, Trainer Ralf Baierl (mittlere Reihe, v.l.); Lars Wiegand, Mohammad Ali, Falko Dahms, Stephan Schulz, Jan Ullmann, Rachid Ferroum (vordere Reihe, v.l.). Es fehlen: Justin Frey, Luis Stolz, Stephan Rudolph.
Die Kicker von Juventas Crew Alpha um Trainer Ralf Baierl (r.) sind Tabellenführer der 2. Kreisklasse C. © Verein
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2. Kreisklasse C Havelland: Nach dem Rückzug aus der Kreisoberliga belegt Juventas Crew Alpha unter Trainer Ralf Baierl verlustpunktfrei den ersten Tabellenplatz.

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Anfang August zog Juventas Crew Alpha die Reißleine und meldete seine erste Männermannschaft vom Spielbetrieb in der Fußball-Kreisoberliga Havelland ab. „Es ging einfach nicht anders“, ist sich Ralf Baierl rückblickend sicher. „Wir hätten keine Mannschaft stellen können, die in der Kreisoberliga konkurrenzfähig gewesen wäre. Wir wussten zu diesem Zeitpunkt ja nicht einmal, wie das Gesicht der Mannschaft überhaupt aussehen würde“, sagt der Trainer, der das Ruder bei Alpha zur Saison 2017/18 übernahm und dem Verein trotz der schwierigen Situation im Sommer die Treue hielt. „Der Vorstand hat sich sehr um mich bemüht und ich wollte beim Neuanfang unterstützen. Ich fühle mich hier einfach sehr wohl und habe Spaß – das ist auf diesem Niveau doch die Hauptsache.“

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In Folge der coronabedingten Unterbrechung der Fußballsaison 2019/20 Mitte März sei bei vielen Akteuren im Alpha-Kader die Entscheidung gereift, noch einmal etwas Neues erleben zu wollen. So schloss sich der langjährige Kapitän David Sorgatz dem Landesligisten FSV Babelsberg 74 an. Marten Strehl und Jonathan Carlin wechselten in die Landesklasse West zu ihrem Ex-Verein ESV Lok Potsdam. Bereits im Mai hatte der Verein aus dem Potsdamer Stadtteil Schlaatz große Bedenken geäußert, eine wettkampffähige Mannschaft in der höchsten Kreisspielklasse stellen zu können. Für diese meldete man zunächst dennoch, schaffte es aber trotz aller Bemühungen nicht, für gleichwertigen Ersatz zu sorgen.

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So entschied man sich schweren Herzens dazu, die zweite Männermannschaft sowie die Ü32 vom Punktspielbetrieb abzumelden und alle Kräfte für eine schlagkräftige erste Mannschaft in der 2. Kreisklasse zu bündeln. „Seit dem Sommer hat sich die Situation Stück für Stück verbessert. Mit dem aktuellen Kader kann man arbeiten. Die Jungs sind willig und es macht Spaß“, berichtet Ralf Baierl, der in der Vergangenheit zusammen mit seinem langjährigen Kompagnon Dieter Ceranski auch auf Landesebene als Trainer bei Fortuna Babelsberg, der SG Michendorf, dem Werderaner FC und der SG Bornim tätig war.

In der 2. Kreisklasse C ist dem 61-Jährigen mit seiner Mannschaft in der Saison 2020/21 ein Start nach Maß geglückt. Sechs Siege aus sechs Spielen bedeuten 18 Punkte und den ersten Tabellenplatz für den Verein, der erst seit 2010 am regulären Spielbetrieb teilnimmt und seit der Saison 2015/16 in der Kreisoberliga spielte.

USV Potsdam und Potsdamer Sport-Union auf Augenhöhe

„Die Mechanismen greifen immer besser, die Mannschaft hat sich gefunden. Umso ärgerlicher, dass dieser Prozess des Zusammenwachsens durch die Unterbrechung des Spielbetriebs vorerst unterbrochen ist“, sagt der in Borkwalde lebende Baierl. Die Eckpfeiler des neuen Alpha-Teams seien aus seiner Sicht natürlich Routiniers wie Torhüter Falko Dahms, der sich zudem als Co-Trainer engagiert, Daniel Jung und Maik Ullmann. Hinzu kämen Leistungsträger der ehemaligen zweiten Mannschaft wie Steven van der Heide und Maximilian Agthe und Neuzugänge wie der junge Max Manke, von dem Baierl schwärmt: „Ein richtig guter Junge, der das im zentralen Mittelfeld bei uns stark macht.“

Bereut habe Baierl seine Entscheidung pro Alpha trotz aller Unwägbarkeiten in den vergangenen Monaten bislang keine Sekunde. Er glaubt, dass keiner von den im Verein Gebliebenen „diesen Schritt bereut hat“. So habe man regelmäßig mit über 20 Leuten trainiert und sich bereits auf die Spiele gegen die von Baierl hoch gehandelten Teams vom USV Potsdam und der Potsdamer Sport-Union gefreut. „Die sind mit uns auf einem Level. Das wird sicherlich kein Spaziergang. Aber in diesen Begegnungen wollen wir uns, wenn es so weit ist, erneut beweisen und den nächsten Schritt in unserer Entwicklung gehen“, sagt der Trainer.