12. Februar 2020 / 13:39 Uhr

JFV Hanse Lübeck droht das Aus

JFV Hanse Lübeck droht das Aus

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Neben der A-Jugend feiert auch die B-Jugend des   JFV Hanse Lübeck nach der Oberliga-Saison 2016/17 den Aufstieg in die Regionalliga.
Neben der A-Jugend feiert auch die B-Jugend des JFV Hanse Lübeck nach der Oberliga-Saison 2016/17 den Aufstieg in die Regionalliga. © Agentur 54°/John Garve
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Nach dem Lübecker SC und dem SC Rapid steigt auch der SV Viktoria 08 im Sommer aus - JFV-Vorstand will das Projekt retten

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Das ist eine Nachricht, die das Kräfteverhältnis im Lübecker Jugendfußball nachhaltig verändern würde: Der JFV Hanse Lübeck steht nach dem Ausstieg des SV Viktoria 08 vor der Auflösung im Sommer und würde dann zur nächsten Saison keine Mannschaften mehr im Spielbetrieb haben. Doch der JFV-Vorstand um den 2. Vorsitzenden Jens Schwarz die Hoffnung nicht ganz aufgegeben: "Der Wille ist da, das Projekt weiterzuführen." Bis zur nächsten Woche gibt er sich und seinen Mitstreitern Zeit, neue Partner für den 2015 gegründeten Jugendförderverein zu finden. "Das gebietet auch die Fairness unseren Trainern und Spielern gegenüber, die wissen müssen, wie es in der nächsten Saison weitergeht".

Kevin Bohnsack (JFV Hanse Lübeck) gegen Keeper Florian Meyer (Trave 06 Segeberg) im letzten Saisonspiel der B-Jugend-Oberliga 2016/17.
Auf dem Weg in die Regionalliga: Kevin Bohnsack (JFV Hanse Lübeck) gegen Keeper Florian Meyer (Trave 06 Segeberg) im letzten Saisonspiel der B-Jugend-Oberliga 2016/17. © Agentur 54°
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Bereits Ende Januar hatte sich der SC Rapid entschieden, den JFV im Sommer zu verlassen. Als erster Klub war 2018 bereits der Lübecker SC wieder ausgestiegen. Gemeinsam mit Lübeck 1876 hatten sie vor fünf Jahren den JFV Hanse Lübeck als Nachfolger der SG Hanse Lübeck gegründet, nicht zuletzt auch, um mit den größten Talenten der vier Klubs auch über die Landesgrenzen hinaus in der Regionalliga spielen zu dürfen. Die Saison 2016/17 war die erfolgreichste des Jugendfördervereins, A- und B-Junioren schafften den Aufstieg in die Regionalliga.

Lübeck 1876 als einzig verbleibender Verein

Nach dem Rückzug des dritten von vier Gründungsvereinen bliebe im Sommer nur noch Lübeck 1876 als Mitglied im JFV über – der satzungsgemäß aber aus mindestens zwei Stammvereinen bestehen muss. "Wir treffen uns am Donnerstagabend und wollen gucken, ob wir noch eine Möglichkeit finden, das Projekt fortzuführen", erklärt Schwarz. Der SC Buntekuh, der mit seinen B-Jugendlichen dafür sorgt, dass der JFV aktuell satzungskonform drei Altersklassen besetzen kann, habe allerdings bereits signalisiert, über die eine Saison hinaus kein Interesse zu haben, so Schwarz.

Keine Mehrheit für den JFV bei Viktoria

„Wir haben uns die Entscheidung nicht leicht gemacht, es waren insgesamt 13 gute Jahre, aber wir haben im Verein keine tragfähige Mehrheit mehr für den JFV Hanse gefunden“, begründete Viktoria-Vorstand Jens Hüttmann den Schritt. Man habe die Fragestellung im Verein „normal diskutiert“ und sei schließlich zu dieser Entscheidung gekommen.

„Mit inzwischen gut 550 Mitgliedern haben wir andere ,Probleme’ im Verein, die ein Engagement erfordern, bei dem die Ehrenamtler an ihre Grenzen stoßen“, nennt Hüttmann einen Aspekt. Der Anspruch, Leistungsfußball anzubieten, sei zwar nach wie vor vorhanden, „entspricht aber nicht unserer aktuellen DNA“, so der Vorsitzende des reinen Fußball-Klubs. Viktoria deckt inzwischen wieder alle Altersklassen im Jugendbereich ab, hat 14 Jungen- und drei Mädchenmannschaften im Spielbetrieb, zudem vier Herren- und zwei Altherrenteams.

Vier Teams mit 100 Jugendlichen betroffen

Von der drohenden Auflösung des JFV Hanse sind aktuell vier Teams mit insgesamt knapp 100 Jugendfußballern betroffen. A- und C-Junioren spielen in der Oberliga, B- und C2-Junioren in der Landesliga.

Zusätzliche Aufsteiger möglich

Nach Auflösung des JFV kann einer der Stammvereine die Startplätze in den Ligen übernehmen - "wenn eine Regelung im Kooperationsvertrag festgelegt ist oder sich die Vereine darauf vor der Auflösung einigen", erläutert Lutz Arp, Jugendausschuss-Vorsitzender im im Fußball-Landesverband SHFV. Gibt es keine Einigung und die JFV-Teams haben die Saison zuende gespielt, müssten alle Stammvereine auf Kreisebene neu beginnen. Dann ist der JFV in seiner bisherigen Spielklasse nicht erster Absteiger, sondern macht einen zusätzlichen Startplatz frei, um den - am Beispiel der Oberliga - die beiden Vizemeister der Landesligen spielen und einen dritten Aufsteiger ermitteln.

Von Christian Schlichting

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