03. November 2021 / 22:56 Uhr

K.o. in der Champions League: 2:2 gegen Paris reicht RB Leipzig nicht

K.o. in der Champions League: 2:2 gegen Paris reicht RB Leipzig nicht

Guido Schäfer
Leipziger Volkszeitung
Peter Gulacsi und Angelino haben das Nachsehen:  Georginio Wijnaldum (M) trifft um 1:1.
Peter Gulacsi und Angelino haben das Nachsehen: Georginio Wijnaldum (M) trifft um 1:1. © dpa
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RB Leipzig holt in der Champions League seinen ersten Punkt. Das 2:2 (1:2) gegen Paris Saint-Germain reicht für das Team von Coach Jesse Marsch allerdings nicht. Die Saison in der Königsklasse ist für die Sachsen nach der Gruppenphase beendet.

Leipzig. Rien ne va plus - nichts geht mehr in Sachen Königsklasse. RB Leipzig holt im vierten Champions-League-Spiel den ersten Punkt, kann die K.o-Runde nicht mehr erreichen. Das 2:2 (1:2) gegen Paris St. Germain erhält Chancen auf Platz drei und das Überwintern in der Europa League.Tore: Christopher Nkunku bringt RB 1:0 in Führung, Georginio Wijnaldum (21./39.) sorgt fürs Pariser 2:1 zur Pause, Dominik Szoboszlai trifft per Elfmeter zum verdienten 2:2 (90 + 2). In der prächtigen Anfangsphase vergab RB mehrere Top-Chancen, ließ einen Elfmeter liegen, hätte RB 3:0 führen können, ja, müssen. Nächster Halt: Am Sonnabend, 18.30 Uhr, empfangen die Rasenballer den ruhmreichen BVB. Die Dortmunder haben neun Punkte mehr als Leipzig auf dem Konto.

Promi-Auftrieb in der Red-Bull-Arena. Bundestrainer Hansi Flick ist da, herzt auf der VIP-Tribüne den ehemaligen Capitano Michael Ballack. Am Spielfeldrand macht Ralf Rangnick seine Aufwartung. Nein, kein Comeback bei RB, der Schwabe interviewt RB-Coach Jesse Marsch, lüftet hinterher als TV-Experte für DZAN die Geheimnisse der Partie. Der Fußball-Gelehrte wird von den RB-Fans freundlich empfangen.

DURCHKLICKEN: Einige Bilder des Spiels gegen PSG

Erster Punktgewinn für RB Leipzig: Das Team von Trainer Jesse Marsch trennte sich von Paris Saint Germain 2:2-Unentschieden. Zur Galerie
Erster Punktgewinn für RB Leipzig: Das Team von Trainer Jesse Marsch trennte sich von Paris Saint Germain 2:2-Unentschieden. ©

Marsch mit vier Änderungen gegenüber dem so unschön endenden Ausflug nach Frankfurt am Main. Tyler Adams ersetzt Kevin Kampl, Konrad Laimer den Sportkameraden Amadou Haidara, Emil Forsberg beginnt für Dominik Szoboszlai und André Silva startet statt Rekordspieler Yussuf Poulsen. Marschs Kollege Mauricio Pochettino muss leider Gottes auf den einzig wahren, wunderbaren Lionel Messi verzichten. Der 34-jährige Argentinier ist angeschlagen und in Paris geblieben. Die Offensive der Pariser leuchtet auch ohne Messi wie der Eiffelturm nach Einbruch der Dunkelheit. Angel di Maria - Weltklasse. Kylian Mbappe - siehe di Maria. Neymar - siehe Mbpappe.

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Rein ins ausverkaufte Rund, das sofort unter Hochspannung gesetzt wird. Silva taucht nach 21 Sekunden frei vor auf, scheitert. War eh Abseits. Die Roten Bullen bleiben auf dem Gaspedal, stören früh, kommen durch Forsberg zu einem weiteren Abschluss. Und dann schlägt es ein im Tor der wuschig kombinierten Pariser. Silva ergattert im berühmten Gegenpressing den Ball, flankt mit links auf Christopher Nkunkus Kopf - 1:0. Die Krönung der druckvollen Anfangsphase? Ja, aber es wird noch besser. Jedenfalls beinahe. Silva wird im Strafraum gefoult, scheitert vom Elfmeterpunkt an Gianiuigi Donnarumma (12.). Weshalb der etatmäßige Schütze Forsberg nicht ran durfte? Seltsam. Kurz später nageln Laimer und Nkunku den Ball knapp vorbei. Fazit der ersten viertel Stunde: Klasse. Weltklasse. Aber: Nur 1:0. Bitter: Eingedenk langer Schlangen an den Einlässen (2G-Kontrollen dauern...) bekamen nicht alle Fans diesen Beginn mit.

Auch unschön aus Leipziger Sicht: Die Pariser egalisieren mit dem ersten ernsthaften Angriff. Neymar ud di Maria leiten ein, Mbappe flankt, der Ex-Liverpooler Georginio Wijnaldum schiebt zum 1:1 ein (21.). Das Spiel ist jetzt eines auf Augenhöhe, bleibt hochemotional. Marsch ist sauer auf Referee Andreas Ekberg sieht gelb. Danach mäht Presnel Kimpembe zwei Gegner um, kommt mit gelb formidabel weg. RB hat mehr Ballbesitz, die nächste Top-Chance hat Paris. Willi Orban blockt einen di-Maria-Schuss. Im Anschluss köpfelt Wijnaldum nach Marquinhos Kopfball-Vorlage das Pariser 2:1, das erst nach Intervention des Videokellers Anerkennung findet. Nordi Mukiele hat das Abseits um einen Mü aufgehoben (40.). In der Nachspielzeit der ersten 44 Minuten verhindert Peter Gulacsi das 3:1 der Gäste, rettet gegen den durchgebrochenen (Sinnbild) Mbappe. Pause, 1:2, fühlt sich grotesk an, ist grotesk. Leipzig hat Chancen, 3:0 zu führen. Leipzig reißt sich mit dem Hintern ein, was sich Leipzig mit der Arbeit ihrer Hände/Füße aufgebaut hat.

Wiederbeginn, Orban (wohl abgeschlagen) bleibt in der Kabine. Haidara kommt und verpatzt nach Top-Kontor den finalen Pass. Im Gegenzug lässt Mbappe das 3:1 am Wegesrsn liegen. Marsch geht all in, bringt Poulsen und Szoboszlai für Silva und Forsberg. RB will den Ausgleich und kassiert um ein Haar die Vorentscheidung. Gulacsi taucht gegen Mbappe ab. Dann hat Angeliño zweimal das 2:2 auf dem Fuß. Dann muss der Ausgleich fallen: Nkunku genial in den Lauf von Szoboszlai, der Ungar vergibt freier als frei (72.). RB bleibt angriffslustig, drückt und drängt und bekommt nach Foul von Kimpembe an Nkunku einen zweiten Elfmeter. Den verwandelt Szoboszlai in der Nachspielzeit zum verdienten 2:2. Achtungserfolg.


Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Gulacsi - Simakan, Orban (46. Haidara), Gvardiol - Mukiele, Laimer (85. Henrichs), Adams (74. Olmo), Angelino - Nkunku, Forsberg (59. Szoboszlai) - Silva (59. Poulsen).

Paris: Donnarumma - Hakimi, Marquinhos, Kimpembe, Nuno Mendes - Wijnaldum (85. Herrera), Danilo, Gueye - Di Maria (85. Draxler), Mbappé, Neymar.

Tore: 1:0 Nkunku (7.); 1:1/1:2 Wijnaldum (21./40.); 2:2 Szoboszlai (90.+2/FE)

Zuschauer: 39.794.