12. Januar 2021 / 15:53 Uhr

Kacktor des Monats: Werder-Keeperin gewinnt dank Wolfsburger Mithilfe

Kacktor des Monats: Werder-Keeperin gewinnt dank Wolfsburger Mithilfe

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Vom Pfosten an den Kopf und ins Tor: Der Super-Schuss von VfLerin Sara Doorsoun (l.) verhalf Werder-Keeperin Lena Pauels (r. o.) zum Kacktor des Monats. Ein Titel, der von Arnd Zeigler (r.) in seiner TV-Show vergeben wird.
Vom Pfosten an den Kopf und ins Tor: Der Super-Schuss von VfLerin Sara Doorsoun (l.) verhalf Werder-Keeperin Lena Pauels (r. o.) zum Kacktor des Monats. Ein Titel, der von Arnd Zeigler (r.) in seiner TV-Show vergeben wird.
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2020 verzauberten die Spielerinnen des VfL Wolfsburg die Fußballwelt mit Traumtoren. Ein Hammer von Anna Blässe wurde in der Sportschau zum Tor des Monats Juli gewählt, ein Clip von Joelle Wedemeyers Wahnsinns-Schuss ging im November um die Welt, wurde ein Click-Hit. Jetzt macht ein weiteres Tor mit VfL-Beteiligung Schlagzeilen: Ein Strahl von Sara Doorsoun im Dezember bescherte Bremens Keeperin Lena Pauels nun eine ganz besondere Auszeichnung...

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Es war der 13. Dezember 2020. In der Fußball-Bundesliga führte der VfL Wolfsburg bei Werder Bremen souverän mit 4:1. Die Partie war längst entschieden, nur wenige Minuten waren noch zu spielen. Da traf Sara Doorsoun, die erst wenige Tage zuvor nach überstandener Knieverletzung ihr Comeback im VfL-Dress gefeiert hatte, kurz nach ihrer Einwechslung zum 5:1-Endstand. Es war ein Schuss wie ein Strich, ihr Abschluss aus der Distanz prallte erst an den rechten Innenpfosten in Winkelhöhe, dann vom Kopf der SVW-Torhüterin Lena Pauels ins Tor.

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Dieser Treffer hatte nun ein Nachspiel - und zwar ein richtig lustiges. Denn Pauels schaffte es mit ihrem unfreiwilligen Kopfballtor erst in die Auswahl zum "Kacktor des Monats Dezember" und gewann diese nun auch prompt. Ausgelobt wird der Preis - ein Toiletten-Deckel mit Kacktor-des-Monats-Emblem - von Arnd Zeigler in dessen Fernsehsendung "Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs". Sehr zur Freude des bekennenden Werder-Fans und Moderators. "Diese Rubrik gibt es jetzt seit sieben oder acht Jahren, ich weiß es gar nicht so genau. Diese Kategorie hat noch nie eine Bremerin oder ein Bremer gewonnen", so Zeigler. Bis jetzt.

Torfrau Pauels, die von Mitspielerin Verena Volkmer mit dem Preis überrascht wurde, nimmt die ganze Geschichte mit Humor: "Es freut mich natürlich, dass ich anderen damit eine Freude machen konnte. Ich habe es akzeptiert und kann mittlerweile darüber lachen und andere auch. Deswegen ist alles ganz gut." Volkmer überreichte dann den WC-Deckel schmunzelnd mit den Worten: "Ich bin stolz auf dich." Pauels grinste: "Du kannst dann mal bei mir aufs Klo gehen."

Bremens Keeperin verriet in der Sendung: "Ich habe als Scherz mal gefragt, ob's dafür wirklich einen Preis gibt. Jetzt habe ich selbst so eine Klobrille." Dabei dachte sie, es handele sich um eine Goldene. "Deshalb wundert's mich, dass sie weiß ist." Zeigler klärte auf, dass es die Goldene ebenfalls gibt: "Aber das ist der Preis für das Kacktor des Jahres. Das ist die schlechte Nachricht. Die gute ist, du bist dabei..."

Für Pauels war es ein Kacktor - und "immerhin ein Titel", wie sie auf Werders Facebook-Seite launig kommentierte -, für Doorsoun ein Traumtor. Denn der Distanzschuss konnte sich wahrlich sehen lassen. Und auch, wenn die Bremerin in Zeiglers Sendung als Torschützin gefeiert wurde, in der DFB-Torjägerinnen-Liste wird der Treffer der Wolfsburgerin zugeschrieben.

Damit kommt im abgelaufenen Jahr ein weiteres VfL-Tor dazu, das für besondere Geschichten sorgte. Den Auftakt hatte Anna Blässe gemacht. Ihr 30-Meter-Knaller im DFB-Pokal-Endspiel gegen die SGS Essen Anfang Juli setzte sich im Sportschau-Voting mit 28,84 Prozent aller Stimmen unter anderem gegen David Alabas Freistoß-Tor im Pokal-Finale für Bayern gegen Leverkusen (28,16 Prozent) durch. „Ein tolles Zeichen für die Wahrnehmung des Frauenfußballs!“, freute sich Blässe über ihr Tor des Monats.

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Und dann war da ja auch noch Joelle Wedemeyers Treffer im November zum 1:0 des VfL gegen Eintracht Frankfurt. Das Tor war nicht nur wichtig, weil es den 3:0-Sieg einleitete, es war auch wunderschön. Aus gut 20 Metern hatte die Außenverteidigerin abgezogen, der Ball beschrieb eine wahnsinnige Flugkurve, ehe er genau im Winkel landete und Ex-VfLerin Merle Frohms keine Chance ließ. Eurosport übertrug die Partie live, stellte anschließend einen Clip des Treffers ins Netz - und sorgte dafür, dass das Tor um die Welt ging. Schnell sammelte das Video eine sechsstellige Zahl an Views ein – und beeindruckte selbst Welttorhüterin Hope Solo.