24. Mai 2021 / 14:17 Uhr

Kader-Nominierung steht: Wolfsburgs Baku kämpft mit der U21 um den EM-Titel

Kader-Nominierung steht: Wolfsburgs Baku kämpft mit der U21 um den EM-Titel

Andreas Pahlmann und Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Von Bundestrainer Stefan Kuntz nominiert: Ridle Baku kämpft mit der U21 um den EM-Titel.
Von Bundestrainer Stefan Kuntz nominiert: Ridle Baku kämpft mit der U21 um den EM-Titel. © Roland Hermstein
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Ridle Baku, Profi des VfL Wolfsburg, gehört zum Kader der deutschen U21-Nationalmannschaft für die Endrunde der Europameisterschaft in Ungarn. Für die DFB-Elf geht's am 31. Mai gegen Dänemark los.

Es war zu erwarten und nun steht es fest: VfL-Profi Ridle Baku gehört zum Aufgebot der deutschen U21-Nationalmannschaft für die K.o.-Runde der Europameisterschaft in Ungarn. Das gab Bundestrainer Stefan Kuntz am Sonntagmittag bekannt, als er seine Kader-Nominierung mitteilte. Für den Außenbahner des Wolfsburger Fußball-Bundesligisten und Co. geht's am 31. Mai im Viertelfinale gegen Dänemark los.

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Im Falle eines Weiterkommens trifft die DFB-Auswahl am 3. Juni im Halbfinale auf die Niederlande oder Frankreich, das Endspiel steigt am 6. Juni im slowenischen Maribor. Da wollen Baku und Co. gern hin. "Wir setzen trotz der Teilnahme einiger unserer Spieler an den Relegationsspielen auf die Jungs, die uns bis in die Finalrunde geführt haben", begründete Kuntz seine Kader-Nominierung. Dazu zählt auch Baku, der Deutschland in der Vorrunde Mitte März mit zwei Toren und einer Vorlage zum Auftaktsieg gegen Ungarn geführt hatte und in der abgelaufenen Saison eine extreme Entwicklung genommen hat.

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Manchmal entstehen die besten Ideen aus der Not heraus. Im vergangenen September, die Bundesliga-Saison lief schon, hatte der VfL eine solche Not auf der Rechtsverteidiger-Position. William kurierte einen Kreuzbandriss raus. Und Kevin Mbabu, als erster Corona-Fall im Kader gerade wieder genesen, zog sich bei einem Länderspiel mit der Schweiz einen Teilabriss am Innenband des rechten Knies zu. Und so kamen Wolfsburg-Manager Jörg Schmadtke und Sportdirektor Marcel Schäfer auf die Idee, mal in Mainz anzurufen - wegen Baku, den sie eigentlich für eine der nächsten Transferperioden auf der Liste potenzieller Neuzugänge hatten.

Der Deal klappte. Für knapp 10 Millionen Euro Ablöse bekam Wolfsburg einen hochtalentierten U21-Nationalspieler, der zwar durchaus schon Akzente gesetzt hatte, aber ligaweit immer etwas unter dem Radar geblieben war. Erst später wurde bekannt, dass auch der FC Bayern ein Auge auf den Sohn kongolesischer Eltern geworfen hatte. Beim VfL wurde dann schnell klar, warum Baku durchaus im Fokus vieler Top-Klubs hätte stehen können - er war nicht nur sofort Stammkraft, sondern sofort Leistungsträger, schließlich sogar A-Nationalspieler. Gern wäre Baku mit Jogi Löw mit zur EM gefahren, doch der Bundestrainer verzichtete auf den Wolfsburger - das entfachte deutschlandweit Diskussionen. Ex-Profi und Sky-Experte Dietmar Hamann beispielsweise sagte im SPORTBUZZER: "Ich hätte Baku anstelle von Emre Can mitgenommen."

Doch grämen muss sich Baku nicht, er durchlief eine gleichermaßen starke wie kuriose Entwicklung. Er kam als Rechtsverteidiger, der mit einer Position im zentralen Mittelfeld liebäugelte („Auf der Achter-Position fühle ich mich schon ziemlich heimisch“) und wurde zu einem Rechtsaußen, der nur bei Bedarf auch rechts hinten spielt.

Und: Baku, der eigentlich Bote Nzuzi heißt und wegen Karl-Heinz Riedle „Ridle“ gerufen wird, zeigte plötzlich Torgefährlichkeit, die er selbst von sich noch nicht kannte: Mit sechs Toren und acht direkten Vorlagen liegt er in der Wolfsburger Saisonstatistik hinter Wout Weghorst (20/8) auf Platz zwei. Und: Er ist der sprintfreudigste Spieler der gesamten Bundesliga. „Das spornt mich an“, sagt er. Und: „Ich bin in meiner Entwicklung noch nicht fertig.“


Neben Baku sind auch drei Ex-Wolfsburger bei der EM-Endrunde dabei: Paul Jaeckel (wechsel zu Union Berlin) und Anton Stach, die mit Greuther Fürth gerade den Bundesliga-Aufstieg klargemacht haben, sowie Lukas Nmecha (RSC Anderlecht), der von August 2019 bis Januar 2020 an den VfL ausgeliehen war. Zudem ist mit Mateo Klimowicz der Sohn des ehemaligen Wolfsburger-Torjägers Diego Klimowicz mit von der Partie.

Ebenfalls erfreulich aus VfL-Sicht: Mittelfeldspieler Xaver Schlager und Torhüter Pavao Pervan wurden von Trainer Franco Foda in den endgültigen EM-Kader der österreichischen Nationalmannschaft berufen.