23. März 2022 / 07:01 Uhr

Mann für große Momente: Wie Kai Havertz auch im DFB-Team zum entscheidenden Faktor werden soll

Mann für große Momente: Wie Kai Havertz auch im DFB-Team zum entscheidenden Faktor werden soll

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kai Havertz ist ein wichtiger Baustein im DFB-Team.
Kai Havertz ist ein wichtiger Baustein im DFB-Team. © IMAGO/Sven Simon (Montage)
Anzeige

Kai Havertz schoss den FC Chelsea bereits zu zwei großen Triumphen und soll nun auch im DFB-Team reifen. Bundestrainer Hansi Flick bescheinigt dem flexiblen Offensivspieler eine großartige Entwicklung.

Hansi Flick war zuletzt mal wieder viel unterwegs. Der Bundestrainer nutzt aktuell jede Gelegenheit, um national und international Spiele zu schauen, sich einen Überblick zu verschaffen, Gespräche zu führen – und aus seinen Erkenntnissen die richtigen Schlüsse zu ziehen.

Anzeige

Bevor die Fußball-Nationalmannschaft sich am Montag zu den Länderspielen an diesem Samstag (20.45 Uhr, ZDF) in Sinsheim gegen Israel und drei Tage später in Amsterdam gegen die Niederlande (20.45 Uhr, ARD) in Frankfurt traf, rückt ein Mann in den Mittelpunkt, der in diesem WM-Jahr zum entscheidenden Faktor werden soll: Kai Havertz. "Entwicklung" ist ein Wort, das Flick sehr häufig benutzt. "Und wenn man von Entwicklung spricht, ist Kai ein Paradebeispiel", so der DFB-Coach.

Davon konnte er sich selbst ein Bild machen, als Flick beim Champions-League-Achtelfinale des FC Chelsea gegen OSC Lille an die Stamford Bridge gereist war. Havertz überzeugte wieder mal nicht nur als Arbeiter und Teamplayer, sondern auch als Torschütze – und das in neuer Rolle. Unter Thomas Tuchel nahm der Offensiv-Allrounder zuletzt nicht die Position des "falschen Neuners" ein, er ist plötzlich ein echter – und verdrängte dadurch keinen Geringeren als Chelseas Rekordeinkauf Romelu Lukaku, der für 113 Millionen Euro von Inter Mailand kam. Das Sonderlob seines Klubtrainers dürfte den 22-Jährigen in diesem Zusammenhang genauso freuen wie die Tatsache, dass er vor den Augen seines Nationaltrainers glänzen konnte. "Kai ist stark, schon seit Wochen", sagt Tuchel. "Sein Einsatz ist immens, er arbeitet viel, kreiert Chancen, ist sich nie für Abwehrarbeit zu schade. Und er ist immer wieder ein entscheidender Faktor."

So war es gegen Lille, so war es vor allem aber auch in zwei Endspielen, die der Deutsche für die "Blues" bereits entschied. In der vergangenen Saison machte er Chelsea mit seinem Treffer im Finale der Königsklasse zu Europas Champions. Im Februar schoss er sein Team dann auch noch zum Titel bei der Klub-WM – mehr geht eigentlich nicht. Oder doch?

Anzeige

Flick: "Genauso möchte ich Kai auch bei uns sehen"

Logisch, schließlich steht Ende des Jahres die Weltmeisterschaft in Katar an. Und natürlich spielt Havertz auch in Flicks Plänen eine wichtige Rolle. "Man merkt einfach, dass er da ist, wenn es darauf ankommt", schwärmt der Bundestrainer. "Genauso möchte ich Kai auch bei uns sehen." Möglich, dass der Ex-Leverkusener auch im Nationaltrikot die Chance bekommt, sich im Sturmzentrum zu beweisen. "Thomas Tuchel hat schon länger gesagt, dass er Kai dort sieht. In den letzten Spielen war er sehr erfolgreich, hat Tore gemacht, spielt etwas köperbetonter", ist Flick aufgefallen. Wobei er aber ebenso betont: "Kai kann vorne fast alle Positionen spielen, auf den Außen, auch hinter den Spitzen."

Auch abseits des Platzes hat das deutsche Juwel bei seiner ersten Auslandsstation einen gewaltigen Schritt gemacht, ist unter den Superstars akzeptiert – und sagt seine Meinung. Nach den Sanktionen gegen den Klubbesitzer und russischen Oligarchen Roman Abramowitsch darf Chelsea keine Tickets und Fanartikel mehr verkaufen, das Budget für Auswärtsreisen wurde stark reduziert. Havertz sagte dazu im Stile eines Führungsspielers: "Es gibt gerade wichtigere Dinge auf der Welt als die Frage, ob wir per Flugzeug oder Bus zum Auswärtsspiel reisen." Er kündigte an, zur Not selbst in die Tasche zu greifen.

Zahlen muss auch sein Arbeitgeber – Sanktionen hin oder her. Nach Informationen der Sport Bild schuldet Chelsea dem ehemaligen Havertz-Klub Bayer Leverkusen noch gut 26 Millionen Euro an Boni- und Zusatzzahlungen für den Transfer 2020, satte 80 Millionen Ablöse waren zuvor bereits geflossen. Ein Investment, dass sich bislang dennoch gelohnt hat.

[Anzeige] Alle Spiele der Fußball WM live und exklusiv in der Konferenz bei MagentaTV. Mit dem Tarif MagentaTV Flex für nur 10€ pro Monat, monatlich kündbar.