04. Juli 2020 / 09:51 Uhr

Michael Rummenigge: Das Pokalfinale ist für Kai Havertz eine ganz große Chance

Michael Rummenigge: Das Pokalfinale ist für Kai Havertz eine ganz große Chance

Michael Rummenigge
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Kai Havertz kämpft mit Bayer Leverkusen am Samstag um seinen ersten Titel.
Kai Havertz kämpft mit Bayer Leverkusen am Samstag um seinen ersten Titel. © Getty Images/Montage
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SPORTBUZZER-Kolumnist Michael Rummenigge analysiert vor dem Finale des DFB-Pokals zwischen dem FC Bayern und Bayer Leverkusen die Ausgangslage. Dabei beleuchtet er, ob der Transfer von Leroy Sané einen Einfluss auf die Partie haben wird und erklärt, warum sich für Kai Havertz eine besonders große Bühne bietet.

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Das Pokalfinale steht für mich schon immer für eine ganz besondere Atmosphäre. Ich selbst habe diese Partien stets sehr genossen. Ich erinnere mich an 1985. Wir trafen mit dem FC Bayern auf Bayer Uerdingen – und verloren völlig überraschend 1:2. Oder ein Jahr später, als wir 5:2 gegen den VfB Stuttgart gewannen. Mir gelangen zwei Tore, die drei anderen Treffer legte ich Roland Wohlfarth auf. Ich bin gespannt, was von diesem speziellen Flair in diesem Jahr zu spüren sein wird. Schließlich findet die Partie ohne Zuschauer statt. Ein solches Highlight vor leeren Rängen – völlig verrückt, jedoch in diesen Zeiten leider unvermeidbar.

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Aber die Voraussetzungen für die Bayern und Bayer Leverkusen sind gleich. Daher sage ich: Eigentlich können die Münchner nicht verlieren. Sie haben unter Hansi Flick einen unglaublichen Lauf und nach der Corona-Pause alle zehn Pflichtspiele gewonnen. Natürlich gehen sie als haushoher Favorit in das Finale. Ich tippe auf ein 3:1 – zumal die Bayern mit einem Sieg den zweiten Schritt in Richtung Triple machen können und sicher auch schon die Champions League im Hinterkopf haben. Ablenken werden sie diese Gedanken aber nicht – genauso wenig wie der Transfer von Leroy Sané, der am Freitag perfekt gemacht wurde.

Der Sané-Transfer wird die Bayern nicht ablenken

Natürlich nimmt eine Mannschaft eine solche Verpflichtung zur Kenntnis. Der Transfer ist schließlich für die gesamte Bundesliga etwas Besonderes. Sané ist ein Kreativspieler mit hohem Tempo, dazu auch noch ein richtiger Typ. Aber der Wechsel kommt ja erst zur neuen Saison zum Tragen. Ab Freitagmittag hat Flick den Fokus konsequent auf das Endspiel und Leverkusen gelenkt. So etwas gelingt ihm problemlos – da er die Befindlichkeiten all seiner Spieler kennt und immer die richtige Ansprache findet.

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Der SPORTBUZZER blickt zurück: alle Gewinner des DFB-Pokals seit 2000. Unter anderem mit dabei: die Triple-Bayern, ein Lewandowski-Dreierpack gegen den späteren Arbeitgeber und ein berüchtigtes Tor vom Ex-Frankfurter Ante Rebic. Klickt euch durch! ©

Nun ging es viel um die Bayern – aber auch die Leverkusener sollen in meiner Betrachtung nicht zu kurz kommen. Wie beschrieben sind sie der krasse Außenseiter, dem auch noch das Verpassen der Champions-League-Teilnahme nachhängen könnte. Würde man die beiden Finalteilnehmer einem Mann-gegen-Mann-Vergleich unterziehen, hätte Bayern wahrscheinlich mit 10:1 die Nase vorn. Dennoch gibt es gerade im Pokal immer ein großes "Aber". Denn: Wie eingangs erwähnt, waren auch wir 1985 klarer Favorit – und gingen trotzdem als Verlierer vom Platz. Soll heißen: Man darf sich nie zu sicher sein.

Kai Havertz kann ein Spiel entscheiden

Falls Sie sich fragen, wer bei dem Mann-gegen-Mann-Vergleich den Punkt für Leverkusen holt: Kai Havertz. Mit seiner individuellen Klasse kann er ein Spiel entscheiden. Das Finale ist für ihn die große Chance, allen seine Qualitäten zu zeigen. Zu sehr sollte man ihn aber nicht unter Druck setzen. Er ist erst 21 Jahre alt, seine Leistungen sind immer wieder Schwankungen unterworfen. Dennoch ist er schon jetzt ein sehr guter Spieler. Am Samstag kann er sich beweisen.