28. September 2020 / 17:49 Uhr

Kaltstart für Wolfsburg-Keeper Pervan: "Dafür wurde ich geholt"

Kaltstart für Wolfsburg-Keeper Pervan: "Dafür wurde ich geholt"

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Pavao Pervan nach dem Spiel in Freiburg mit Lino Kasten
Pavao Pervan nach dem Spiel in Freiburg mit Lino Kasten © dpa
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Nachdem sich VfL-Keeper Koen Casteels beim Aufwärmen am Knie verletzt hatte, musste Ersatztorwart Pavao Pervan einspringen. Es war kein leichter Start für den erfahrenen Schlussmann, doch am Ende hielt er das 1:1 für den Wolfsburger Fußball-Bundesligisten fest.

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Es war sein 210. Pflichtspiel insgesamt, sein 25. für den VfL Wolfsburg - aber so etwas hat Pavao Pervan auch noch nicht allzu oft erlebt. Stammkeeper Koen Casteels hatte sich beim SC Freiburg (1:1) beim Aufwärmen am Knie verletzt, so dass kurzfristig der erfahrene Österreicher einspringen musste. Es war ein Kaltstart, den der 32-Jährige trotz einiger Unsicherheiten mit Bravour gemeistert hat.

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In der vergangenen Saison war Pervan zunächst regelmäßig zum Einsatz gekommen, nachdem sich Casteels beim Spiel in Paderborn einen Haarriss im Wadenbein zugezogen hatte. Doch dann bestritt der sympathische Torhüter, der vor zwei Jahren vom Linzer ASK zum VfL gekommen war, lange Zeit kein Pflichtspiel mehr für die Wolfsburger. In der ersten Runde des DFB-Pokals gegen Union Fürstenwalde (4:1) war es dann mal wieder so weit. Und jetzt der Spontan-Einsatz. "Es ist nicht optimal, sich als Torwart darauf einzustellen, weil du dir vor dem Spiel eigentlich einen gewissen Ablauf wünscht. Es war aber nicht das erste Mal, dass mir sowas passiert, dafür wurde ich geholt", betont Pervan, der seine persönlichen Ziele immer hinter die der Mannschaft stellt. "Ich habe versucht, die Situation so gut es geht anzunehmen und der Mannschaft Sicherheit zu geben – ich hoffe, das ist gelungen."

<b>Pavao Pervan</b>: Musste kurzfristig für Koen Casteels einspringen, der sich beim Aufwärmen Knieprobleme zuzog. Beim 0:1 war er machtlos, danach parierte er einen Freistoß stark. Fehlende Spielpraxis war ihm zwar hier und da anzumerken, in der Schlussphase aber wichtige Paraden. - Note: 3 Zur Galerie
Pavao Pervan: Musste kurzfristig für Koen Casteels einspringen, der sich beim Aufwärmen Knieprobleme zuzog. Beim 0:1 war er machtlos, danach parierte er einen Freistoß stark. Fehlende Spielpraxis war ihm zwar hier und da anzumerken, in der Schlussphase aber wichtige Paraden. - Note: 3 ©

Gelungen ist es, dabei war der Auftakt alles andere als erfreulich für Wolfsburgs Nummer 12. Bereits nach elf Minuten hatte Nils Petersen den Keeper per Kopf nach einer Ecke überwunden. "Es war alles andere als ein guter Start, aber man muss auch neidlos anerkennen, dass Freiburg für wahnsinnig gute Standards bekannt ist", sagte Pervan, nahm seine Vorderleute aber in Schutz. "Die Ecke kannst du fast nicht verteidigen. Nils Petersen macht einen optimalen Laufweg und trifft den Ball perfekt."

Er habe sich "sehr über das Gegentor geärgert", doch aus der Ruhe bringen ließ er sich nicht. Gleichwohl war ihm aber anzumerken, dass er im letzten Dreivierteljahr meist nur in Testspielen zum Einsatz gekommen war. Zwischendurch hatte Pervan ein paar Unsicherheiten im Spiel. So landete ein Abstoß anstatt bei Josuha Guilavogui beispielsweise im Tor-Aus, ein anderes Mal wurde sein zögerlicher Abschlag von Chang-hoon Kwon geblockt.

Doch am Ende hielt er mit starken Paraden den Punktgewinn in Freiburg fest. Unter anderem lenkte er einen Versuch von Baptiste Santamaria mit den Fingerspitzen an den Pfosten, hielt dann einen Kopfball des Freiburgers nach einer Ecke fest, wehrte einen strammen Schuss von Dominique Heintz ab - und dann war da noch die Szene in der Nachspielzeit. Wout Weghorst hatte Pervan mit einem katastrophalen Rückpass, den Lucas Höler ergaunerte, in die Bredouille gebracht. Doch Pervan kam raus, machte sich groß, parierte den Versuch des Angreifers - und sicherte das 1:1. Anschließend gab's Lob vom Keeper fürs Team: "Ich glaube, dass wir uns den Punkt aufgrund unserer Mentalität verdient haben. Man darf nicht vergessen, dass wir alle drei bis vier Tage spielen. Das ist sehr intensiv für uns. Freiburg wird dem Sieg mehr nachtrauern als wir."