29. Juli 2019 / 19:42 Uhr

Kampf um die Abwehrplätze beim VfL Wolfsburg: Tisserand ist der Herausforderer

Kampf um die Abwehrplätze beim VfL Wolfsburg: Tisserand ist der Herausforderer

Marcel Westermann
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Schladming, VfL Wolfsburg, Trainingslager, Fussball, Oesterreich, Bundesliga, 07.2019, Saison 2019/20, 7.Tag, Training vormittag,
Einen Schritt voraus: VfLer Marcel Tisserand (M.) ist derzeit Innenverteidiger Nummer 3 bei den Wolfsburgern vor Felix Uduokhai (r.). © Boris Baschin
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Die Abwehr-Taktik ändert sich, eines aber bleibt: Auch in einer Dreierkette braucht der VfL zwei gelernte Innenverteidiger. John Anthony Brooks und Robin Knoche bildeten in der vergangenen Saison dieses Duo beim Wolfsburger Fußball-Bundesligisten –  und scheinen auch aktuell die besten Karten zu haben. Erster Herausforderer ist Marcel Tisserand.

Zum Start der Vorbereitung hatte Tisserand noch Wechselgedanken, wollte seine Zukunft in Wolfsburg von einem Gespräch mit Neu-VfL-Trainer Oliver Glasner abhängig machen. Jetzt sagt er: „Wenn ich meine Chance bekomme, bleibe ich natürlich hier.“ Diese Chance scheint es zu geben.

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Denn obwohl der Franzose mit kongolesischen Wurzeln lange Urlaub hatte (er nahm am Afrika-Cup teil) und erst am vergangenen Donnerstag sein erstes Training unter dem neuen Coach absolvierte, macht er gleich einen guten Eindruck. Glasner nach den ersten Einheiten: „Man hat schon seine Aggressivität in den Zweikämpfen gesehen, er scheut nie zurück. Ich bin froh, dass er da ist.“

Die wichtigsten Trainingslager-Erkenntnisse beim VfL Wolfsburg

1 - Fitness für den Kopf ist wichtig! In den acht Trainingstagen (am Samstag stand nur das Testspiel gegen Union Berlin an) in Schladming hatten Glasner und Co. keine Übung wiederholt. Die mitgereisten Fans staunten nicht schlecht – sie sahen einen Schubkarren-Slalomlauf, Schick-Schnack-Schnuck und Ampel-Pads, die ausgetreten werden mussten. Es klappte nicht alles, nicht jeder Profi blieb in der Karre, eine Übung mit Rollbrettern musste sogar abgebrochen werden. Aber alle Einheiten zielten auch auf Fitness im Kopf, auf schnelles Denken – damit die Spieler im Wettkampf schnell gute Lösungen finden können. Zur Galerie
1 - Fitness für den Kopf ist wichtig! In den acht Trainingstagen (am Samstag stand nur das Testspiel gegen Union Berlin an) in Schladming hatten Glasner und Co. keine Übung wiederholt. Die mitgereisten Fans staunten nicht schlecht – sie sahen einen Schubkarren-Slalomlauf, Schick-Schnack-Schnuck und Ampel-Pads, die ausgetreten werden mussten. Es klappte nicht alles, nicht jeder Profi blieb in der Karre, eine Übung mit Rollbrettern musste sogar abgebrochen werden. Aber alle Einheiten zielten auch auf Fitness im Kopf, auf schnelles Denken – damit die Spieler im Wettkampf schnell gute Lösungen finden können. ©

Am Samstag beim Test gegen Union Berlin spielte Tisserand 47 Minuten in der Dreierkette. Keine ungewohnte Position für den 26-Jährigen. In Ingolstadt und in seiner Zeit in Frankreich hatte er bereits mit ähnlicher Taktik gespielt. „Es ist nicht neu für mich, aber die Philosophie vom Trainer schon“, sagte er. „Ich versuche, sie so schnell wie möglich zu adaptieren.“ Bei Glasner kommt das an.  „Ich habe schon gemerkt“, so der Trainer, „dass Marcel sich mit unserem Konzept auseinandersetzt. Er fragt immer wieder. Für mich ist es sehr wichtig, wenn Spieler neugierig sind.“

Geht’s also Richtung Startelf? Die vergangene Saison war für Tisserand eher durchwachsen verlaufen. Warfen ihn am Anfang noch Verletzungen zurück, reichte es anschließend nicht immer für den 18er Kader. Erst in den letzten sechs Saisonspielen kam Tisserand wieder regelmäßig zum Einsatz. Nun ist die Ausgangslage besser: „Ich denke, ich habe die gleiche Chance wie andere Spieler.“

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Die Auswahl auf den Verteidiger-Positionen ist groß. Hinter den Platzhaltern Brooks und Knoche sowie dem Herausforderer Tisserand stehen Jeffrey Bruma und Felix Uduokhai in der Schlange. Beide würde der Verein gehen lassen und dabei lieber verkaufen als verleihen – wenn ein Angebot kommt. Das aber gibt es aktuell für keinen der beiden. U21-Nationalspieler Uduokhai wurde mit Düsseldorf und zuletzt mit dem VfB Stuttgart in Verbindung gebracht. Falls einer der beiden noch geht, könnte das ein Türöffner für zwei Wolfsburger Verteidiger-Talente sein: Michael Edwards (18) und Tim Siersleben (19) machten im Trainingslager einen guten Eindruck.

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