06. Juni 2021 / 16:39 Uhr

Kampf wird nicht belohnt: Recken verlieren gegen die SG Flensburg-Handewitt

Kampf wird nicht belohnt: Recken verlieren gegen die SG Flensburg-Handewitt

Simon Lange
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Der Kampf von Evgeni Pevnov (links) und Co. wurde nicht belohnt: Die Recken haben bei der SG Flensburg-Handewitt verloren.
Der Kampf von Evgeni Pevnov (links) und Co. wurde nicht belohnt: Die Recken haben bei der SG Flensburg-Handewitt verloren. © imago images/Beautiful Sports
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Nach dem Aus im Pokal-Final-Four müssen die Recken auch in der Bundesliga eine Niederlage einstecken. Gegen die SG Flensburg-Handewitt musste sich die TSV Hannover-Burgdorf mit 24:28 (11:13) geschlagen geben. Die Gastgeber haben damit erneut die Tabellenführung übernommen.

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Fabian Böhm hatte es in der Hand, doch der Kapitän der TSV Hannover-Burgdorf zog seinen Wurf über die Latte des Flensburger Kasten. Der überragende Torwart Torbjörn Bergerud (15 Paraden) musste nicht einmal eingreifen.

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Bitterer Fehlwurf kurz vor dem Ende

Es hätte der Anschluss zum 25:26 sein können, 150 Sekunden vor Schluss wäre beim Meisterkandidaten „der Puls noch mal hochgegangen“, wie es Recken-Sportchef Sven-Sören Christophersen formulierte. So verpassten die Recken aber die Sensation, die ihrem Gemüt nach der Pokalhalbfinal-Niederlage am Donnerstag gegen Melsungen so gutgetan hätte.

Spielplan der TSV Hannover-Burgdorf in der Bundesliga-Saison 2020/21

<b>36. Spieltag:</b> TuSEM Essen (H), Sonntag, 20. Juni, 16 Uhr Zur Galerie
36. Spieltag: TuSEM Essen (H), Sonntag, 20. Juni, 16 Uhr ©

Keine Punkte für Hannover

Am Ende kam alles so wie erwartet: Die SG Flensburg-Handewitt gewann vor 125 Fans in der Flens-Arena mit 28:24, bleibt im Meisterschaftsrennen mit dem THW Kiel. Hannover stand wieder mal mit leeren Händen da und muss nach dem Rückschlag beim Final Four jetzt mindestens bis Sonntag auf ein Erfolgserlebnis warten, wenn der HC Erlangen in die ZAG-Arena kommt.



In Flensburg spielte Hannover zwar nicht schön, aber gut und zweckmäßig. Der Kampf passte. Die Abwehr stand sehr stabil, dahinter ein sehr starke Domenico Ebner. Die Recken, die ohne ihren besten Schützen Ivan Martinovic (Erkältung) antraten, wollten eine Reaktion zeigen. „Davon hat man richtig viel gesehen“, fand Ebner, der sein Team mit 13 Paraden sehr lange im Spiel hielt.

"Wer die letzten zwei Tage unsere Köpfe gesehen hat, weiß, wie leer die waren"

„Wer die letzten zwei Tage unsere Köpfe gesehen hat, weiß, wie leer die waren. Und wie schwer es im Training am Samstag war, die Köpfe hochzunehmen“, erzählte Ebner mit Blick aufs Seelenleben des Teams und auf die vielen „Nackenschläge“ der jüngsten Vergangenheit.

Auch Christophersen betonte, dass „es nicht ganz einfach war vom Kopf her, in dieses Spiel zu gehen“ nach den Erlebnissen beim Final Four in Hamburg. Doch gegen Flensburg waren die Köpfe der Spieler von Beginn an oben. Die TSV ging mit 3:1 in Führung, hielt bis zum 9:9 sehr gut mit.

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Keine Ideen in der Offensive

Dann schlichen sich vermehrt einfache Fehler ein, die Flensburg eiskalt ausnutzte. Nach dem 13:11-Pausenstand baute Flensburg die Führung immer weiter aus. Beim 21:15 (43.) waren es erstmals sechs Tore. Hannovers taktisches Mittel, die Angriffe extrem lange auszuspielen, funktionierte nicht mehr, weil sich Flensburgs Abwehr immer besser darauf einstellen konnte.

Trainer Carlos Ortega musste seine zweite Auszeit nehmen. Doch erst die dritte etwa neun Minuten später zeigte die erhoffte Wirkung. Ortega impfte seinen Recken mehr Risiko ein. Aggressive, vorgezogene Deckung, dazu vorne mehr Bewegung und schnelle Entscheidungen – so kämpfte sich Hannover Stück für Stück zurück ins Spiel. 

Hannover war fast dran

Der aufmerksame Vincent Büchner klaute sich einen Ball und verkürzte auf 23:26. Nachdem Ebner einen Siebenmeter von Lasse Svan hielt und Nejc Cehte zum 24:26 traf, war Hannover fast dran.

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Corona-Impfung am Montag

Wieder bekam Flensburg einen Strafwurf zugesprochen. Diesmal trat Chef Jim Gottfridsson selbst an – doch auch er scheiterte an Ebner, der jetzt seine Hände und Füße überall hatte (58.). So öffnete sich die Chance für die Recken, bis auf ein Tor heranzukommen. Doch Böhm verzog. Der mögliche Punktgewinn geriet ganz schnell wieder in weite Ferne.

Ganz nah ist die Team-Impfung. Die Recken, die sich bisher nicht mit dem Virus infiziert haben, bekommen am Montag das Einmal-Vakzin von Johnson & Johnson verabreicht.