01. November 2020 / 09:26 Uhr

Kämpferisches Unentschieden: Gößnitz/Zehma und Blau-Weiß Greiz trennen sich 1:1

Kämpferisches Unentschieden: Gößnitz/Zehma und Blau-Weiß Greiz trennen sich 1:1

Udo Zagrodnik
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In einer kämpferischen Partie trennen sich die SG Gößnitz/Zehma und Blau-Weiß Greiz 1:1. © Udo Zagrodnik
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Kurz vor der Conona-Pause rollte in Ostthüringen der Fußball. Die SG Gößnitz/Zehma spielte 1:1-Unentschieden gegen den SV Blau-Weiß Greiz. Und der Nachwuchs sorgte für eine optische Sensation.

Gößnitz. Bei mildem Herbstwetter sahen 68 Zuschauer auf dem Kunstrasen eine kämpferische Begegnung zwischen den Pleißestädtern Gößnitz (in Weiß) und den in Schwarz spielenden Greizern. Nach zehn Spielminuten kam die erste nennenswerte Szene. David Himmer, in zentraler Position, zog ab und durch alle Abwehrbeine hindurch fiel das 0:1 für die Gäste aus dem Greizer Ortsteil Herrenreuth. Den Anstoß schnell vollzogen, wurde Viktor-Irwan Munua (kam von Fortuna Leipzig) im Strafraum von den Beinen geholt. Der Elfmeterpfiff ertönte und Stefan Hanusch erzielte vom Punkt den 1:1 Ausgleich. Nach rund einer halben Stunde scheiterte Jannick Leidolph am Gästetorwart Tim Petzold. Dann versuchte es Stefan Hanusch aus 25 Metern, doch sein Ball ging knapp am Tor vorbei ins Aus. Auch der junge Florian Korb hatte eine gute Enschussmöglichkeit, wurde aber kurz vor dem Tor ausgebremst. Somit blieb es beim Unentschieden und wenige Minuten später kam der Pausenpfiff. Schiedsrichter Steve Kropfelder (Gera) zeigte sich immer auf Ballhöhe, als durchgreifend und beruhigend auf das Spiel einwirkend. Assistiert wurde er von Dominique Voigt und Jannik Piwek.

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Kurz nach dem Wiederanpfiff konnte Viktor-Irwan Munua, aus Nahdistanz und freistehend, den Ball nicht im Tor der Vogtländer unterbringen. Von Jannick Leidolph kam von Halblinks ein Fernschuß, doch erfolglos. Im schnellen Gegenzug folgte ein Eckball für Greiz und eine Kopfballchance von Daniel Renner. Als noch rund fünfzehn Minuten zu spielen waren, kam ein weiterer Freistoß von Stefan Hanusch. Und wieder fast im Gegenzug, da war es Spielmacher David Himmer, der einen 25-Meter–Freistoß übers Heimtor setzte. Als Daniel Schneider in einer Szene einen Ausraster hatte, wurde er von einem Mitspieler beruhigt und später von Trainer Ralf Koerner ausgewechselt. Das ersparte den Vogtländern einen eventuellen Platzverweis. In den Schlussminuten schienen die „Herremreuth“ Greizer aktiver, mit dem stärkeren Willen diese Begegnung noch gewinnen zu wollen. Der umsichtige Schiedsrichter lies noch die Auswechslungen und Unterbrechungen (wegen Verletzungen) nachspielen, immerhin vier Minuten. Die letzte Aktion war ein Himmer-Freistoß von Rechtsaußen, der übers Gößnitz-Zehmaer Tor ging. Somit blieb es beim Unentschieden. Die Elf zwischen Pleiße und Eisenbahn bildete um ihren Trainer Andreas Schroeder noch einen Spielerkreis. Während die meisten Gößnitzer nun schnell in ihre Kabine gingen, saßen einzelne enttäuscht noch einige Minuten auf dem heimischen Kunstrasen.

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Die SG Gößnitz/Zehma und der SV Blau-Weiß Greiz trennen sich 1:1-Unentschieden. Zur Galerie
Die SG Gößnitz/Zehma und der SV Blau-Weiß Greiz trennen sich 1:1-Unentschieden. © Udo Zagrodnik

Das heißt auch, dass die SG Gößnitz/Zehma im Mittelfeld verharrt, die Teams davor eng beieinander sind und Blau-Weiß Greiz kurz vor den Abstiegsrennen steht. Das Spiel des SV Elstertal Bad Köstritz gegen den Spitzenreiter SV Schmölln (acht Punkte Vorsprung) und BSG Wismut Gera II gegen SV Rositz werden erst am Sonntag ausgetragen. Und dann beginnt die staatlich verordnete, mehrwöchige Spielpause in den Fußball-Amateurligen.

Rund um den Fußball

Zunächst Infos zu den Vogtländischen Gästen. Der SV Blau-Weiß Greiz ist im Ortsteil Herrenreuth beheimatet. In der Saison 2018/19 wurden sie Meister der Kreisliga Staffel B (neun Punkte Vorsprung) und spielen seitdem in der Kreisoberliga. Nachbar 1. FC Greiz war in der Saison 2018/19 KOL-Meister (mit plus 14 Punkte vor Schmölln) und ist aktuell in der Thüringer Landesklasse Staffel 1 zu Hause.

An diesem Wochenende spielten weitere Gößnitzer Teams und das mit Erfolg, also siegreich. Dabei ist auch ein Knaller. Stadionsprecher Mike Köhler verlas die Ergebnisse, die man auch im offiziellen DFB-Portal finden kann.

Ostthüringen, 1.Kreisklasse Staffel A, in Zehma, SG Gößnitz/Zehma II 2:0 SV Einheit Altenburg II


Die beiden Heimtore erzielten Kurt Kluge und Sebastian Riedel. Vor fünfzig Zuschauern fungierte Marco Steinicke als Schiedsrichter.

Verbandsliga Thüringen Staffel 1, A–Jugend, SV Schott Jena 0:6 SG Schmölln/Gößnitz

Die sechs Gästetore erzielten Martin Hartfelder (zwei), Leon Schulze, Paul Baumgärtel, Max Köhler und Erik Großmann (je eins). In der Vorwoche war Jungspieler Leon Schulze bei den Gößnitz-Zehmaer Herren wirbelnd im Einsatz, auswärts in Rüdersdorf. Aktuell ist die Jugend Schmölln/Gößnitz Dritter und könnte am Sonntag vom FC SG Zeulenroda (Heimspiel gegen Chemie Kahla) überholt werden.

Diese drei Begegnungen und weitere Themen unserer Gesellschaft (des Volkes Meinung), waren nach dem KOL–Heimspiel der Gößnitzer, am Imbisshäuschen Gesprächsthema. An dieser Stelle mal ein großes Dankeschön. Die gute Seele im Verein ist seit vielen Jahren Ines Klinger. Sie managt bei Wind und anderem Wetter die Imbissversorgung zu Heimspielen der Gößnitzer Herrenteams. Die FSV Mitglieder, die Fangemeinde und der Autor (aus Regis-Breitingen) wollen an dieser Stelle mal ein großes Dankeschön aussprechen.

Zu den sportlichen Themen, die Pleißestadt Gößnitz liegt geographisch in der Mitte mehrere prominenter „Ostvereine“ und ich erinnerte mich allgemein an das letzte Gastspiel um Punkte des FC Carl Zeiss Jena beim 1. FC Lok Leipzig im Bruno-Plache-Stadion, ich damals noch mit Fotogenehmigung. In einem meiner Fotos mit dem Gästeblock ist eine kleine Gößnitzer Fahne zu sehen. Der Uhrmacher und ein weiterer älterer Fan „berichtigten“ in Erinnerung an die 1970/80er Jahre. Damals hatten sie am Zaun eine große Fahne hängen „Gößnitz grüßt den super FCL“. Daneben hing eine gelbe Fahne mit blauer Aufschrift „DER 1.FC LOK – EINE MACHT“, die noch heute im „Bruno“ zu sehen ist, daneben eine kleine Rote mit weißer HFC-Aufschrift. 1. FC Lok Leipzig gegen ZFC Meuselwitz unter Flutlicht, ins Bruno-Plache-Stadion lies man nur Leipziger rein. Wegen Corona wurden die anderen, auswärtigen Fans (mit gültiger Tageskarte bzw. Saisonfahrkarte) abgewiesen. Das war ein Widerspruch zur tagesaktuellen Mitteilung auf der Vereinshomepage. Angemerkt, die Tageskassen hatte geschlossen. Meine Kritik ist, warum hatte man in den Fanhinweisen nicht eindeutig geschrieben, das wegen Corona nur Leipziger ins Stadion rein dürfen?

Zurück nach Gößnitz. Am Vereinsgebäude der Karl-Ebhardt-Sportstätte, dem Stelzenhaus, wurden Risse und Löcher festgestellt, so die offizielle Mitteilung im Stadionheft. Die Reparaturen sollen lt. Bürgermeister Wolfgang Scholz bis spätestens kommendes Frühjahr abgeschlossen sein. Zur weiteren, besseren Digitalisierung will man die Hart- und Software aufwerten, verbessern. Dazu wurde an den Landessportbund ein Fördermittelantrag gestellt. Das Vorwort im Stadionheft schrieb Vereinschef Lutz Goerke. Unterstützung erhält er von Uwe Schiffter (Schriftführer), Karsten Schiebold (Öffentlichkeitsarbeit, Macher der Homepage, beide im Foto) und weiteren Vereinsmitgliedern. Siehe auch meine Bildergalerie. Zu meiner Heimatstadt und dem SV Regis-Breitingen, da sind drei Bände zur 100-jährigen Geschichte der Leichtathletik (Autor: Bernd Kipping) im Umlauf, erhältlich beim Verein und im Serviceladen Katrin Frank (Deutzener Straße). Und in der Kreisliga A MTL/LL war an diesem Wochenende spielfrei. Und das ermöglichte mein Gößnitzer Gastspiel.

Wie geht’s nun weiter im Fußball? Die Bundesliga wird unter bestimmten Regeln (Hygiene und ohne Zuschauer) weiter spielen, doch der Amateurfußball hat das Nachsehen, muss mindestens vier Wochen Pause machen, auch das Training unterbrechen. Eine Ersatzmöglichkeit wäre für die Sportfreunde einzeln in einem nahen Waldgebiet zu trainieren. Wir in Regis-Breitingen haben die unter Naturschutz stehenden Breitingener-Haselbacher Teiche.