20. Mai 2021 / 20:52 Uhr

Kampfsport trifft Handball: SC DHfK gewinnt Heimspiel gegen HC Erlangen

Kampfsport trifft Handball: SC DHfK gewinnt Heimspiel gegen HC Erlangen

Tilman Kortenhaus
Leipziger Volkszeitung
Leipzig, 20.05.2021, QUARTERBACK Immobilien ARENA Leipzig, Handball, Männer, 1. Bundesliga, Nachholspiel 24. Spieltag , 
SC DHfK - HC Erlangen ,     
Im Bild v.l.: Alen Milosevic (34, Leipzig), Sebastian Firnhaber (18, Erlangen), Maciej Gebala (28, Leipzig) und Marko Mamic (22, Leipzig) , 
Foto: PICTURE POINT / Gabor Krieg , 
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Die DHfK-Männer lieferten sich mit Erlangen eine harte Partie. © Picture Point
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Souveräner Auftritt: Die Handballer des SC DHfK Leipzig haben im Nachholspiel gegen den HC Erlangen beständig ihren Vorsprung behauptet. Die Haber-Sieben gewann die körperbetonte Partie 30:25 (12:9). Damit steuern die Messestädter auf die beste Bundesliga-Saison ihrer Vereinsgeschichte.

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Leipzig. An den Anblick der leeren Ränge in der Arena Leipzig sind die Handballer des SC DHfK längst gewöhnt. Seit Monaten müssen die Bundesliga-Profis auf die moralische Unterstützung ihrer Fans verzichten – und auch das Heimspiel gegen den HC Erlangen sollte trotz aller Bemühungen keine Ausnahme werden. Gegen Kiel soll es dann endlich klappen mit den Fans. Die Chancen dafür verbessern sich von Tag zu Tag, auch der SC DHfK zeigt sich hoffnungsvoll. Immerhin konnten am Donnerstagabend Trommler, DHfK-Mitarbeiter und Journalisten das kämpferische Duell der direkten Tabellennachbarn live miterleben. zwölf Zeitstrafen, acht Siebenmeter, 55 Tore und ein 30:25 (12:9)-Sieg für die Leipziger standen am Ende auf dem Papier.

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Schwierige erste Hälfte

"Es war eine sehr kämpferische Partie", kommentierte Coach André Haber denn auch. "Zuschauer hätten heute sehr geholfen und einen Heimsieg mit uns feiern können", ergänzte Luca Witzke. "Gegen Magdeburg hätten sie ein geiles Spiel mit viel Tempo gesehen, heute eher ein kampfbetontes. Aber auch diese Spiele müssen wir gewinnen. Da sind wir einfach froh, dass es geklappt hat."

DURCHKLICKEN: Bilder zum DHfK-Sieg gegen Erlangen

Einwandfreie Performance: Die DHfK-Handballer gewinnen das Nachholspiel gegen Erlangen 30:25 (12:9). Zur Galerie
Einwandfreie Performance: Die DHfK-Handballer gewinnen das Nachholspiel gegen Erlangen 30:25 (12:9). ©

Es war sicherlich kein gutes Zeichen, dass Lukas Binder, der gefährlichste Tempospieler der Sachsen und neunfacher Torschütze gegen den SCM, nicht mit im Aufgebot der Gastgeber stand. Der Linksaußen mit grün-weißem Blut in den Adern ist selbst mit starken Schmerzen eigentlich nicht von der Platte zu bekommen, hat schon mit Prellungen und Wunden aller Art weitergespielt. Doch gegen den HC Erlangen musste er aufgrund einer Sprunggelenksverletzung pausieren – und mit ihm sinnbildlich auch das Tempo der Partie. Zerfahren, voller technischer Fehler und unnötiger Fouls war das Spiel kein sonderlich attraktives Abendprogramm für Handballfans.



Erlangen schaltet nur kurz zurück

Immer wieder bissen sich Gregor Remke und Co. an der kompakten 6:0-Defensive von Coach Michael Haaß fest, dessen Mittelblocker fleißig Strafminuten auf der Bank sammelten. Vier Zwangspausen und drei Siebenmeter halfen den Leipzigern die erste Hälfte mit 12:9 für sich zu entscheiden – doch sechs technische Fehler verhinderten eine höhere Führung. Zum Vergleich: im vergangenen Ost-Derby waren es über 60 Minuten lediglich sieben. "Ich war nicht sehr zufrieden mit unserer ersten Halbzeit, da haben wir zu viel falsch gemacht und zu viel liegen lassen", so Haber später. "In der zweiten Halbzeit haben wir es deutlich besser gemacht, aber wir haben es heute nicht gut verstanden, im Tempo Schaden anzurichten. Das ist eigentlich unsere Stärke."

Um keine Rote Karte zu kassieren, gestaltete sich das Abwehrspiel der Erlanger zumindest in der zweiten Hälfte etwas sanfter und ermöglichte der Truppe von Trainer Haber einige leichte Treffer. Beim Spielstand von 20:17 verfielen die Gäste jedoch in alte Muster, kassierten die nächste Zwangspause und verloren langsam den Anschluss. Stefan Bauer und Tarek Marschall setzten wenig später nach, verhalfen der Haaß-Sieben damit zu einer Haaß-Fünf und sicherten den Leipzigern so die frühe Entscheidung. Auf dem Weg zum 30:25-Endstand verletzte sich zu allem Überfluss noch Rückraumspieler Martin Larsen im Gesicht und rundete mit einem dicken Kühlpack am Kopf und Blut auf der Platte das Bild eines Boxkampfes ab. Dazu passte dann auch das Resümee von Leipzigs Gregor Remke: "Wir wussten, dass sie uns verprügeln wollen, sobald es losgeht – und genau das haben wir bekommen."

Die Statistik zum Spiel:

Leipzig: Säveraas; Birlehm; Wiesmach (4); Witzke (2); Krzikalla (4/4); Meyer-Siebert; Larsen (3); Roscheck; Weber (2); Mamic (3); Remke (4); Gebala (1); Neumann; Milosevic (3): Esche (4); Gansau.

Erlangen: Ziemer; Boieck; Sellin; Jäger (3); Marschall; Kellner (3); Firnhaber (3); Büdel; Bissel (1); Mosindi (1); Schäffer (1); Meschke; Von Gruchalla; Jeppsson (10/2); Olsson (2); Bauer (1).

Siebenmeter: Leipzig 4/4; Erlangen 2/4.

Strafen: Leipzig 5; Erlangen 7.