20. März 2020 / 19:32 Uhr

"Kann keiner beurteilen": Ungewisse Zukunft für die Badenstedter Frauen

"Kann keiner beurteilen": Ungewisse Zukunft für die Badenstedter Frauen

Uwe Serreck
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Badenstedts Handball-Damen sind Tabellenführer.
Badenstedts Handball-Damen sind Tabellenführer. © Florian Petrow
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Vor dem Ligaabbruch feierten die Badenstedter Handball-Frauen die Tabellenführung in der 3. Liga Nord. Es soll allerdings keine sportlichen Absteiger aus den ersten beiden Ligen geben. Was dies für die 3. Liga bedeutet, ist noch ungewiss.

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Die Handball-Frauen aus Badenstedt sind fünf Spieltage vor Saisonende Tabellenführer in der 3. Liga Nord, doch der mögliche Aufstieg ist ungewisser denn je. Wegen des Coronavirus hat die Frauen-Bundesliga die laufende Meisterschaftsrunde nun abgebrochen, außerdem wird es keine sportlichen Absteiger aus der 1. und 2. Bundesliga geben. Nur was das für die 3. Liga bedeutet, ist bisher nicht geklärt – da diese unter dem Dach des Deutschen Handballbundes läuft. Ein Austausch zwischen der HBF und dem DHB hat noch nicht stattgefunden.

Bilder vom Spiel der 3. Handball-Liga Nord zwischen dem TV Badenstedt und dem Hannoverschen SC

Volle Körperkontrolle beim Abschluss von Badenstedts Marie Kristin Gerber. Zur Galerie
Volle Körperkontrolle beim Abschluss von Badenstedts Marie Kristin Gerber. ©

Lizenzanträge sorgen für Schwierigkeiten

„Die Kommunikation ist, gelinde formuliert, unglücklich“, sagt Uwe Lehmann, Geschäftsführer der Badenstedter Spielbetriebsgesellschaft. Ob an der geplanten Aufstiegsrelegation festgehalten wird oder nachträglich alle vier Drittligameister hoch dürfen – klare Pläne liegen bei der HBF noch nicht in der Schublade. Was es für die Vereine außer der unklaren sportlichen Situation schwierig macht: Bis zum 15. April müssten die potenziellen Aufstiegskandidaten der vier Drittligastaffeln ihre Lizenzanträge stellen. Lehmann hofft aber, dass dieser Termin nach hinten verschoben wird.

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Für die 2. Liga müsste Badenstedt den Etat verdoppeln. „Wir waren bei der Zusammenstellung bisher gut unterwegs, aber die aktuelle wirtschaftliche Situation verändert alles“, sagt er. Viele Sponsoren seien mittelständische Unternehmen, die von der Krise besonders betroffen sind. Lehmann: „Heute kann keiner beurteilen, ob die Zusagen eingehalten werden können.“

Das Geld fehlt

Die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland wird großen Einfluss auf die Zusammensetzung der Ligen haben. Schon in den vergangenen Jahren zogen sich regelmäßig Vereine zurück, weil das Geld fehlte. Außerdem hat der Handball ohnehin nur noch einen begrenzten Einfluss darauf, in welcher Form ein Spielbetrieb fortgesetzt werden könnte.

"Nach dem Sommer alles neu spielen"

Weil etwa Baden-Württemberg grundsätzlich alle Veranstaltungen bis Mitte Juni verboten hat, wovon die meisten Teams in der Süd-Liga betroffen sind, ist eine Fortsetzung der Saison ohne Wettbewerbsverzerrung kaum möglich. Lehmann wünscht sich, dass auch die Drittliga-Saison abgebrochen wird: „Man sollte einen Schnitt machen und nach dem Sommer alles neu spielen.“