16. Mai 2021 / 19:43 Uhr

Goldene Ansagen: Potsdamer glänzen im starken deutschen Kanu-Team

Goldene Ansagen: Potsdamer glänzen im starken deutschen Kanu-Team

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Zunächst gewann Jacob Schopf im Kajak-Einer, später ließ er noch den Zweier-Triumph folgen.
Zunächst gewann Jacob Schopf im Kajak-Einer, später ließ er noch den Zweier-Triumph folgen. © Szilard Koszticsak/MTI/AP/dpa
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Beim Weltcup in Ungarn buchten Jacob Schopf und Sebastian Brendel mit ihren Siegen das Olympia-Ticket. Routinier Ronald Rauhe kann sich auf seine sechsten Sommerspiele einstellen. Max Lemke sitzt dabei mit ihm im Boot.

Mit voraussichtlich vier Aktiven wird der KC Potsdam im OSC bei den Sommerspielen in Tokio dabei sein – und die Ergebnisse vom Weltcup am Wochenende in Szeged lassen auf weiteres Olympia-Edelmetall für den erfolgreichsten Kanu-Rennsport-Verein der Welt hoffen. Bei dem gut besetzten Event in Ungarn waren die Potsdamer auf olympischen Distanzen am Gewinn von dreimal Gold und einmal Silber des Deutschen Kanu-Verbands (DKV) beteiligt. Insgesamt holte der DKV in den zwölf Disziplinen sechs Gold- sowie je eine Silber- und Bronzemedaille.

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Brendel sichert sich clever den Doppelstart

Der Weltcup diente für das deutsche Team als Olympia-Qualifikationswettkampf. Stark präsentierte sich allen voran der 21 Jahre alte Jacob Schopf. Der KCP-Kajakspezialist siegte zunächst im Einer über 1000 Meter und dann auch noch auf derselben Strecke im Zweier mit seinem WM-Titel-Partner Max Hoff (Essen). Sie erwehrten sich des Angriffes durch das andere deutsche Duo Jakob Kurschat/Jakob Thordsen (Dresden/Hannover), das auf Platz vier landete. „Ich kann meine Gefühle gerade gar nicht in Worte fassen“, sagte Schopf nach dem Einzeltriumph. Erleichtert war er dann angesichts des Erfolgs im Duo, nachdem Hoff zu Saisonbeginn individuell noch nicht überzeugt hatte.

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Clever agierte Sebastian Brendel im Canadier. Auf das Solorennen über 1000 Meter verzichtete er im Wissen, dass ihm in Tokio dank der erstmalig bei Olympia möglichen Doppelbesetzung pro Nation ein Einsatz sicher ist. So legte der 33-Jährige all seine Energie mit Tim Hecker (Berlin) in den 1000-Meter-Zweier, den sie schließlich gewannen. Ihre nationalen Widersacher Conrad Scheibner/Michael Müller (Berlin/Magdeburg) hatten hingegen das A-Finale verpasst, nachdem Scheibner zuvor im C1 siegreich gewesen war, aber auch Kräfte gelassen hatte. Damit wird ihm bei Olympia nur der Einer bleiben, Brendel darf doppelt ran. „Ich freue mich, dass ich die Chance bekomme, meine beiden Titel zu verteidigen“, sagte der Potsdamer, der 2016 zweimal Gold gewonnen hatte. 2012 siegte er bereits im C1.

Sebastian Brendel (v.) und der Berliner Tim Hecker entschieden den Canadier-Zweier für sich.
Sebastian Brendel (v.) und der Berliner Tim Hecker entschieden den Canadier-Zweier für sich. © Szilard Koszticsak/MTI/AP/dpa

Die beiden weiteren DKV-Erfolge in Szeged gelangen überraschend den Kajak-Frauen über 500 Meter im Zweier und Vierer.

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Kajak-Vierer der Männer auf Platz zwei

Inmitten der Goldflut wirkte der zweite Platz für das eigentliche Flaggschiff schon fast enttäuschend. Der Kajak-Vierer der Männer mit den Potsdamern Ronald Rauhe und Max Lemke sowie Max Rendschmidt (Essen) und Tom Liebscher (Dresden), zuletzt dreimal in Serie Weltmeister, musste sich über 500 Meter Spanien geschlagen geben. Immerhin wurde das Duell gegen ein weiteres deutsches Boot klar gewonnen. Somit kann Routinier Rauhe im Alter von fast 40 Jahren mit der Teilnahme an seinen sechsten Olympischen Spielen planen.

Für das dreimalige Weltmeister-Quartett - Max Rendschmidt, Ronald Rauhe, Tom Liebscher und Max Lemke (v.r.) - blieb dieses Mal nur Platz zwei im Kajak-Vierer.
Für das dreimalige Weltmeister-Quartett - Max Rendschmidt, Ronald Rauhe, Tom Liebscher und Max Lemke (v.r.) - blieb dieses Mal nur Platz zwei im Kajak-Vierer. © Szilard Koszticsak/MTI/AP/dpa

Die Olympia-Premiere der Canadier-Frauen wird derweil wohl ohne Potsdamer Beteiligung stattfinden. Im Zweier über 500 Meter verpasste das KCP-Gespann Annika Loske/Ophelia Preller das A-Finale, während Lisa Jahn/Sophie Koch (Berlin/Karlsruhe) dort Rang drei belegten. Loske bleibt nun bloß noch beim zweiten Weltcup am kommenden Wochenende in Russland die Chance, sich einen Platz im C1 über 200 Meter zu ergattern. Das wird schwer.

Somit liegen die Tokio-Hoffnungen des KCP auf Schopf, Rauhe, Lemke und Brendel. Sie sollen die bisherige Club-Bilanz von 19-mal Gold, elfmal Silber und fünfmal Bronze bei Olympischen Sommerspielen weiter aufpolieren.

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