17. Mai 2021 / 14:53 Uhr

"Dominanz ist erstaunlich": Hering-Pradler bei Weltcup in Ungarn bereits in Goldform

"Dominanz ist erstaunlich": Hering-Pradler bei Weltcup in Ungarn bereits in Goldform

Stefan Dinse
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Hier fährt die Nummer eins: Sabrina Hering-Pradler (rechts) mit Melanie Gebhart, Jule Marie Hake und Tina Dietze.
Hier fährt die Nummer eins: Sabrina Hering-Pradler (rechts) mit Melanie Gebhart, Jule Marie Hake und Tina Dietze. © IMAGO/GEPA pictures
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Sieg im Zweier und Sieg im Vierer: Sabrina Hering-Pradler hat sich mit ihren deutschen Teamkolleginnen beim Kanu-Weltcup im ungarischen Szeged in Topform präsentiert. "Ihre Dominanz ist erstaunlich", sagte Landestrainer Jan Francik. Die 29-Jährige könnte so zur Medaillengarantin bei Olympia werden.

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Wenn Sabrina Hering-Pradler diese Form halten kann, und darin bestehen wenig Zweifel, dürfte sie bei den Olympischen Spielen zur deutschen Medaillengarantin werden. Die Kanurennsportlerin vom Hannoverschen KC bewies beim Weltcup im ungarischen Szeged, dass sie die Nummer eins im Kajak der Frauen ist. Sie gewann zwei Goldmedaillen und ist im Zweier ebenso wie Vierer eine Topfavoritin in Tokio. „Ihre Dominanz ist erstaunlich“, lobte Landestrainer Jan Francik.

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Im Zweier siegte Hering-Pradler mit der Leipzigerin Tina Dietze. „Wir konnten wirklich so durchfahren, wie wir uns das vorgestellt haben. Wir sind schön bei uns geblieben, haben uns nicht unter Druck setzen lassen“, sagte die Hannoveranerin. Im neuformierten Kajak-Vierer mit Melanie Gebhardt (Leipzig), Jule Hake (Lünen) und Dietze paddelte Hering-Pradler nach 500 Metern auf Rang eins vor Weißrussland und Dänemark. Nur die große Kanunation Neuseeland war in Ungarn nicht am Start.

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Francik rechnet damit, dass Hering-Pradler noch vor Olympia obendrein im Einer getestet wird: „Sie könnte in Tokio in drei Disziplinen. Und ich will mal nicht übertreiben, sie hat in allen sehr gute Medaillenchancen.“

Plan von Thordsen und Kurschat geht nicht auf

Alles auf eine Karte haben Jakob Thordsen vom HKC und sein Partner Jakob Kurschat (Dresden) gesetzt. Über 1000 Meter forderten sie im Kampf um Tokio das Weltmeisterduo Jacob Schopf/Max Hoff heraus. Die junge Crew versuchte sich in einem „Abbruchrennen“, also einfach volles Tempo mit dem Ziel, den Gegner zu demoralisieren und beizeiten von der Sinnlosigkeit seines Tuns zu überzeugen.

Das funktionierte nicht, wenngleich Thordsen/Kurschat zur Hälfte noch führten. „Es war die richtige Taktik, aber Schopf ist zurzeit in übermenschlicher Form. Niemand konnte dieses Boot schlagen“, attestierte Francik. Schopf gewann auch im Einer.

Thordsen/Kurschat wurden Vierte hinter Tschechien und der Slowakei, auf diese Platzierung kam es jedoch nicht an. Nach dem Rennen gingen die beiden deutschen Boote längsseits, viele Worte machten die Athleten aber nicht. Alle waren völlig erschöpft. „Auch die Weltmeister mussten ans Limit gehen“, so Francik, „die Boote sind in etwa gleich stark.“

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Den Herausforderern gehöre allerdings die Zukunft. „Es ist eine super Perspektive mit Blick auf Paris 2024“, betonte Francik. Für Thordsen/Kurschat stehen in diesem Jahr zudem noch EM und WM an.

Im Canadier jubelte Conrad Scheibner nach seinem überlegenen Start-Ziel-Sieg im Einer, ehe er drei Stunden später mit Tränen in den Augen aus dem Zweier stieg. Das Weltcup-Finale mit Michael Müller verpasste er. Somit sicherte sich der dreimalige Olympiasieger Sebastian Brendel mit seinem neuen Partner Tim Hecker das Ticket für die Spiele. „Tokio!“, schrie Hecker im Ziel und brachte es damit auf den Punkt.