24. März 2020 / 17:58 Uhr

Kanute Ronald Rauhe über Olympia-Verschiebung: "Für mich persönlich richtig hart"

Kanute Ronald Rauhe über Olympia-Verschiebung: "Für mich persönlich richtig hart"

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Ronald Rauhe
Athen-Olympiasieger Ronald Rauhe hat sich bei den deutschen Kanu-Meisterschaften gleich zwei Titel geholt. Foto: Soeren Stache © Sören Stache/dpa
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Olympia 2020: Ronald Rauhe vom KC Potsdam wollte eigentlich nach den Spielen im Sommer seine Karriere beenden. Die Verschiebung der Olympischen Spiele bringt ihn nun in eine Zwickmühle.

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Ausnahme-Kanute Ronald Rauhe hatte geahnt, was kommen würde. „Diese Entscheidung war zu erwarten. Sie ist gesellschaftlich unumgänglich. Die Spiele zu verschieben ist richtig. Aber das ist für mich persönlich auch richtig hart. Das muss ich erst mal sacken lassen und verdauen. Ich kann im Moment nicht sagen, wie es weitergeht“, so der Turbo-Paddler vom KC Potsdam. Der 38-jährige Familienvater, der mit Ehefrau Fanny, einst ebenso Kanu-Olympiasiegerin, und den zwei Söhnen in Falkensee wohnt, meint: „Da hängen so viele Sachen dran. Für mich war immer klar, nach den Spielen im Sommer ist Schluss. Darauf liefen die privaten wie beruflichen Planungen hinaus. Nun gibt es eine andere Situation. Da bauche ich jetzt ein paar Tage, um das mit meiner Ehefrau zu beraten. Im Moment kann ich da nichts dazu sagen.“

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Für Rauhe sollten es die sechsten Olympischen Spiele werden. Nach Bronze (2000), Gold (2004), Silber (2008) und erneut Bronze (2016) wollte er einen goldenen Schlusspunkt setzen. Denn ursprünglich wollte er schon 2016 nach Rio das Paddel aus der Hand legen. Aber Rauhe stieg wieder ins Kanu, weil die neue olympische Bootsklasse Kajakvierer über 500 Meter ihm zu passe kam. Mit seinen Teamkollegen wurde er 2017, 2018 und 2019 dreimal in Folge Weltmeister, galt als Gold-Kandidat für Olympia 2020.

Rauhe sagt: „Unser Weg war ja kein schlechter bis hierher. Immerhin wurden die Spiele ja nicht ganz abgesagt. Nun liegt die Entscheidung bei mir, ob ich meine Karriere fortsetze.“ Er gibt zu: „Ich bin ehrlich, ich konnte mich am Dienstag schon nicht mehr für das Training motivieren, weil ich eine solche Entscheidung geahnt habe. Die Enttäuschung ist da, aber ich kann niemandem sauer sein, niemand ist Schuld an dieser Verschiebung. Jetzt muss alles dafür getan werden, um diese Krise zu überwinden.“

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