03. August 2021 / 05:49 Uhr

Kanuten Brendel/Hecker holen Bronze - Schopf knapp am Podest vorbei

Kanuten Brendel/Hecker holen Bronze - Schopf knapp am Podest vorbei

Tobias Gutsche
Märkische Allgemeine Zeitung
Das Canadier-Duo Sebastian Brendel (l.) und Tim Hecker sowie Kajak-Spezialist Jacob Schopf).
Das Canadier-Duo Sebastian Brendel (l.) und Tim Hecker sowie Kajak-Spezialist Jacob Schopf). © dpa
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Zum erneuten Goldcoup reichte es für den Potsdamer Canadier-Fahrer und seinen Partner aus Berlin nicht, dennoch war er glücklich. Kajak-Youngster Jacob Schopf lieferte einen großen, aber unbelohnten Kampf. 

Für Sebastian Brendel war es eine neue Erfahrung. Nach bislang drei olympischen Goldmedaillen gewann der Kanu-Rennsportler des KC Potsdam im OSC nun eine andere Edelmetallfarbe: Bei den Sommerspielen in Tokio paddelte der 33-Jährige am Dienstag zusammen mit dem neun Jahre jüngeren Tim Hecker aus Berlin zu Bronze. Im Canadier-Zweier über 1000 Meter siegte Kuba mit neuer olympischer Bestzeit vor China und dem dem deutschen Duo. Brendels erst 22-jähriger Vereinskollege Jacob Schopf belegte nach großem Kampf Platz vier im Kajak-Einer über 1000 Meter.

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Brendel/Hecker hatten wieder viel auf ihren starken Schlussspurt gesetzt und waren auch auf den letzten Metern noch einmal dicht an die beiden führenden Boote herangefahren. Vorbei kamen sie aber bei unterstützendem Schiebewind nicht mehr. "Wir haben am Ende wahnsinnig gekämpft", sagte Brendel anschließend im ZDF, war glücklich über den Podestplatz und lobte Hecker für eine gute Arbeit. "Wir haben alles gegeben, was ging. Ich habe fast gekotzt im Ziel", erklärte der Olympianovize, der jedoch auch etwas traurig war, dass es nicht zu Gold gereicht hatte. Bei den vergangenen beiden Sommerspielen hatte Deutschland den C2 gewonnen - jeweils mit reinen Potsdam-Booten: 2012 waren es Peter Kretschmer/Kurt Kuschela, vier Jahre später triumphierte Brendel mit Jan Vandrey.

Derweil fehlte für Schopf nicht viel, um der erst vierte Deutsche zu sein, der eine Olympiamedaille im Kajak-Einer über 1000 Meter gewinnt. Nach schwachem Start arbeitete sich der gebürtige Berliner stark nach vorne. Hinter dem souveränen Sieger Balint Kopasz aus Ungarn entwickelte sich ein packender Dreikampf um die weiteren Ränge auf dem Podium. Silber sicherte sich der Kopasz-Landsmann Adam Varga vor Fernando Pimenta aus Portugal. Lediglich 0,076 Sekunden kam Schopf nach Pimenta ins Ziel, auch Varga war bloß 0,123 Sekunden entfernt.

Brendel und Schopf starten noch einmal

Der Weg zu olympischen Kanu-Rennsport-Medaillen ist in Tokio besonders anstregend. Das Wettkampfschema wurde im Vergleich zu vorherigen Sommerspielen verändert. Nicht nur, dass inzwischen bei keiner Bootsklasse mehr vom Vorlauf direkt ins A-Finale eingezogen werden kann. Sondern das für alle verpflichtende Halbfinale findet auch noch am selben Tag des Endlaufs lediglich rund zwei Stunden vorher statt. Brendel/Hecker hatten ihren Lauf in der Zwischenrunde gewonnen und dabei zwischenzeitlich die olympische Bestzeit verbessert. Diese stand seit 1996 und war von den damaligen Goldmedaillengewinnern Gunar Kirchbach aus Potsdam und Brendels heutigem Trainer Andreas Dittmer gehalten worden.

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Topfit und taktisch clever müssen die Paddler bei diesem Wettkampfsystem sein. Schnelle Regeneration ist wichtig. Vor allem Schopf muss nun wieder in kurzer Zeit die Akkus aufladen, denn am Mittwoch und Donnerstag ist er bereits wieder zusammen mit Max Hoff (Essen) im Kajak-Zweier über 1000 Meter gefordert. Brendel hat etwas mehr Zeit zum Verschnaufen. Der C1 auf der 1000-Meter-Distanz wird am Freitag und Samstag gefahren. Dann kann der Brandenburger Historisches schaffen, indem er bei diesem Wettbewerb zum dritten Mal in Serie bei Sommerspielen gewinnt. Drei Olympiasiege nacheinander auf einer Strecke schafften bisher nur der Schwede Gert Fredriksson zwischen 1948 und 1956 im K1 über 1000 Meter, die Brandenburgerin Birgit Fischer (1996 bis 2004/K4 500 Meter) und ganz frisch Lisa Carrington aus Neuseeland (2012 bis 2021/K1 200 Meter).

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