05. Mai 2021 / 14:41 Uhr

"Kapiert das doch mal": Wolfsburg-Trainer Glasner so sauer wie lange nicht

"Kapiert das doch mal": Wolfsburg-Trainer Glasner so sauer wie lange nicht

Engelbert Hensel
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wurde im Training laut: Oliver Glasner, der Coach des VfL Wolfsburg.
Wurde im Training laut: Oliver Glasner, der Coach des VfL Wolfsburg. © Roland Hermstein
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Vor dem Schlussspurt in der Fußball-Bundesliga wurde es beim VfL Wolfsburg am Mittwoch im Training laut. Coach Oliver Glasner war sauer.

Schafft es der VfL in die Champions League? Die Wolfsburger haben als Tabellendritter vor den letzten drei Spieltagen dieser Fußball-Bundesliga-Saison im Vergleich zu den Konkurrenten Frankfurt (Vierter) und Dortmund (Fünfter) die besten Karten. Damit der VfL nicht doch noch abgefangen wird, fordert Trainer Oliver Glasner für den packenden Endspurt volle Konzentration und hundertprozentigen Fokus. Im Training am Mittwochmorgen klappte das zu Beginn des Trainingsspiels nicht - daraufhin wurde Glasner sauer.

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Schon nach ein paar Sekunden gab es für das Team mit Leibchen einen Elfer, Marin Pongracic hatte den verschuldet, beschwerte sich jedoch über die Entscheidung des Trainerteams, das auf den Punkt zeigte. Ridle Baku scheiterte aber an Torhüter Pavao Pervan. Alles gut für Pongracic und Co.? Nein! Nachdem die vermeintliche B-Elf erneut zu viele Fehler in der Defensive gemacht hatte, platzte Glasner der Kragen. Der Coach wurde laut und kritisierte die Spielweise - und Pongracic, weil der sich über die Elfer-Entscheidung beschwert hatte. "Halt den Mund", schimpfte der Coach in Richtung des kroatischen Nationalspielers.

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Einmal in Fahrt, legte Glasner nach. "Ihr seid nur im eigenen Strafraum", schrie er und ärgerte sich über die vielen Fehler im Spielaufbau. Das gehe so nicht. "Kapiert das doch mal", brüllte Glasner, dessen Team mit 32 Gegentoren nach 31 Spieltagen zwar die zweitbeste Abwehr der Liga hat, jedoch in den vergangenen vier Spielen, in denen es zehn Gegentore gegeben hatte, gerade hinten ungewohnte Schwächen zeigte.

Nach den letzten beiden beim 0:2 gegen Dortmund hatte der Coach angefressen reagiert und gesagt: „Wir müssen uns die Niederlage leider auch wieder selbst zuschreiben, weil wir in diesen Duellen einfach zu viele individuelle Fehler machen.“ Diese individuellen Fehler müsse man vor den Duellen mit Union Berlin, RB Leipzig und Mainz 05 in den Griff bekommen. Glasner war zuletzt öfter mal im Training laut geworden. Der Coach hatte zu Beginn des Jahres angekündigt: Er werde "wachsam sein", damit seine Spieler trotz des Höhenflugs nicht nachlassen.

Gut: Nach Glasners Ansage waren solche Fehler im Trainingsspiel nicht mehr zu sehen - und auch das Spiel nach vorn klappte, sodass der Coach auch lobende Worte fand und am Ende der Einheit deutlich entspannter wirkte als noch zu Beginn der Partie.

Nicht mit dabei im Training war Paulo Otavio. Der Linksverteidiger hatte die Einheit am Dienstag wegen muskulärer Probleme abbrechen müssen. Am Mittwoch fehlte er dann komplett. Auf Nachfrage hieß es, es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme. Die Position hinten links nahm Jerome Roussillon ein.