27. März 2021 / 19:54 Uhr

Kapitän Martin Panter: „Papendorf ist sportlich genau das, was ich gesucht habe"

Kapitän Martin Panter: „Papendorf ist sportlich genau das, was ich gesucht habe"

Johannes Weber
Ostsee-Zeitung
Papendorfs Kapitän Martin Panter.
Martin Panter gilt als Führungsspieler bei der SG Warnow Papendorf. © Johannes Weber
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Der Routinier spielt bei der SG Warnow Papendorf im defensiven Mittelfeld. Martin Panter fiebert im Profifußball seit vielen Jahren beim englischen Topklub Manchester United mit.

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Martin Panter trägt die Binde bei der SG Warnow Papendorf. Der Kapitän geht in den meisten Fällen beim Spitzenreiter der Landesklasse V voran. 2019 entschloss er sich nach vielen Jahren beim PSV Rostock für den Wechsel zum Vorstadt-Klub. Im Interview mit dem SPORTBUZZER erklärt Panter, warum sich der Wechsel ausgezahlt hat. Zudem berichtet der 32-Jährige darüber, dass ihn der englische Fußball mehr anspricht als das Geschehen in der Bundesliga.

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Du hattest, bevor deine Fußballer-Laufbahn richtig Fahrt aufnahm, den Fokus auf eine andere Sportart. Welche war das?
Also ich habe zunächst in der E-Jugend beim SV Hafen Rostock mit dem Fußballspielen angefangen. Durch einen Lehrer an der Schule bin jedoch dann zur Leichtathletik gekommen. Ich war vor allem im Weit- und Hochsprung sehr aktiv und bei Letzterem durchaus auch ambitioniert. Aufgrund von anhaltenden Kniebeschwerden musste ich mit 16 Jahren jedoch aufhören.

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Und wie bist du dann zum Fußball zurückgekommen?
Ich habe nebenbei ein paar Jahre in der Straßenliga gespielt und bin dann in der B1-Jugend wieder zum SV Hafen gestoßen. Kurz danach hatte ich dort meine erfolgreichste Saison.

Was habt ihr den alles abgeräumt?
Das war eine überragende Zeit in der A-Jugend. In meiner letzten Saison im Nachwuchs sind wir Kreismeister und Kreispokalsieger geworden. Zudem hatten wir uns für den Bezirkspokal im Vorjahr qualifiziert und diesen ebenfalls gewonnen. In der Halle haben wir auch einige Titel geholt. Insgesamt war das eine Supertruppe, in der ich unter anderem mit Philipp Scheller (heute SV Warnemünde, d. Red.), Stephan Schwemer (heute FC Rostock United, d. Red.) und Philip Sibrins (heute FSV Kühlungsborn, d. Red.) zusammengespielt habe.

Einen weiteren großen Erfolg konntest du ja mit dem PSV Rostock landen.
Genau, auch hier habe ich jahrelang mit einer unglaublichen Truppe zusammengespielt. Ich bin ja einst vom SV Hafen II zum PSV gewechselt. Dort haben wir dann fünf Jahre auf den Aufstieg in die Landesliga hingearbeitet. Wir haben beim PSV zunächst erfrischen Offensivfußball gezeigt, sind damit aber immer knapp gescheitert. Ausgerechnet mit einer defensiver orientierten Spielweise unseres neuen Trainers Mark Bresemann sind wir dann 2017 aufgestiegen. Schade, dass wir in der gleichen Saison nicht auch noch das Endspiel im Landesklassenpokal gegen den PSV Wismar (0:1, d. Red.) gewinnen konnten.

Am Ziel Landesliga endlich angekommen, hast du noch eineinhalb für den PSV Rostock gespielt. Wie kam es dann zum Abschied?
Die erste Saison in der Landesliga Ost war sehr intensiv, vor allem zeitlich. Da meine Tochter zur Welt kam, wollte ich auch viele Momente mit ihr genießen. Daher habe ich in der zweiten Landesliga-Spielzeit angekündigt, zur Winterpause mir einen neuen Verein zu suchen, wo sich Familie und Fußball besser vereinbaren lassen. Auf Landesebene wollte ich aber noch spielen. Daher ist es dann die SG Warnow Papendorf geworden.

Die Zuschauertabelle der Landesklasse V in der Saison 2020/21:

Der FC Seenland Warin beim Mannschaftskreis. Zur Galerie
Der FC Seenland Warin beim Mannschaftskreis. ©

Wie bewertest du deinen Wechsel nach Papendorf?
Ich hatte vorher schon ständigen Kontakt mit Spielern wie Maik Peters, Paul Rose oder Christian Engels. Sie haben mich dann überzeugt, nach Papendorf zu wechseln. Ich würde sagen, dass es die richtige Entscheidung war. Schon nachdem ich ein bis zwei Mal mittrainiert hatte, merkte ich, wie hoch die Trainingsbeteiligung war und dass immer zwei Torhüter bei den Einheiten waren. Das hatte bei meinen vorherigen Stationen so selten erlebt. Die Mannschaft hat mir den Einstieg auch erleichtert und mich super aufgenommen. Wir haben alle ein großartiges Verhältnis und unternehmen auch privat einige Dinge. Papendorf ist sportlich genau das, was ich gesucht habe.

Während du zur SG Warnow gegangen bist, gab es danach den Landesliga-Abstieg des PSV. Wie bewertest du das?
Dass der PSV auf bittere Art und Weise absteigen musste, tat mir schon sehr leid. Der Verein musste ja in die Landesklasse runter, weil es zwei MV-Absteiger aus der Oberliga gegeben hatte und sich dadurch die Abstiegregelung bis runter zur Kreisebene sich veränderte. Daher habe ich den PSV Rostock auch mit einem weinenden Auge verlassen, da ich dort eine schöne Zeit hatte.

Zurück zu deiner Person: Früher hast du mal offensiver gespielt. Wie kam es zur Umstellung ins defensive Mittelfeld?
Beim SV Hafen und zu Beginn meiner PSV-Zeit war ich Stürmer oder hängende Spitze. Mein damaliger Trainer Burkhard Schulz hat mich dann weiter hinten aufgestellt, im defensiven Mittelfeld. Dort habe ich mich dann festgespielt, was bei heute meine Position ist.

"Ansonsten sehe ich den Sport mittlerweile als Ausgleich zum Alltag, mit seinen Freunden zusammen zu kommen."

Welche sportlichen Ziele hast du noch?
Seit 2019 spiele ich für Warnow Papendorf und möchte mit dem Verein noch einen Titel gewinnen. Dieses Jahr schaut es ja ganz gut aus. Wir sind als Tabellenführer der Landesklasse V in die Corona-Pause gegangen. Sollte die jetzige Spielzeit annulliert werden, nehmen wir in der kommenden Saison einfach einen neuen Anlauf. Ansonsten sehe ich den Sport mittlerweile als Ausgleich zum Alltag, mit seinen Freunden zusammen zu kommen.

Wie siehst du generell die aktuelle Situation mit der langen Unterbrechung im Amateurfußball?
Es gibt Wichtigeres als Fußball, aber klar, jedem juckt es in den Füßen, wieder gegen den Ball zu treten. Die sozialen Kontakte mit der Truppe und das Zusammensitzen nach den Trainings-Einheiten sowie den Spielen fehlt. Ich bin dafür, dass wir zusehen, die Hinrunde noch sportlich zu beenden, um nicht ein zweites Mal nacheinander einen Saisonabbruch zu erleben. In unserer Staffel hat jeder noch drei Spiele in der ersten Halbserie zu absolvieren, das wäre noch machbar bis Sommer. Ansonsten hoffe ich, dass wir zur neuen Saison wieder etwas beständiger spielen können, auch mit der Hoffnung, dass der Impfstatus in Deutschland dann weiter vorangekommen ist. Für die Leute ist es wichtig, dass sie sich wieder bewegen können.

In Papendorf hast du ja mittlerweile auch in der Ü 35 erstmals Luft geschnuppert. Wie war das für dich?
Das war schon etwas lustig und man trifft einige alte Weggefährten. Der Fußball bei der Ü 35 ist etwas anders, da steht die geballte Erfahrung auf dem Feld.

Einige Erfahrungen hast du auch schon als Fan von Manchester United gemacht. Woher kommt deine Begeisterung für den englischen Rekordmeister?
Mich hat die Generation, die 1999 das Finale in der Champions League gegen den FC Bayern München (2:1, d. Red.) gewonnen haben, beeindruckt. Spielertypen wie David Beckham, Roy Keane oder Gary Neville haben mich zum Fan werden lassen. Das Endspiel damals habe ich als Kind geschaut. Mittlerweile bin ich seit 10 Jahren auch Vereinsmitglied.

Hast du schon einmal ein Spiel der 'Red Devils' besucht?
Ja. 2012 war mein erstes Spiel, das ich im Old Trafford erlebt habe. Manchester United hat die Partie mit 2:0 gegen die Queens Park Rangers gewonnen. Es war ein tolles Erlebnis in dem altehrwürdigen Stadion. Der englische Fußball hat einfach ein ganz andere Aura als der deutsche. Daher interessiere ich mich auch mehr für die Premier League als für die Bundesliga.