22. Mai 2020 / 20:52 Uhr

Karl-Heinz Rummenigge kontert Fritz Keller: Offenlegung von Spielergehältern "kalter Kaffee"

Karl-Heinz Rummenigge kontert Fritz Keller: Offenlegung von Spielergehältern "kalter Kaffee"

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat die Forderung von DFB-Präsident Fritz Keller, alle Spielergehälter offen zu legen, gekontert.
Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge hat die Forderung von DFB-Präsident Fritz Keller, alle Spielergehälter offen zu legen, gekontert. © dpa/Montage
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Sollen Fußballklubs zukünftig öffentlich machen, welche Gehälter sie ihren Profis zahlen? DFB-Präsident Fritz Keller hatte dies erst kürzlich gefordert. In einem Interview mit dem "Spiegel" kontert nun Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge.

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Erst am Sonntag kritisierte Bayern-Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge den aktuellen DFB-Präsidenten Fritz Keller scharf für dessen Aussagen in einem Spiegel-Interview, in dem Keller die "Großkotzigkeit" der Spieler anprangerte. Jetzt hat der Bayern-Chef Keller erneut gekontert - denn der DFB-Boss hatte im gleichen Atemzug auch gefordert, die Gehälter der Fußball-Profis offen zu legen. Im Gespräch mit dem Spiegel watschte Rummenigge Keller ab und bezeichnete den Vorschlag als "kalten Kaffee".

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So warnte Rummenigge nun eindringlich vor den Folgen von öffentlich einsehbaren Gehältern: "Damit würden wir doch nur eine Neiddebatte anstoßen. Es ist ja bekannt, dass die Spieler sehr viel Geld verdienen", erläuterte der FCB-Boss seine Ablehnung des Keller-Vorschlags. "Aber wenn wir das auf Heller und Pfennig veröffentlichen würden, dann hätten wir in den Mannschaftskabinen der Bundesliga und in der Öffentlichkeit eine schräge Diskussion. Wem täten wir damit einen Gefallen?"

Rummenigge fordert DFB erneut dazu auf, "*vor der eigenen Tür zu kehren"*

Auch die These des DFB-Präsidenten, der Fußball habe sich zu weit von den Menschen entfernt, kann Rummenigge nur bedingt nachvollziehen. "Fußballer haben heutzutage mehr als je zuvor eine Vorbildrolle, und der müssen sie auch gerecht werden. Aber man sollte nicht versuchen, sie alle in ein und dieselbe Richtung zu erziehen", sagte der 64-Jährige. "Ich finde ohnehin, dass viele Spieler der heutigen Generation ihre Rolle sehr gut annehmen." Der Bayern-Boss empfahl dem DFB zudem erneut, "vor der eigenen Tür zu kehren": "Ich nenne hier das Beispiel 'Die Mannschaft' und die öffentliche Kritik, die darauf folgte. Der DFB hat sich insbesondere in den vergangenen Jahren zu einer Marketingmaschine entwickelt", kritisierte der ehemalige Nationalspieler.

Schon am Sonntag bei Sky wies Rummenigge Keller für dessen forsches Interview im Spiegel zurecht: "Wenn wir eine Krise im Fußball hatten, dann war sie beim DFB zu suchen (...). Ich würde mich freuen, wenn der DFB seine Hausaufgaben macht." Damit bezog sich Rummenigge darauf, dass für die unter dem Verbandsdach ausgetragenen Wettbewerbe, vor allem 3. Liga und Frauen-Bundesliga, zu diesem Zeitpunkt im Gegensatz zur Bundesliga noch kein Restart-Termin gefunden hatten.

Das sind die Vorgänger von DFB-Präsident Fritz Keller

Fritz Keller (links) ist der designierte DFB-Präsident: Theo Zwanziger (zweiter von links), Wolfgang Niersbach
 (dritter von links) und Egidius Braun (rechts) gehören zu seinen Vorgängern. Zur Galerie
Fritz Keller (links) ist der designierte DFB-Präsident: Theo Zwanziger (zweiter von links), Wolfgang Niersbach (dritter von links) und Egidius Braun (rechts) gehören zu seinen Vorgängern. ©

Rummenigge: Gehaltsobergrenze muss auch in der Premier League gelten

Um die Folgen der Corona-Krise im Profifußball abzufedern, wird zudem immer wieder über eine Gehaltsobergrenze debattiert - selbst DFL-Chef Christian Seifert plädiert dafür, ebenso DFB-Boss Keller. Auch Rummenigge spricht sich weiterhin dafür aus: "Ich war schon vor zehn Jahren mit dem damaligen Uefa-Präsidenten Michel Platini mehrmals in Brüssel bei den EU-Kommissaren. Michel hat jedes Mal die Idee eines Salary Cap nach amerikanischem Vorbild vorgetragen. Und er hat sich jedes Mal eine blutige Nase geholt, weil es mit der europäischen Wettbewerbsgesetzgebung nicht in Einklang zu bringen war", sagte der FCB-Macher. "Vielleicht ist das jetzt nach Corona möglich. Das sollte dann aber auch unbedingt, nach dem Brexit, für die Premier League, die wichtigste Liga in Europa, gültig sein."