12. August 2019 / 20:25 Uhr

Es passt nicht viel zusammen: 96 fliegt in Karlsruhe aus dem DFB-Pokal

Es passt nicht viel zusammen: 96 fliegt in Karlsruhe aus dem DFB-Pokal

Andreas Willeke
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Konsterniert: Marvin Bakalorz und Waldemar Anton.
Konsterniert: Marvin Bakalorz und Waldemar Anton. © imago images / Sportfoto Rudel
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Hannover 96 ist im DFB-Pokal in der ersten Runde gescheitert. Beim Karlsruher SC gab es eine verdiente 0:2-Niederlage.

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Hätte er geahnt, dass es wieder ein gebrauchter Arbeitstag für ihn in Karlsruhe wird, wäre Mirko Slomka vorher sicher nicht so entspannt gewesen. Lässig lehnte er vor dem Spiel an der Ersatzbank und plauderte mit Oliver Kreuzer, fast wie im Frühjahr 2017, als sie Trainer und Manager in Karlsruhe waren. Freundschaftlich verbunden sind sie weiter, sagt der 96-Coach, obwohl Kreuzer ihn doch nach nur drei Monaten wieder nach hannover geschickt hat.

Danach galt Slomka als kaum mehr vermittelbar im deutschen Fußball, bis 96 ihn wieder ins Trainerleben beförderte. Slomka soll den Klub wieder ins wahre Bundesligaleben zurückführen. Dazu taugt der Pokal zwar nicht, aber indirekt eben doch. Es wird höchste Zeit für einen Sieg, die Mannschaft muss ins Laufen kommen nach dem Fehlstart in die Liga. Aber all die Hoffnungen erfüllten sich gestern nicht, 96 verlor 0:2 und flog schon in der ersten Runde aus dem DFB-Pokal.

Karlsruher giftiger als die 96-Spieler

Die von Kreuzer gemanagten Spieler haben es Slomkas Team dabei mal richtig schwer gemacht. Es ging so gar nicht freundschaftlich zu, die Karlsruher waren giftiger in ihrem Wildpark, bissiger und wuchtiger als die 96-Spieler, die nur in der ersten Viertelstunde die Partie dominierten.

Mehr zum 96-Pokal-Aus

Der Problemraum wurde mit zunehmender Spielzeit der Karlsruher Strafraum. Bis zum, manchmal sogar bis in Sechszehner kombinierten sie oft mit viel Tempo. Aber dann kam der letzte Pass nicht an den Mann. Bestes Beispiel in der 30. Minute. Florent Muslija setzte sich an der Mittellinie geschickt durch, Linton Maina startete durch, legte aber am Strafraum ungenau zurück auf Marvin Ducksch, der den Ball verschluderte. So verpuffte eine richtige gute Konterattacke im Nichts.

Maina und Muslija bleiben wirkungslos

Diese Szene wiederholte sich in ähnlicher Besetzung und fast identischen Ablauf mehrmals. Vor allem Maina und Muslija brachten auf der linken Seite ihre Tempovorteile nicht ins Ziel.

Auf der anderen Seite tauchten die Karlsruher mit zunehmender Spielzeit immer häufiger gefährlich vor Ron-Robert Zieler auf. Das bevorzugte Mittel ihrer Wahl - hohe Bälle, um ihre „Ochsen“ um den 1,95 Meter Stürmer Philipp Hofmann einzusetzen.

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<b>2018/19:</b> Nachdem in der ersten Runde der Karlsruher SC noch mit 6:0 aus dem Wettbewerb geschossen wurde, war in der zweiten Runde für Hannover 96 schon wieder Schluss. Mit 0:2 verloren die Roten zuhause gegen den VfL Wolfsburg. Eine Woche später trafen sie in der Liga erneut aufeinander, 96 siegte 2:1. Zur Galerie
2018/19: Nachdem in der ersten Runde der Karlsruher SC noch mit 6:0 aus dem Wettbewerb geschossen wurde, war in der zweiten Runde für Hannover 96 schon wieder Schluss. Mit 0:2 verloren die Roten zuhause gegen den VfL Wolfsburg. Eine Woche später trafen sie in der Liga erneut aufeinander, 96 siegte 2:1. ©
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Die Führung fiel dann aber bodennah nach einem Konter. Edgar Pribs Rückpass erreichte Hendrik Weydandt nicht, und dann ging’s zügig über außen. Die 96-Abwehr wurde auf dem falschen Fuß erwischt, viel zu weit weg von ihren Gegenspielern. Am Ende der Konterkette war Lukas Krozurek so frei einzuschießen (53.).

Glück für 96 noch, dass nur fünf Minuten später die Karlsruher zu früh über einander herfielen nach Lukas Frödes Gewaltschuss - der unsichere Schiedsrichter Benjamin Corpus pfiff noch Abseits. Nach dem verwandelten Elfmeter von Marvin Wanitzek (61.) und dem 0:2 blieb 96 nicht mehr viel als Verzweiflungsangriffe.

96 fehlt die Durchschlagskraft

Diesmal lief es damit ganz anders als vor einem Jahr, als 96 locker mit 6:0 gewonnen hatte. Danach folgte zwar eine bescheidene Saison, die mit dem Abstieg endete. Zu behaupten, dass nun nach dieser Niederlage im Umkehrschluss die Saison mit dem Aufstieg enden kann, wäre sehr gewagt. 96 fehlt die Durchschlagskraft, da passt noch nicht viel zusammen. Die Saison in Liga und Pokal beginnt mit Enttäuschungen - es wird umso dringender höchste Zeit für einen Sieg - und zwar gleich am Samstag in Wiesbaden.

Die Roten in Noten: Die 96-Einzelkritik zum Pokal-Aus in Karlsruhe

Ron-Robert Zieler – Note 3,5: Macht sich groß gegen Hofmann, bei Pisots Pfostenschuss wäre er wohl da gewesen. Nicht zu halten beim 0:1 und Elfmeter-0:2. Zur Galerie
Ron-Robert Zieler – Note 3,5: Macht sich groß gegen Hofmann, bei Pisots Pfostenschuss wäre er wohl da gewesen. Nicht zu halten beim 0:1 und Elfmeter-0:2. ©

Hier gibt's die Partie KSC – Hannover 96 im Liveticker zum Nachlesen:

Aufstellung: So startet Hannover 96 im DFB-Pokal beim KSC

 Ron-Robert Zieler. Zur Galerie
 Ron-Robert Zieler. ©
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