30. Juli 2021 / 15:08 Uhr

Karriere-Knick oder Durchstarter: Was wird aus Niklas Süle, Julian Brandt & Co.?

Karriere-Knick oder Durchstarter: Was wird aus Niklas Süle, Julian Brandt & Co.?

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Niklas Süle, Julian Brandt und Julian Draxler: Drei vielversprechende Karrieren am Scheideweg.
Niklas Süle, Julian Brandt und Julian Draxler: Drei vielversprechende Karrieren am Scheideweg. © IMAGO/imagebroker/Shutterstock/Getty
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Für einige Stars ist die kommende Saison extrem wichtig: Schaffen sie es, ihr Potential abzurufen, können sie für ihre Teams FC Bayern, BVB, PSG oder Kiel ganz wichtige Spieler werden. Oder drohen sie an den Erwartungen zu scheitern? Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick über fünf Profis, die am Scheideweg stehen. 

Sie stehen im deutschen Fußball voll im Fokus: Für Niklas Süle, Julian Brandt, Julian Draxler, Nico Schulz und auch Fiete Arp lief die letzte Spielzeit alles andere als optimal. Die Erwartungen, die ihre Vereine an sie hatten, konnten sie bisher nicht erfüllen. Jetzt müssen sie liefern. Der SPORTBUZZER gibt einen Überblick, warum das Quintett sich für seine persönliche Zukunft in der neuen Spielzeit ordentlich strecken sollte.

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Niklas Süle (FC Bayern München)

Die Verteidiger-Kante des FC Bayern spielte in der vergangene Saison keine gute Rolle im Klub, der 25-Jährige hatte keinen Stammplatz. Auch bei der Europameisterschaft ließ Ex-Bundestrainer Joachim Löw ihn außen vor: Süle spielte nur 17 Minuten. Dem Abwehrspieler werden immer wieder Fitness-Defizite vorgeworfen, bei der Vorbereitung der Nationalmannschaft in Seefeld (Österreich) musste er Extraschichten schieben. Gut für den Abwehr-Koloss: Mit Julian Nagelsmann hat er bei den Bayern einen neuen Trainer, der ihn aus dem Hoffenheimer Nachwuchs kennt und ihn sehr schätzt. "Er muss was tun, das weiß er, aber ich halte sehr, sehr viel von ihm", erklärte Nagelsmann in einem Interview mit der Sport Bild. Süle geht in sein letztes Vertragsjahr bei den Bayern, auch ein Verkauf in diesem Sommer scheint nicht ausgeschlossen, wenn der Rekordmeister mit ihm noch Kasse machen will. Bleibt er, muss er sich für einen neuen Vertrag in München empfehlen. Mit guten Leistungen könnte er sich aber auch bei anderen Klubs in den Fokus spielen und dann bei einem ablösefreien Wechsel ein dickes Handgeld kassieren.

Julian Brandt (Borussia Dortmund)

Der Dortmund-Profi galt immer als das große Versprechen des deutschen Fußballs: Brandt bringt für eine Weltklasse-Karriere alles mit. Der 25-Jährige ist technisch stark, kreativ, schnell, hat ein gutes Auge. "Er ist ein guter Typ, hat unglaubliches Potenzial", lobte BVB-Sportdirektor Michael Zorc zuletzt gegenüber der Bild. Sein Talent bringt er aber zu selten auf den Platz. In Dortmund war Brandt in der vergangenen Saison kein Stammspieler, deswegen war er bei der EM auch nur Zuschauer und wurde nicht in der Kader berufen. Brandt muss jetzt zeigen, dass er seine Fähigkeiten kontinuierlich abrufen kann. "Ich erwarte von ihm eine Leistungssteigerung", so Zorc. Sonst wird es beim BVB nichts mehr mit seiner Erfüllung des bis 2024 laufenden Vertrags. Immer wieder gibt es Gerüchte um seinen Abschied. "Es macht total Sinn, dass sich Julian unter dem neuen Trainer beweisen kann", erklärte Zorc. Auch Brandt will bleiben; Gerüchten über einen Wechsel nach Italien erteilte er eine Absage.

Julian Draxler (Paris Saint-Germain)

Der Mittelfeldspieler stand überraschend auch nicht im EM-Aufgebot der deutschen Nationalmannschaft. Bei seinem Klub, Paris St. Germain, spielt Draxler mit unzähligen Superstars wie Neymar oder Kylian Mbappé zusammen - auf dem Feld gehört er aber oft nicht richtig dazu. Der Mittelfeldspieler pendelt zwischen Startelf und Ersatzbank, hat es in all den Jahren nicht geschafft, sich kontinuierlich in der PSG-Startelf festzuspielen. Etwas überraschend kam deshalb seine Vertragsverlängerung in Paris bis 2024. Der Klub scheint weiterhin voll auf den Techniker zu setzen. Allerdings: Wenn Draxler auch im Hinblick auf die Nationalmannschaft wieder auf sich aufmerksam machen will, dann muss er in diesem Starensemble endlich dauerhaft zu ersten Elf gehören - das Potential hat er.

Nico Schulz (Borussia Dortmund)

Der Linksverteidiger wechselte im Sommer 2019 für rund 25 Millionen Euro von der TSG Hoffenheim zu Borussia Dortmund. Seitdem brach sein Marktwert völlig ein, liegt laut transfermarkt.de aktuell nur noch bei sechs Millionen Euro. Beim BVB hat Schulz es in zwei Jahren nicht geschafft, sich durchzusetzen. Er kam nur auf 37 Pflichtspieleinsätze, deshalb war er auch zuletzt für die Nationalmannschaft kein Thema mehr. Dabei galt er nach seinen starken Leistungen in Hoffenheim als Top-Kandidat, die schwache linke Seite im DFB-Team zu schließen. Doch daraus wurde nichts. Die Dortmunder sind inzwischen bereit, Schulz abzugeben, hatten zuletzt Interesse an einer Verpflichtung des Leipzigers Marcel Halstenberg. Das Problem: Das Gehalt von Schulz dürfte in der Bundesliga kaum ein Klub stemmen können und wollen. Angeblich soll es bei viereinhalb Millionen Euro liegen, sein Vertrag bei der Borussia läuft noch drei Jahre. Für ihn gilt: Einen Neuanfang bei einem anderen Klub wagen oder an die Zeiten aus Hoffenheim anknüpfen. Dann wird ihn Dortmund gerne behalten wollen.

Hummels, Haaland und Bellingham: Das sind die Rekordtransfers des BVB

Mats Hummels, Erling Haaland und Jude Bellingham (v.l.) gehören zu den teuersten Transfers in der BVB-Geschichte. Wie viel Geld die Dortmunder für sie ausgaben, erfahrt ihr in unserer Galerie.  Zur Galerie
Mats Hummels, Erling Haaland und Jude Bellingham (v.l.) gehören zu den teuersten Transfers in der BVB-Geschichte. Wie viel Geld die Dortmunder für sie ausgaben, erfahrt ihr in unserer Galerie.  ©

Fiete Arp (FC Bayern/Holstein Kiel)

Seine Karriere hatte schon einen harten Knick. Beim Hamburger SV wurde er vor Jahren als der neuen Heilsbringer im Sturm gefeiert, entschied sich dann aber, den Verein zu verlassen. Für drei Millionen Euro wechselte er 2019 zum FC Bayern München - die Erwartungen bei dem Rekordmeister konnte er aber zu keiner Zeit erfüllen. Sein einziges Pflichtspiel für die Profimannschaft absolvierte er am 15. Oktober 2020 in der ersten Runde des DFB-Pokal, als er beim 3:0-Sieg der Bayern beim FC Düren in der 77. Minute eingewechselt wurde. Ansonsten kam Arp in der zweiten Mannschaft des FCB zum Einsatz, erzielte dort in der 3. Liga in 42 Spielen acht Treffer. Viel zu wenig für ein Talent mit seinen Qualitäten. Zu Beginn dieser Saison wechselte der 21-Jährige auf Leihbasis für ein Jahr zu Zweitligist Holstein Kiel, wo er im ersten Ligaspiel bei der 0:3-Niederlage gegen St. Pauli in der Startelf stand. Sollte sich Arp in Kiel durchsetzen könnte seine Karriere noch mal durchstarten - wenn nicht, droht der nächste Knick.