11. Februar 2022 / 19:02 Uhr

Kartentrick für Wolfsburgs Stürmer: Glasner will Kruse mit Pokerturnier locken

Kartentrick für Wolfsburgs Stürmer: Glasner will Kruse mit Pokerturnier locken

Victor Catalina
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Hat sich für Max Kruse etwas Besonderes überlegt: Frankfurt-Trainer Oliver Glasner.
Hat sich für Max Kruse etwas Besonderes überlegt: Frankfurt-Trainer Oliver Glasner. © Roland Hermstein/DPA
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Der VfL Wolfsburg will in Frankfurt in der Erfolgsspur bleiben, dabei soll auch Max Kruse mithelfen. Für den Angreifer hat sich Eintracht-Coach Oliver Glasner aber etwas Besonderes überlegt.

Zwei erfolgreiche Jahre hatte Oliver Glasner mit dem VfL. Am Samstag (15.30 Uhr) gibt's das zweite Wiedersehen nach seinem Abschied aus der VW-Stadt, wenn der Wolfsburger Fußball-Bundesligist in Frankfurt gastiert und dort nach dem 4:1 gegen Fürth einen weiteren Sieg folgen lassen will. Dabei mithelfen soll auch Max Kruse - allerdings hat sich der Eintracht-Coach für den Angreifer etwas ganz Spezielles einfallen lassen...

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„Ich wollte es eigentlich nicht verraten", sagte Glasner am Freitagnachmittag auf der Pressekonferenz vor dem Spiel schmunzelnd. "Um Max Kruse stoppen zu können, veranstalten wir ein Pokerturnier und hoffen, dass er teilnimmt..." Der Österreicher weiß offenbar, dass der deutsche Ex-Nationalspieler eine große Leidenschaft fürs Pokern und in seiner Freizeit auch schon den einen oder anderen Euro am Tisch erspielt hat. Dass sich Kruse mit diesem ungewohnten Angebot ködern lässt, glaubt VfL-Trainer Florian Kohfeldt allerdings nicht: "Man kann sich bei Max komplett darauf verlassen, dass er samstags da ist." Daher schätze der Coach seinen Stürmer so. Und zwar "als Spieler" und "als Persönlichkeit".

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Pokern statt Toreschießen - den Frankfurtern würde es sicher gefallen, wenn Kruse nicht mitwirken würde. Denn gegen die Eintracht scheint Wolfsburgs neue Nummer 9 besonders motiviert zu sein: Sieben Treffer und fünf Vorlagen in 22 Partien kann Kruse gegen die Hessen aufweisen - eine bessere Statistik hat der Stürmer nur gegen Hoffenheim (neun Tore und acht Assists in 20 Spielen), den übernächsten VfL-Gegner. "Ich hoffe, dass er dieser Unterschieds-Spieler bleibt, der er aktuell ist", sagt Kohfeldt. "Es gibt aber keine Anzeichen, dass er es nicht sein sollte." Denn den Angreifer zeichne grundsätzlich "eine sehr hohe Stress-Resistenz aus, er hat immer eine Idee mit dem Ball. Er hat auch diese Wettkampfhärte, die ich absolut an ihm schätze", so der VfL-Coach.

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Glasner warnt vor Kruse, gleichwohl freut er sich auch aufs Wiedersehen mit seinem Ex-Verein. „Ich würde lügen, wenn ich sagen würde, es ist ein Spiel, wie viele andere auch", gibt Glasner ehrlich zu. "Es ist natürlich auch ein bisschen besonders für mich, weil ich dort zwei sehr erfolgreiche Jahre mit der Mannschaft gehabt habe.“ Das weiß auch Kohfeldt, der in dieser Zeit noch als Bremen-Trainer am Spielfeldrand das eine oder andere Wortgefecht mit Glasner erlebt hatte. Wie ist das Verhältnis untereinander? "Professionell", sagt der Wolfsburg-Trainer, "wir haben uns immer sehr nett ausgetauscht und haben uns auch mal angeschrien..."

Einen Vorteil wollte sich Glasner aus seiner VfL-Vergangenheit nicht herbeireden lassen. Alle Mannschaften seien mittlerweile sehr gläsern. Was er über Wolfsburg wisse, gelte auch in die andere Richtung. „Wir sind auch nicht so, dass wir unsere Spielanlage Woche für Woche verändern.“ Nach anfänglichen Schwierigkeiten war Frankfurt unter Glasner immer besser in Form gekommen, ließ sich auch von einem kleinen Formtief zu Beginn des Jahres (drei Spiele, kein Sieg) nicht aus der Ruhe bringen und befindet sich nach dem 3:2-Erfolg in Stuttgart am vergangenen Wochenende nach wie vor im Kampf um die europäischen Plätze. „Das Wichtigste ist", so Glasner, "dass wir uns genau nicht mit diesem Platz beschäftigen.“ Alles andere würde nur dazu führen, dass man seinen Fokus auf die sportlichen Themen verliert.

Erfreulich aus Eintracht-Sicht: Filip Kostic und Daichi Kamada stehen nach ihren Infekts wieder zur Verfügung. Kostic könne noch nicht bei 100 Prozent sein. Aber auch ein Kostic mit 80 Prozent könne der Eintracht helfen, so Glasner. Zudem wird Martin Hinteregger den verletzten Ex-Wolfsburger Makoto Hasebe vertreten. Viel Grund für Frankfurter Optimismus, in einer Woche, in der man „richtig Punch und Zug“ im Training hatte, weil mit dem Sieg in Stuttgart „etwas Last abgefallen“ sei. Allerdings: Seit dem Aufstieg 2012 konnten die Frankfurter lediglich zwei ihrer neun Liga-Heimspiele gegen den VfL gewinnen. Wolfsburg gelang zuletzt in Frankfurt vier Siege am Stück. Für Samstag erwartet Glasner aber ein Spiel auf Augenhöhe - und das ist ganz und gar nicht hoch gepokert.