23. März 2022 / 15:15 Uhr

"Richtiger Schritt": Ginter und Müller froh über Austausch mit Amnesty und Co. zu Katar - Fortsetzung geplant

"Richtiger Schritt": Ginter und Müller froh über Austausch mit Amnesty und Co. zu Katar - Fortsetzung geplant

Roman Gerth
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Matthias Ginter, Thomas Müller und ihre DFB-Teamkollegen beschäftigen sich zu Beginn des WM-Jahres intensiv mit dem Thema Menschenrechte in Katar.
Matthias Ginter, Thomas Müller und ihre DFB-Teamkollegen beschäftigen sich zu Beginn des WM-Jahres intensiv mit dem Thema Menschenrechte in Katar. © IMAGO/Jan Huebner (Montage)
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Die Missstände im WM-Gastgeberland Katar stehen beim DFB-Team weiter im Fokus. Routinier Thomas Müller und Verteidiger Matthias Ginter äußerten sich auf der Pressekonferenz am Mittwoch positiv über den Informationsabend mit Menschenrechtsorganisationen, der erst der Anfang gewesen sein soll.

Die deutschen Nationalspieler fühlen sich nach dem Austausch mit Menschenrechtsorganisationen vor der anstehenden Weltmeisterschaft besser über die Lage im Gastgeberland Katar informiert. "Menschenrechte stehen an erster Stelle. Es war gut, sich mit den absoluten Experten auszutauschen", sagte Verteidiger Matthias Ginter am Dienstag auf der Pressekonferenz des DFB-Teams auf SPORTBUZZER-Nachfrage. Thomas Müller erklärte zuvor: "Wir wurden über Sachverhalte aufgeklärt, die medial angerissen wurden und es gab ein paar Hintergrundinformationen. Es war nichts ganz Neues, aber es wurde einiges objektiviert."

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Am Dienstagabend hatte es ein rund anderthalbstündiges Treffen mit Vertretern von Amnesty Internatonal und Human Rights Watch gegeben. Der neue DFB-Präsident Bernd Neuendorf sowie Generalsekretärin Heike Ullrich waren im Teamhotel in Neu-Isenburg vor den Toren Frankfurts ebenfalls anwesend.

Ginter meinte, dass es "ein richtiger Schritt" sei, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und betonte: "Es soll dabei nicht bleiben, wir wollen uns weiter damit auseinandersetzen, dass wir vor Ort alles richtig bewerten können." Der Deutsche Fußball-Bund (DFB) bestätigt das. Beide Organisationen hätten bestätigt, zuvor noch noch nicht mit einer Nationalmannschaft zusammengearbeitet zu haben, sagte DFB-Pressesprecher Jens Grittner. Der Gedanke bestehe darin, die Spieler so zu informieren, damit sie ihre eigene Meinung haben können. Dazu seien Fortsetzungen der Veranstaltung geplant.

Routinier Müller schränkte vor seiner vierten WM-Teilnahme ein, dass er die Situation "als Sportler ganz schwer" einschätzen könnte. "Wir versuchen schon, mit offenen Augen durchs Leben zu gehen. Beim Turnier selbst versuchen wir das Sportliche an erster Stelle zu sehen. Vom DFB und vor allem vom Veranstalter, der FIFA, erhoffe ich mir, dass größere Hebel in Bewegung gesetzt werden", sagte der Offensivspieler des FC Bayern.

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Müllers Teamkollege Manuel Neuer bewertete den Informationsabend mit Blick auf das Turnier im Wüstenstaat ebenfalls als elementar. Bei einigen Ausrichtern großer Turniere in der Vergangenheit habe es "auch schon Missstände" gegeben - und da seien die Nationalspieler nicht so gut vorbereitet gewesen. "Für uns ist es wichtig, dass solche Profis zu uns kommen, damit wir einen Einblick bekommen, gut informiert sind. Wir sollen und müssen dann ja auch darüber sprechen und uns eine Meinung bilden", hatte der DFB-Keeper und Nationalmannschaftskapitän am Dienstag gesagt.

Auf dem Weg zur WM stehen in der ersten Länderspielphase die beiden Partien in Sinsheim gegen Israel (26. März, 20.45 Uhr, ZDF) und in Amsterdam gegen die Niederland (29. März, 20.45 Uhr, ARD) auf dem Programm. Im Juni und September gibt es drei Heim- und drei Auswärtsspiele in der Nations League gegen Italien, England und Ungarn. Das Winter-Turnier im Wüstenstaat wird am 21. November eröffnet.

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