08. Januar 2019 / 21:16 Uhr

Boykott gegen Katar: Finnischer Fußballprofi verzichtet auf Reise ins Trainingslager 

Boykott gegen Katar: Finnischer Fußballprofi verzichtet auf Reise ins Trainingslager 

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Riku Riski (r.) reiste nicht mit der finnischen Nationalmannschaft nach Katar.
Riku Riski (r.) reiste nicht mit der finnischen Nationalmannschaft nach Katar. © imago/All Over Press Finland
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Wie der FC Bayern absolviert auch die finnische Fußball-Nationalmannschaft ein Trainingslager im Katar. Nationalspieler Riku Riski war damit nicht einverstanden - und boykottierte die Reise! Der Aufenthalt im Wüstenstaat passe nicht zu seinen Werten.

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Klare Kante von Riku Riski: Der finnische Nationalspieler verzichtet freiwillig auf die Reise ins Trainingslager nach Katar. Dort bereitet sich Finnland auf die im März beginnende Qualifikation für die Europameisterschaft 2020 vor. Riski hat seine Entscheidung mit ethischen Bedenken begründet. Der finnische Fußballverband hat das Fehlen des Offensiv-Akteurs im Trainingslager bereits bestätigt.

Die EM-Bälle seit 1972

<p><strong>1972 - Telstar Durlast</strong>: Die EM-Bälle bis 2000 sind im Grunde identisch denen der zwei Jahre früher stattfindenden Weltmeisterschaft. Heute vor allem aus Sicht der Vermarktbarkeit unmöglich. 1972 schießt Gerd Müller Deutschland mit dem Telstar Durlast zum ersten Europameister-Titel. Der Ball feiert seine Premiere unter dem Namen Telstar bei der WM 1970 in Mexiko und prägt das typische Bild eines Fußballs mit seiner weißen Farbe und den schwarzen Flicken bis heute. Seinen Namen erhält er aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Satelliten Telstar.</p> Zur Galerie

1972 - Telstar Durlast: Die EM-Bälle bis 2000 sind im Grunde identisch denen der zwei Jahre früher stattfindenden Weltmeisterschaft. Heute vor allem aus Sicht der Vermarktbarkeit unmöglich. 1972 schießt Gerd Müller Deutschland mit dem Telstar Durlast zum ersten Europameister-Titel. Der Ball feiert seine Premiere unter dem Namen Telstar bei der WM 1970 in Mexiko und prägt das typische Bild eines Fußballs mit seiner weißen Farbe und den schwarzen Flicken bis heute. Seinen Namen erhält er aufgrund der Ähnlichkeit mit dem Satelliten Telstar.

© dpa
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Riski: "Dazu werde ich stehen"

Im Interview mit der Zeitung Helsingin Sanomat sagt Riski: "Bei den Gründen für meine Entscheidung ging es um Werte, nach denen ich handeln und die ich hochhalten will. Ich denke, das ist wichtig. Ich habe meine Entscheidung getroffen und werde dazu stehen." Finnlands Nationaltrainer Markku Kanerva hat die Entscheidung des Spielers von HJK Helsinki kritiklos anerkannt.

Ebenso wie das finnische Nationalteam absolviert der FC Bayern im Gastgeberland der WM 2022 sein Trainingslager. Coach Niko Kovac bereitet seine Mannschaft im Wüstenstaat auf die Rückrunde in der Bundesliga vor. Zum wiederholten Male steuert der deutsche Rekordmeister den Katar im Winter zur Vorbereitung an. Neben viel Sonne zieht es den FCB vor allem wegen ausgiebiger Marketing-Partnerschaften dorthin - die staatliche Fluglinie Qatar Airways beispielsweise wirbt auf dem Trikotärmel der Münchener.

Mehr zum Bayern-Trainingslager

Rummenigge lobt die Fortschritte im Katar

Bayerns Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge hatte im Zuge der erneuten Reise nach Katar jüngst davon gesprochen, dass sich die Lage in dem asiatischen Land mittlerweile gebessert habe. „Die Menschenrechtsorganisation der UN, internationale Gewerkschaften und NGOs attestieren heute, dass Katar auf öffentliche Kritik reagiert und Änderungen realisiert hat. Dazu zählen die positive Entwicklung der Rechtslage für Wanderarbeiter und Verbesserungen der Arbeitsrechte in Katar“, sagte Rummenigge in der tz und Abendzeitung.

Für diese Aussage erntete er vielerorts Kritik. „Das ist schon interessant, dass Herr Rummenigge sich jetzt auch als Menschenrechtsexperte sieht“, spöttelt Wenzel Michalski, der Deutschlanddirektor der Menschenrechtsorganisation Human Rights Watch. Michalski räumt aber ein, dass sich „für die Tausenden von Wanderarbeitern auf den WM-Baustellen tatsächlich viel verändert“ hat. Und auch Sylvia Schenk von der Anti-Korruptions-Organisation Transparency International sagt: „Ohne die WM-Vergabe nach Katar wären viele Prozesse nicht so schnell in Gang gesetzt worden.“

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