19. Dezember 2022 / 09:57 Uhr

Nach zuvor selbstkritischen Tönen: WM-Chef stimmt in Lobeshymnen von FIFA-Boss Infantino ein

Nach zuvor selbstkritischen Tönen: WM-Chef stimmt in Lobeshymnen von FIFA-Boss Infantino ein

Redaktion Sportbuzzer
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Hassan al-Thawadi, Chef das katarischen WM-Organisationskomitees 
Hassan al-Thawadi, Chef das katarischen WM-Organisationskomitees  © IMAGO/Fotoarena
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Nach Abschluss der WM in Katar hat Cheforganisator Hassan al-Thawadi ein Fazit des Turniers gezogen und dabei FIFA-Präsident Gianni Infantino in dessen historischer Einordnung zugestimmt. Zuvor hatte al-Thawadi vereinzelte Probleme eigeräumt

Nachdem WM-Cheforganisator Hassan al-Thawadi am Sonntag vor dem Finale zwischen Argentinien und Frankreich in einem TV-Interview überraschend kritische Töne angestimmt hatte, pflichtete er nach Abpfiff des spektakuläre Endspiels dann eher den Lobeshymnen von FIFA-Präsident Gianni Infantino bei und suchte nach Superlativen für die WM in Katar: "Ja, es ist die beste in der Geschichte. Wir haben von Russland gelernt, von Südafrika gelernt, von Brasilien gelernt und von Deutschland gelernt."

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Eine Kopie einer der vorherigen Endturniere sei die Wüsten-WM zur Adventszeit aber nicht gewesen, betonte der OK-Chef. Es sei gemessen am Konzept ein "unverwechselbares Turnier" gewesen, "das man niemals mit anderen vergleichen können wird". Vor und während der Endrunde in Katar war nicht nur die zeitliche Verschiebung in den Winter, sondern auch die Menschenrechtslage im Emirat und die Bedingungen für die Gastarbeiter Anlass für Kritik aus dem Ausland.

Den Eindruck, dass in Katar deutlich weniger Stimmung aufgekommen sei als bei den vorangegangenen Weltmeisterschaften, teilte al-Thawadi wenig überraschend nicht. Auch aus der Fan-Perspektive sei das Turnier "phänomenal" gewesen. Als Beispiel nannte er die Euphorie um das Überraschungsteam aus Marokko, das als erste afrikanische Mannschaft ein WM-Halbfinale erreichen konnte. "Die ganze arabische Welt hat sich hinter Marokko versammelt und mitgefeiert."

WM-Chef räumte "Probleme" für Fans ein

Zuvor hatte er Vorfälle mit Fans bedauert, die durch Regenbögen auf der Kleidung ihre Unterstützung für die queere Gemeinschaft ausgedrückt hatten. "Leider gab es für einige Fans Probleme", sagte al-Thawadi dem britischen TV-Sender Sky News. "Ich denke, dass einige der Sicherheitsleute zu diesem Zeitpunkt eine Entscheidung getroffen haben, um zu sehen, was das Beste ist, ob aus Angst vor möglichen Spannungen im Stadion oder nicht." Einige Zuschauer mussten sich von Shirts oder Hüten mit Regenbogen-Aufdruck trennen, um Einlass ins Stadion zu erhalten.

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Das Hauptziel habe man aber erreicht, so al-Thawadi in seinem Fazit: "Die Möglichkeit zu schaffen, dass die Menschen aus den verschiedensten Teilen der Welt zu uns kommen, um uns kennenzulernen - und dann über uns zu urteilen." Es gebe nach wie vor Unterschiede, aber man teile "eine gemeinsame Leidenschaft".

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