21. September 2020 / 17:35 Uhr

Katharina Diederichs sieht Weltcup-Start als Riesenehre

Katharina Diederichs sieht Weltcup-Start als Riesenehre

Peter Stein
Märkische Allgemeine Zeitung
Katharina Diederichs vom KC Potsdam paddelt in Ungarn im Einer und im Zweier.
Katharina Diederichs vom KC Potsdam paddelt in Ungarn im Einer und im Zweier. © RONALD VERCH
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Am Wochenende wird im ungarischen Szeged ein Kanu-Weltcup ausgetragen. Die Potsdamerin Katharina Diederichs will die Chance nutzen.

Kein Olympia, keine Welt- und Europameisterschaften für die Kanuten im Corona-Jahr 2020. Nun gibt es zu guter Letzt am Wochenende doch noch einen Weltcup im ungarischen Szeged. Während der Olympia-Kader des Deutschen Kanu-Verbandes (DKV) die Saison mit Blick auf die auf 2021 verschobenen Spiele in Tokio längst beendet hat und vor dem Trainingsstart im Oktober noch mal urlaubt, bekommt die zweite Reihe ihre Einsatzchance.

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Turbulente Corona-Saison

Darauf freut sich Katharina Diederichs vom KC Potsdam. Die 19-Jährige wird im Kajak-Einer und im -Zweier über 500 Meter antreten. „Es ist schön, dass wir diesen internationalen Vergleich noch haben, eine Riesenehre für mich“, sagt die Sportschülerin, denn es sei bisher eine sehr turbulente Saison gewesen. Sie war im März mit im Trainingslager in Portugal, als der plötzliche Ausbruch der Corona-Pandemie zur überstürzten Abreise führte. „Da hieß es auf einmal Koffer packen und los“, erinnert sie sich an die hektische Fahrt zum Flughafen, um den Flieger nach Deutschland nicht zu verpassen.

Zu Hause herrschte dann erst einmal lange Ungewissheit, wie es weitergeht. Coronabedingt gab es eine Zeit lang kein Training, keine Schule. „Wir sind dann mit unserem Trainer samt Booten zum Plessower See gefahren und haben dort ein paar Runden gedreht, weil das in Potsdam nicht möglich war“, beschreibt Katharina Diederichs, die bei Lutz Altepost – ehemaliger Weltmeister und Olympia-Medaillengewinner – trainiert, die schwierige Situation. Schließlich musste sie auch noch die Abi-Prüfungen in Mathematik und Englisch meistern, nächstes Jahr sollen dann die abschließenden Prüfungen in Psychologie und Sport folgen.

Beste Erinnerungen an Szeged

Dabei wurde sie zunächst nicht auf der Sportschule in Potsdam angenommen. „Ich kam durch eine Freundin zum Kanu-Rennsport, habe dann ein halbes Jahr quasi in der Warteschleife weiter trainiert, ehe ich Sportschülerin wurde“, blickt sie auf die Anfänge zurück. „Hier in Potsdam mit den Olympiasiegern wie Franziska John trainieren zu können, ist natürlich super. Da kann man sich täglich etwas abschauen und vor allem spornt das an“, meint Katharina Diederichs, die mit besten Erinnerungen nach Szeged reist. In dem ungarischen Kanu-Mekka siegte sie schon 2016 mit dem Kajak-Vierer bei den Olympic Hope Games, im Vorjahr – ebenfalls im Vierer – gab es Silber bei der Junioren-WM in Rumänien.

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Die Kanutin, die sich in der Freizeit am liebsten mit ihren beiden Pudeln Charlie und Cora beschäftigt, sieht den Weltcup als wichtigen Test mit Blick auf 2021 an. Dann werden auch die Nationalmannschaftsplätze für Olympia neu vergeben. Katharina Diederichs wird ihr Bestes geben.

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