15. Dezember 2019 / 15:22 Uhr

Kauczinski-Debüt bei Dynamo Dresden misslingt völlig

Kauczinski-Debüt bei Dynamo Dresden misslingt völlig

Jochen Leimert
Dresdner Neueste Nachrichten
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Misslungener Einstand für Trainer Markus Kauczinski: Die SGD verliert das Auswärtsspiel in Osnabrück mit 3:0. © dpa-Zentralbild
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Der neue Trainer bringt dem Tabellenletzten kein Glück: Dynamo verliert beim VfL Osnabrück mit 0:3 (0:1).

Osnabrück/Dresden. Noch nie hatte Markus Kauczinski ein Spiel verloren, wenn er eine neue Mannschaft übernahm, doch diesmal riss seine Erfolgsserie: Dynamos neuer Coach musste zähneknirschend mitansehen, wie die Dresdner beim Aufsteiger VfL Osnabrück eine verdiente 0:3 (0:1)-Auswärtspleite kassierten. Einmal mehr präsentierte sich die Sportgemeinschaft als ausgesprochen offensivschwach und obendrein als anfällig in der Abwehr. Die Sorgenfalten bei den Fans werden immer tiefer, der erhoffte Impuls durch den Trainerwechsel blieb aus.

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DURCHKLICKEN: Die Bilder vom Spiel in Osnabrück

Die SG Dynamo Dresden verliert das erste Spiel unter dem neuen Trainer Markus Kauczinski mit 0:3. Zur Galerie
Die SG Dynamo Dresden verliert das erste Spiel unter dem neuen Trainer Markus Kauczinski mit 0:3. ©

Der neue Trainer hatte vor Spielbeginn zwei Änderungen vorgenommen: Für den an einem Infekt erkrankten Baris Atik und Jannik Müller durften im Mittelfeld Sascha Horvath und Patrick Ebert auflaufen. Kauczinski setzte anders als zuvor Interimstrainer Heiko Scholz beim 1:1 gegen Sandhausen nicht auf ein 4-2-3-1, sondern auf ein 4-4-2 mit einer Raute im Mittelfeld. Das Konzept ging anfangs zumindest defensiv gegen die selbstbewussten Osnabrücker auf, denn der VfL hatte kaum Chancen. Die erste war auch noch ein Geschenk der Dresdner, denn Florian Ballas rutschte aus und verlor den Ball an Bryan Henning, der aber an Kevin Broll im Dynamo-Tor scheiterte (11.).

Ehlers lässt Heyer allein

Während die Gäste vor knapp 15.352 Zuschauern an der Bremer Brücke zwar mutig in die Zweikämpfe gingen, gelang ihnen im Spiel nach vorn indes nichts. Der VfL unterband Konterversuche schon im Ansatz, Moritz Heyer räumte nach 16 Minuten Ebert rustikal ab und sah dafür Gelb. Als der gleiche Spieler dann Moussa Koné von hinten in die Beine fuhr, hatte der Osnabrücker großes Glück, dass Schiedsrichter René Rohde aus Rostock Gnade vor Recht ergehen ließ und Heyer in der 26. Minute nicht mit der Ampelkarte vom Platz schickte.

DURCHKLICKEN: Die Dynamo-Elf in der Einzelkritik

(1) Kevin Broll: Ist in der 11. Minute erstmals ernsthaft gefordert, als Florian Ballas den Ball verstolpert und an Bryan Hennings verliert, der noch einige Schritte geht und aus kurzer Distanz den Abschluss sucht – Dynamos Keeper reaktionsschnell. Nachdem die Abwehr über weite Strecken des ersten Abschnitts zunächst eher wenige Bälle durchlässt, ist er in der 41. Minute beim 0:1 durch Heyer, der aus Nahdistanz einköpft, chancenlos. Beim 0:2 in der 54. Minute von seinen Vordermännern Nikolaou, Ehlers und Ballas im Stich gelassen und gegen den zu leicht zum Abschluss kommenden Niklas Schmidt machtlos. Beim 0:3 durch Bashkim Ajdini trifft ihn ebenfalls keine Schuld – er zeigte zuvor noch eine Riesenparade gegen Friesenbichler. Rettet Dynamo schlussendlich übers gesamte Spiel hinweg vor weiteren Gegentoren. An der Niederlage – wie schon so oft in dieser Saison – schuldlos und mit Abstand Dynamos bester Mann auf dem Platz. Note: 2,5. Zur Galerie
(1) Kevin Broll: Ist in der 11. Minute erstmals ernsthaft gefordert, als Florian Ballas den Ball verstolpert und an Bryan Hennings verliert, der noch einige Schritte geht und aus kurzer Distanz den Abschluss sucht – Dynamos Keeper reaktionsschnell. Nachdem die Abwehr über weite Strecken des ersten Abschnitts zunächst eher wenige Bälle durchlässt, ist er in der 41. Minute beim 0:1 durch Heyer, der aus Nahdistanz einköpft, chancenlos. Beim 0:2 in der 54. Minute von seinen Vordermännern Nikolaou, Ehlers und Ballas im Stich gelassen und gegen den zu leicht zum Abschluss kommenden Niklas Schmidt machtlos. Beim 0:3 durch Bashkim Ajdini trifft ihn ebenfalls keine Schuld – er zeigte zuvor noch eine Riesenparade gegen Friesenbichler. Rettet Dynamo schlussendlich übers gesamte Spiel hinweg vor weiteren Gegentoren. An der Niederlage – wie schon so oft in dieser Saison – schuldlos und mit Abstand Dynamos bester Mann auf dem Platz. Note: 2,5. ©

Osnabrück erhöhte dann den Druck ein wenig, versuchte, aus 63 Prozent Ballbesitz Zählbares für die Tabelle zu machen. Anas Ouahim schoss aus etwa zehn Metern aus der Drehung vorbei. Dann war es ein Eckball, der zum 1:0 für die Mannschaft von Trainer Daniel Thioune führte: Konnte Dynamo den Kick von der Eckfahne zunächst noch abwehren, brachte Henning den Ball wieder herein und ausgerechnet Heyer köpfte die Kugel in die Maschen. Kevin Ehlers hatte zu spät reagiert und den gelb-rot-gefährdeten Osnabrücker laufen lassen (41.).

Ajdini dämpft letzte Hoffnungen

In der zweiten Halbzeit wurde es nicht besser für die Dresdner, bei denen Kauczinski nun Luka Stor für Alexander Jeremejeff brachte. Vorn blieb Dynamo harmlos, dafür leistete man sich hinten die nächsten Schnitzer: Stor verlor am Mittelkreis den Ball an Niklas Schmidt, der mit der Pille einfach an Ehlers und Ballas vorbeimarschierte und Broll keine Abwehrchance ließ (54.). Während Osnabrück nun auf das dritte Tor spielte und Broll mehrfach prüfte, kam von den Schwarz-Gelben nichts. Erst in der 74. Minute gab René Klingenburg, an dem im Sommer auch der VfL interessiert gewesen war, den ersten Torschuss der Dresdner ab: Der Ball flog allerdings am linken oberen Pfosten vorbei ins Aus.

DURCHKLICKEN: Die Stimmen zum Spiel in Osnabrück

Markus Kauczinski (Trainer Dynamo Dresden):
 Glückwunsch an Osnabrück für den hochverdienten Sieg. Da müssen wir nicht groß drumherumreden, dass Osnabrück uns in allen Belangen überlegen war. Wir hatten nur kurze Phasen, wo man das Gefühl hatte, wir können das Spiel vielleicht offen gestalten. Letzten Endes bin ich von der Leistung enttäuscht. Was wir uns vorgenommen haben, konnten wir uns nicht umsetzen. Wir hatten nicht den Mut, Fußball zu spielen. Dass die Situation für die Mannschaft nicht leicht ist und eine sehr emotionale Zeit war, habe ich auch schon davor gemerkt – dass es nicht mit Handauflegen getan ist, sondern dass es ein langer Weg für uns dort raus wird. Ich muss das Ganze erst mal verdauen, um dann zu schauen, wie es weitergeht. Da gab es schon ein paar Dinge, die mich elementar gestört haben und auf die ich keine Lust habe. Das werde ich mit der Mannschaft dann besprechen. Zur Galerie
Markus Kauczinski (Trainer Dynamo Dresden): "Glückwunsch an Osnabrück für den hochverdienten Sieg. Da müssen wir nicht groß drumherumreden, dass Osnabrück uns in allen Belangen überlegen war. Wir hatten nur kurze Phasen, wo man das Gefühl hatte, wir können das Spiel vielleicht offen gestalten. Letzten Endes bin ich von der Leistung enttäuscht. Was wir uns vorgenommen haben, konnten wir uns nicht umsetzen. Wir hatten nicht den Mut, Fußball zu spielen. Dass die Situation für die Mannschaft nicht leicht ist und eine sehr emotionale Zeit war, habe ich auch schon davor gemerkt – dass es nicht mit Handauflegen getan ist, sondern dass es ein langer Weg für uns dort raus wird. Ich muss das Ganze erst mal verdauen, um dann zu schauen, wie es weitergeht. Da gab es schon ein paar Dinge, die mich elementar gestört haben und auf die ich keine Lust habe. Das werde ich mit der Mannschaft dann besprechen." ©
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Vier Minuten später war das Debakel für die Sachsen dann perfekt. Der vom eingewechselten Ex-Dynamo Marcos Alvarez gut eingesetzte Ouahim scheiterte erst noch an Broll, doch Bashkim Ajdini überwand den bemitleidenswerten Dresdner Torsteher im Nachschuss (78.). Damit erlosch auch der allerletzte Funken Hoffnung, mit viel Dusel vielleicht noch einen Punkt zu ergattern. Wirklich dran geglaubt hatte aber schon seit dem 0:2 niemand mehr – zu schlecht war die Leistung, die der Ex-Bundesligist an diesem Tag bot.