07. April 2021 / 17:09 Uhr

"Kaum Jugendarbeit": Dem Drachenboot-Sport fehlt die Zukunft

"Kaum Jugendarbeit": Dem Drachenboot-Sport fehlt die Zukunft

Alexander Flohr
Hannoversche Allgemeine / Neue Presse
Selten: Immer weniger Kinder begeistern sich für den Drachenboot-Sport.
Selten: Immer weniger Kinder begeistern sich für den Drachenboot-Sport. © Böttcher
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Auf der Anlage des Hannoverschen Kanu-Clubs direkt am Maschsee sieht man nur noch selten junge Menschen. Der Drachenboot-Sport steckt seit Jahren in einer Krise, immer weniger Jugendliche können sich für den Sport begeistern. Beim Hannoverschen Kanu-Club ist es besonders hart.

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Thomas Arbeiter sorgt sich. Auf der Anlage des Hannoverschen Kanu-Clubs direkt am Maschsee sieht er nur noch selten junge Menschen. Der Drachenboot-Sport steckt seit Jahren in einer Krise, immer weniger Jugendliche können sich für den Sport begeistern. Beim Hannoverschen Kanu-Club ist es besonders hart. Arbeiter ist Teamkapitän und Gründungsmitglied des All-Sports-Teams, dazu Vizepräsident des Verbandes.

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„Danach hatten wir auf einen Schlag immer acht bis neun Neue“

Eigentlich, so Arbeiter, hatte das Team in den vergangenen Jahren immer wieder neue Mitglieder gewinnen können, nachdem das große Drachenbootfestival direkt am Maschsee ausgetragen wurde. „Danach hatten wir auf einen Schlag immer acht bis neun Neue“, so Arbeiter. Das ist nun anders. In diesem Jahr fällt die Veranstaltung zum zweiten Mal in Folge aus. Und auch darüber hinaus gibt es keine sportlichen Wettkämpfe während der Pandemie.

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„Unser Sport ist überaltert. Wir haben kaum Jugendarbeit. Da muss sich dringend etwas verändern.“

Das Problem mit zu wenig jungen Mitgliedern gibt es seit Jahren. Mittlerweile kann dies aber nur noch schwer aufgefangen werden. Das All-Sports-Team macht eine Komplettverwandlung durch, nur noch zwei Gründungsmitglieder sind im Team. Arbeiter und Co. suchen ihre Sportler vor allem in anderen Sportarten. Quereinsteiger vom Rudern, Basketball oder Speerwerfen bilden nun die neuen Säulen.

Das kann sich in den kommenden Jahren sicher noch erfolgreich entwickeln. Doch Arbeiter blickt mit Sorge in die Zukunft. „Unser Sport ist überaltert. Wir haben kaum Jugendarbeit. Da muss sich dringend etwas verändern“, sagt er. Doch er weiß auch, dass der Drachenboot-Sport bei Kindern und Jugendlichen nicht unbedingt beliebt ist. „Fußballvereine können den Kindern jedes Wochenende ein Punktspiel bieten. Bei uns trainiert man sehr viel und hat dann nur einige Male im Jahr Wettkämpfe.“ Für einige Kinder sei das zu wenig.

Arbeiters große Hoffnung für dieses Jahr: das 100-jährige Vereinsjubiläum

In seiner Rolle beim Verband will Arbeiter das Thema noch stärker in die Tagesordnung bringen. „Das Ziel muss dringend sein, dass der gesamte Sport mehr Jugendliche anwirbt.“ Eine Idee wäre die Kooperation mit Schulen – mit dem Angebot von AGs oder Thementagen. Das hat das All-Sports-Team in der Vergangenheit bereits angeboten, die Resonanz war eher schwach. „Nur wenige Kinder konnten sich am Ende wirklich dauerhaft für den Sport begeistern“, so Arbeiter.

Seine große Hoffnung für dieses Jahr: Das 100-jährige Vereinsjubiläum. Der Verband hat dafür die Gemeinsame Deutsche Drachenboot-Meisterschaft auf der Langstrecke an den Maschsee verlegt. Am 16. Oktober soll die Veranstaltung stattfinden. Je nach Pandemiesituation sollen dann auch Zuschauer dabei sein. Arbeiter ist sich sicher: „Mit Events können wir auch wieder die Menschen erreichen.“ Das wäre zumindest der erste Schritt, um den Drachenboot-Sport in Hannover auch für die Zukunft zu sichern.