20. März 2020 / 21:03 Uhr

Kaum Zeit zum Abschied: US-Boy muss die Blackbirds verlassen

Kaum Zeit zum Abschied: US-Boy muss die Blackbirds verlassen

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wieder in Boston: Thomas Miller musste die Blackbirds schnell verlassen. Trikots vom VfL und natürlich von seinem Baseball-Team erinnern ihn an seine Zeit in Wolfsburg.
Wieder in Boston: Thomas Miller musste die Blackbirds schnell verlassen. Trikots vom VfL und natürlich von seinem Baseball-Team erinnern ihn an seine Zeit in Wolfsburg. © Privat
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Auf einmal ging alles ganz schnell. Thomas Miller saß plötzlich im Flieger und musste zurück nach Boston in die USA. Im Gepäck dabei: Sein neues Trikot der Blackbirds Wolfsburg. Für den Verbandsligisten wollte er in der kommenden Baseball-Saison auflaufen. Doch dann kam die Corona-Krise...

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Ein Top-Sportsmann

Miller - der US-Boy ist ein Top-Sportsmann. Baseball ist seine Leidenschaft, zudem steckt ein Sprinter in ihm. Die 100 Meter läuft er unter 11,0 Sekunden läuft. Und was am wichtigsten ist: "Er ist ein ganz feiner Kerl", sagt Blackbirds-Teamsprecher Steffen Bohr.

Der US-Boy war im vergangenen Sommer als Assistent-Teacher ans Wolfsburger Theodor-Heuss-Gymnasium gekommen, der Weg zu den in Fallersleben beheimateten Blackbirds anschließend nicht mehr weit.

Dann kam Corona

Miller kam schnell im Team an, war mit seiner Art überall beliebt - und wollte in der kommenden Verbandsliga-Saison, der dritthöchsten Baseball-Liga, mit seinen Freunden angreifen. Mit seiner Geschwindigkeit war er fürs Outfield prädestiniert. Doch auch im Infield fühlte er sich zu Hause, sollte nun auch noch als Pitcher eingesetzt werden. Doch dann kam Corona.

"Seine Organisation hat ihn heimfliegen lassen, nicht alle von uns konnten sich von ihm verabschieden", berichtet Bohr. Ein Geschenk vom Team, dazu sein neues Trikot in der Tasche. So ging es mit dem Flieger von Berlin nach London, dann weiter in seine Heimat Boston. Das Flugzeug hatte Miller dabei fast für sich, nur wenige Passagiere saßen in der Maschine. Kein Wunder: Europäer dürfen zurzeit nicht in die USA einreisen, nur amerikanische Staatsbürger saßen im Flieger.

Gespenstisch: Im Flieger in die USA hat Thomas Miller kaum Gesprächpartner. Die Maschine ist fast leer, Europäer dürfen nicht einreisen.
Gespenstisch: Im Flieger in die USA hat Thomas Miller kaum Gesprächpartner. Die Maschine ist fast leer, Europäer dürfen nicht einreisen. © Privat
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Hoffnung auf ein Comeback

Jetzt ist der US-Boy wieder Zuhause – und vermisst sein Leben in Wolfsburg. „Er ist hier richtig heimisch geworden. War auch ein großer Fan des VfL Wolfsburg. Beim Auswärtsspiel an der Alten Försterei bei Union Berlin war er dabei“, berichtet Bohr.

Unterwegs mit dem VfL: Thomas Miller unterstützte Wolfsburg bei Union Berlin.
Unterwegs mit dem VfL: Thomas Miller unterstützte Wolfsburg bei Union Berlin. © Privat

Miller wird versuchen, in der zweiten Jahreshälfte wieder nach Europa zu kommen, seine Freundin ist zurzeit noch in Spanien. Je nachdem, wie sich die Corona-Krise entwickeln wird. Wenn das Paar etwas in Deutschland findet? „Dann könnte er vielleicht zu ein paar Spielen anreisen“, hofft Bohr auf ein Comeback bei den Blackbirds. Was bis dahin bleibt, ist die Erinnerung an einen tollen Sportsmann und feinen Kerl. Das Trikot wird Miller in Ehren halten.

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Top-Test abgesagt

Sportlich hängen die Blackbirds wie alle anderen in der Luft. Am 4. April war zur Saisoneröffnung ein Spiel gegen Bundesligist Hamburg Stealers geplant. "Sie wären mit ihren Import-Amis und Auswahlspielern gekommen", berichtet der Teamsprecher. "Aber auch das ist alles erst einmal auf Eis gelegt."

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