15. März 2020 / 11:59 Uhr

Kegler Hans Fulczynski wechselt zum Erstligisten SVL Seedorf

Kegler Hans Fulczynski wechselt zum Erstligisten SVL Seedorf

Stefan Peglow
Märkische Allgemeine Zeitung
Bohlekegler Hans Fulczynski vom SVL Seedorf auf der Heimbahn in Aktion.
Bohlekegler Hans Fulczynski vom SVL Seedorf auf der Heimbahn in Aktion. © Eckard Peglow
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Vor zehn Jahren: Youngster Hans Fulczynski wechselt vom SC Hertha Karstädt zum SV Löcknitzstrand Seedorf.

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Für die Prignitzer Kegelsportfreunde kam der Wechsel von Hertha Karstädts Talent Hans Fulczynski zum Erstligisten SV Löcknitzstrand Seedorf vor zehn Jahren nicht überraschend. Denn es war ein notwendiger und richtiger Schritt, den das Ausnahmetalent damals vollzogen hat. Darüber berichtete die MAZ im März vor zehn Jahren wie folgt: „Nun sind die Vermutungen und Gerüchte beendet, Junioren-Kegler Hans Fulczynski wird den SC Hertha Karstädt nach dem Abstieg aus der Landesliga in diesem Sommer verlassen. Sein Weg führt ihn an den Löcknitzstrand zum Bundesligisten SVL Seedorf. Vorerst soll er sich dort in der Landesliga-Mannschaft beweisen und sich mit guten Leistungen für das Erstligateam empfehlen.“

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„Es war der richtige Schritt. Ich habe damals gesagt ich versuche es in der Bundesliga und dann ist das meine letzte Station. Und so ist es bis heute geblieben. Seedorf ist meine zweite Heimat“, sagt Fulczynski heute. Der damals 21-Jährige begann seine Laufbahn 1998 beim Sportclub Hertha Karstädt und spielte von 1998 bis 2005 bei Traktor Perleberg. Mit der Kreisauswahl gewann er bei den Deutschen Jugendmeisterschaften Gold (2003) und Bronze (2002/2007) sowie Silber beim Deutschlandpokal (2006).

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„Beim SVL Seedorf folgten die Deutsche Vizemeisterschaft, ich wurde zweimal Landesmeister mit Norbert Witzel im Doppel und Landesmeister mit der Prignitz-Mannschaft“, erinnert sich der heute 31-Jährige. „Also wir haben schon einiges erreicht, nur nicht den großen Clou geleistet bei den Deutschen, da bin ich eben zweimal gescheitert mit Norbert, ganz knapp.“ Ein „großes Bonbon“ für ihn, an dem er teilnehmen durfte, sei der Europa-Cup 2012 gewesen, bei dem er gut abgeschnitten habe und bis ins Halbfinale vorstieß.

„Irgendwann rückten dann Studium und Berufsleben in den Fokus“, erklärt der ambitionierte Sportler. Er studierte zwei Jahre Theologie und wechselte anschließend wieder ins normale Berufsleben als Krankenpfleger, wie er erzählt. Daher sei es ihm „nicht mehr gegeben an allem so teilzunehmen“ wie er es wolle. Zudem ist er mittlerweile stolzer Vater „in doppelter Ausführung“. Er lebt und arbeitet in Erfurt.„Und seit 2012 bin ich ohne Training, abgesehen von ein paar Kugeln vorweg, wenn ich bei Wettkämpfen bin“, erklärt Fulczynski. Er sei aber noch ein guter Landesligaspieler: „Die würde ich alle noch locker im Schach haben.“ Und Zuhause in Seedorf sei er immer froh, wenn er die Leute, die größeren Gegner, noch ärgern könne.


„Ich bin vor zehn Jahren gewechselt und immer noch zufrieden“

„Wenn ich Zeit habe, bin ich bei den Spielen immer dabei. In dieser Saison und voraussichtlich auch in den nächsten Jahren nur zu den Heimspielen“, informiert er, der derzeit mit den Seedorfern nur noch deren Heimspiele und eventuell deren Pflichtspiele in Berlin bestreitet. „Erfurt liegt ja nicht gerade um die Ecke“, erklärt der Kegler. Meist sei er mit dem Auto zu den Leistunsvergleichen unterwegs. „Das ist die schnellere Variante.“

„Ich bin vor zehn Jahren gewechselt und immer noch zufrieden“, versichert er. Es sei schön in Seedorf zu sein, „weil es familär ist und im Dorf jeder jeden kennt“. Anders als in einem Großstadtclub. Gern erinnert er sich an das Vereinsjubiläum im vergangenen Jahr. Gefeiert wurden 100 Jahre SVL Seedorf. „Das war ein riesen Spektakel. Aber das finde ich gut, wenn man so eine Vereinstradition pflegt.“ Auch das internationale Turnier, das dabei etablierte wurde, habe schon was, bringe Werbung für den Sport und für das Land. „Da wurde viel aufgebaut in Seedorf. Auch die Jugendarbeit hat in den vergangenen Jahren wieder zugenommen. Mein Ziel ist es, für den Verein solange aktiv zu sein, das Ganze in Angriff zu nehmen, wie er in der Bundesliga spielt. Immer vorausgesetzt, dass meine Leistungen auch so bleiben“. Für diese Saison egal wie sie weitergeht, ist den Seedorfer der Klassenerhalt sicher.