09. September 2021 / 20:40 Uhr

Kehrer und Sané überzeugen, im Zentrum wird es eng: Die Gewinner und Verlierer des DFB-Dreierpacks

Kehrer und Sané überzeugen, im Zentrum wird es eng: Die Gewinner und Verlierer des DFB-Dreierpacks

Heiko Ostendorp
RedaktionsNetzwerk Deutschland
Thilo Kehrer und Leroy Sané gehören zu den Gewinnern des ersten Länderspiel-Dreierpacks unter Bundestrainer Hansi Flick.
Thilo Kehrer und Leroy Sané gehören zu den Gewinnern des ersten Länderspiel-Dreierpacks unter Bundestrainer Hansi Flick. © IMAGO/Horstmüller/Sportfoto Rudel/Sven Simon (Montage)
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Die erste Bilanz unter Bundestrainer Hansi Flick fällt sehr positiv aus. Einige junge Spieler und Comebacker konnten beim WM-Qualifikations-Dreierpack gegen Liechtenstein, Armenien und Island überzeugen. Der SPORTBUZZER nennt die Gewinner und Verlierer des Flick-Starts.

So ganz ohne Probleme ging sie dann doch nicht zu Ende, die erste Länderspielreise unter Hansi Flick. Ein Großteil der Mannschaft und der Bundestrainer mussten auf dem Rückflug von Reykjavik im schottischen Edinburgh zwischenlanden. Es gab ein Problem am Notstromaggregat der Maschine einer litauischen Airline, der Tross hing fast zehn Stunden (samt Masken) im Flieger fest. Ärgerlich, gerade mit Blick auf die Vorbereitung einiger Profis auf das Topspiel RB Leipzig gegen den FC Bayern (Samstag, 18.30 Uhr, Sky).

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Ansonsten fiel das Fazit des DFB-Trips sehr positiv aus, genau wie die sportliche Bilanz: drei Spiele, drei Siege, 12:0 Tore. Flick: "Wir hatten nur wenige Einheiten, aber die Mannschaft hat den Weg, den wir Fußball spielen wollen, begriffen und hervorragend umgesetzt." Auch der SPORTBUZZER hat Bilanz gezogen und nennt die Gewinner und Verlierer der ersten Flick-Spiele:

Thilo Kehrer ist der größte Flick-Gewinner

Thilo Kehrer: Den größten Gewinner hob der Bundestrainer gleich selbst hervor: Thilo Kehrer. Der zeigte, warum er im Starensemble von Paris Saint-Germain gesetzt ist und Flick ihn zu seiner Zeit als Bayern-Trainer nach München holen wollte. Kehrer stand dreimal in der Startelf, bewies seine Qualitäten auf drei verschiedenen Positionen: hinten links, rechts und als Innenverteidiger.

Leroy Sané: Nach seinem schwachen Saisonstart bei Bayern und den Pfiffen von den eigenen Fans bekam der sensible Wuschelkopf sein Aufbauprogramm beim DFB. Flick nominierte Sané nicht nur und stellte damit sein selbst propagiertes Leistungsprinzip gleich mal auf den Kopf, sondern brachte den Dribbelkönig auch dreimal von Beginn an. Beim 2:0 gegen Liechtenstein traf er, wurde zum Spieler des Spiels gewählt. Beim 6:0 gegen Armenien überragte Sané auch ohne eigenes Tor. Und beim 4:0 auf Island gelang ihm der schönste Treffer des Abends. Reden wollte Sané – wie eigentlich immer – nicht. Doch alleine die herzliche Umarmung mit Flick bei seiner Auswechslung ließ Dankbarkeit erkennen. Er reist mit Sicherheit mit besserem Gefühl ab als er gekommen war.

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Niklas Süle mausert sich zum neuen DFB-Abwehrboss

Niklas Süle: Der bullige Innenverteidiger mauserte sich in den ersten Saisonspielen schon beim Rekordmeister überraschend zum neuen Abwehrboss und machte auch bei der Nationalelf genau da weiter. Spielte bei allen drei Einsätzen unaufgeregt, verlor kaum einen Zweikampf und zeigte, dass er auch ein richtig guter Fußballer ist. Von seiner Spieleröffnung und seinen Diagonalbällen können sich einige Innenverteidiger eine Scheibe abschneiden. Er wird seinen Stammplatz genauso wenig freiwillig wieder hergeben wie sein Nebenmann Antonio Rüdiger, der gegen Island auch noch als Torschütze glänzte.

Jonas Hofmann: Der Gladbacher flog lange unterm Radar und galt als ewiges Talent, das sein Potenzial nicht vollends ausschöpfte. Ihn erst zum Nationalspieler und dann zum Rechtsverteidiger zu machen war eine Idee von Joachim Löw – Flick setzt sie nun konsequent um.

Standardschwäche dank Mads Buttgereit Geschichte?

Mads Buttgereit: Der neue Spezialtrainer arbeitete intensiv an den Standards – das machte sich schon nach erstaunlich kurzer Zeit bezahlt. Sowohl gegen Armenien als auch auf Island fielen endlich mal wieder Tore nach ruhenden Bällen.

Doch wo Gewinner, da auch Verlierer. Neben denjenigen, die nicht dabei waren, wird es vor allem für die Zentrumspieler eng. Toptalente wie Jamal Musiala oder Florian Wirtz sind momentan näher dran als beispielsweise Florian Neuhaus oder Mahmoud Dahoud. Und selbst ein etablierter Star wie Ilkay Gündogan hat es schwer, wenn er nicht auch im DFB-Dress die nächste Stufe zündet. An Joshua Kimmich und Leon Goretzka führt jedenfalls kein Weg vorbei.

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