10. Mai 2021 / 18:22 Uhr

Kehrtwende! Die VfL-Handballerinnen greifen nach der 3. Liga

Kehrtwende! Die VfL-Handballerinnen greifen nach der 3. Liga

Maik Schulze
Wolfsburger Allgemeine / Aller-Zeitung
Wolfsburg, SPORT, Handball, Frauen-Oberliga, VfL Wolfsburg - HSG Osnabrück
Nehmen die 3. Liga früher als erwartet ins Visier: Die Handballerinnen des VfL Wolfsburg. © Boris Baschin
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Ende März war's noch ein klares: Nein! Handball-Oberligist VfL Wolfsburg hatte sich entschieden, auf eine Aufstiegsrunde zur 3. Liga nach der Annullierung der Oberliga-Saison zu verzichten. Doch jetzt gibt's die Kehrtwende. Die Handballerinnen greifen an!

Handball-Oberligist VfL Wolfsburg greift nach der 3. Liga. Nachdem sich die Verantwortlichen Ende März nach der Saison-Annullierung zunächst gegen eine Teilnahme an einer Aufstiegsrunde entschieden hatten, folgt nun die Kehrtwende. Grund: Jetzt sind doch noch alle Voraussetzungen geschaffen, der Verein kann einen möglichen Sprung in Liga drei stemmen. Nun dürfen die Spielerinnen es sportlich in Angriff nehmen.

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Kurz vor Ostern sah das noch anders aus: Öffne sich die Aufstiegs-Tür, dann würden die VfL-Handballerinnen nicht eintreten. „Selbst wenn es direkt freie Plätze gäbe, würden wir das nicht annehmen“, sagte Spartenleiter Jens Wöhner damals. Der Sprung käme zu früh. Der VfL lag damit auf dem gleichen Kurs wie die heimischen Männer-Oberligisten MTV Vorsfelde und VfB Fallersleben. „Harakiri macht keinen Sinn“, sagte Wöhner. Der Etat müsse für die 3. Liga deutlich steigen. Wenn es sich im Rahmen einer sportlichen Saison abzeichne, dass der Weg nach oben führt, dann werde man „mit genügend Vorlauf eine strukturelle und finanzielle Basis schaffen. Es muss alles im Einklang sein.“ Genügend Vorlauf - das war letztlich das Stichwort für die Kehrtwende.

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Denn der Handball-Verband Niedersachsen verlängerte die Meldefrist für die Teilnahme an Aufstiegsspielen um vier Wochen bis Mitte Mai. Zeit, die die VfL-Verantwortlichen nutzten. Es folgten weitere Gespräche der Sparte mit dem Gesamtverein - mit einem positiven Ende. "Wir sind sehr glücklich, dass wir maximal unterstützt werden. Wir haben die Rückendeckung, können jetzt die Aufstiegsrunde angehen, alle sind motiviert", berichtet der Spartenleiter. "Wir freuen uns drauf, schauen, ob es sportlich klappt." Das Team konnte in der vergangenen Saison, die annulliert wurde, nur wenige Spiele bestreiten. Deshalb wird jetzt das Training wieder hochgefahren, der VfL darf das mit einer Sondergenehmigung der Stadt. "Wir werden die Mannschaft maximal unterstützen, auch für vernünftige Testbedingungen in Corona-Zeiten sorgen", betont Wöhner.

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Zwei Aufsteiger sucht der HVN, muss sie bis Ende Juni melden, wie viele Teams nach der Chance greifen, steht erst nach Meldeschluss am 15. Mai fest. Heißt in der Theorie: Melden sich nur zwei Mannschaften, würde das den direkten Aufstieg bedeuten. "Wir hoffen aber auf eine Aufstiegsrunde, wollen uns sportlich messen", betont Wöhner.

Sollte Wolfsburg den Aufstieg packen, geht die Arbeit für die Verantwortlichen weiter. Sicher ist: "Die Fixkosten sind gedeckt", sagt Wöhner. Und wenn es der VfL es sportlich dann nicht schaffen sollte, wäre das auch kein Beinbruch. Dann würde das Team in der kommenden Oberliga-Saison wieder angreifen.

Sicher ist: Die Mannschaft wird auf die Spiele und die Aufstiegschance brennen: Wie hatte VfL-Coach Oliver Bült schon im März gesagt: „Natürlich wünscht sich jeder, mal in die 3. Liga zu kommen und es ist mit Sicherheit ein leichterer Weg, ein paar Quali-Spiele zu absolvieren als eine ganze Saison.“ Aber: „Die 3. Liga ist ein Brett, das sind zwei Klassen Unterschied zur Oberliga. Das muss man sich genau durch den Kopf gehen lassen. Es ist aber unser langfristiges Ziel, deshalb wäre es fatal, wenn wir uns darüber keine Gedanken machen würden.“ Gedanken, die den VfL nicht losließen, Gedanken die nun zur Teilnahme an der Aufstiegsrunde führen.

Möglich macht diese Runde übrigens ein Beschluss des Vorstandes des Deutschen Handballbundes (DHB). Er hat eine Modusänderung für die 3. Liga Frauen und Männer beschlossen. "In der aktuellen Saison 2020/21 wird es aufgrund des in Folge der Corona-Pandemie seit November ausgesetzten Spielbetriebs keine Absteiger geben. Die Voraussetzung hierfür traf der Bundesrat: Im Umlaufverfahren beschloss das Gremium, die Mannschaftszahlen für die Saison 2021/22 auf einen noch festzulegenden Wert zu erhöhen... Aus den Oberligen der Frauen und Männer sind weiterhin jeweils zwölf Aufsteiger aus den Oberligabereichen in die 3. Liga möglich", heißt es in einer DHB-Meldung. Einer davon möchte der VfL Wolfsburg werden.